Stadtarchiv Offenburg

Offenburg: Kulturpause „Im Lager Gurs“

Die vom Haus der Wannsee-Konferenz konzipierte Ausstellung befasst sich mit dem Schicksal von tausenden Menschen, die am 22. und 23. Oktober 1940 in das Lager Gurs in Frankreich deportiert wurden. Viele fanden unter den katastrophalen Lebensverhältnissen im Lager den Tod, wenige konnten entkommen oder wurden gerettet. Die meisten aber wurden ab 1942 in das Vernichtungslager Auschwitz gebracht und dort ermordet.

Ergänzend zur Wanderausstellung widmet sich das Museum im Ritterhaus dem Schicksal der Offenburger jüdischen Gemeinde. Anhand von Biografien werden die verschiedenen Aspekte der Verschleppung thematisiert. Ausstellungsflyer & weitere Termine: MiR_Flyer Gurs

Mittwoch, 10. November 2021, 12.30 Uhr
Museum im Ritterhaus Offenburg, Ritterstraße 10
Kulturpause mit Regina Brischle
Anmeldung erforderlich unter 0781 82 2577 oder
Es gelten die aktuellen Corona-Bestimmungen.
Eintritt frei

Emmendingen: Die alten Synagogen von Emmendingen und Freiburg

Anläßlich von 25 Jahre Wiedergründung Jüdische Gemeinde Emmendingen, 305 Jahre Israelitische Gemeinde Emmendingen und 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland gibt es viel zu feiern!

Markus Wolter M.A. referiert in einem Online Zoom-Vortrag zum Thema „Die alten Synagogen von Emmendingen und Freiburg – ein geschichtlicher Vergleich“
Der Verein für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen e.V. lädt pandemiebedingt ein Jahr später zur Präsenzveranstaltung im Rahmen „25 Jahre Wiedergründung Jüdische Gemeinde Emmendingen“ ein.

Am 10. November 1938 wurde die Synagoge der damaligen Israelitischen Gemeinde Emmendingen zerstört. Aus aktuellem Anlass erinnern wir und feiern gleichzeitig die Wiedergründung der Jüdischen Gemeinde Emmendingen im Jahre 1995, 25 Jahre plus 1 Jahr danach.
Die in der Reichspogromnacht 1938 bis auf ihre Grundmauern zerstörten Synagogen von Emmendingen und Freiburg werden in diesem Vortrag bau- und entstehungsgeschichtlich, aber auch unter dem Aspekt ihrer bildlichen Überlieferung fotohistorisch miteinander verglichen. In einem zweiten Teil wird den Fragen nach ihrer Ab- und zugleich Anwesenheit im heutigen Stadtbild, in der geschichtlichen Aufarbeitung und nicht zuletzt in den Diskursen der Erinnerungskultur nachzugehen sein.

Der Referent Markus Wolter ist 1964 in Radolfzell geboren, hat Philosophie, Geschichte und Literaturwissenschaft in Freiburg und Berlin studiert. Er forscht zur Zeitgeschichte, Orts- und Landesgeschichte und zur Geschichte des Mittelalters und lebt als freier Historiker und Antiquariatsbuchhändler seit 2017 in Emmendingen.

Der Eintritt ist frei. Der Verein für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen e.V. würde sich über eine Spende zur Unterstützung der Vereinsarbeit freuen.
Die Veranstaltung wird nach der aktuellen Corona Verordnung durchgeführt.

Mittwoch, 10. November 2021, 20 Uhr
Veranstalter: Verein für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen e.V., J
Teilnahme frei – Spenden erbeten
Zoom-Meeting beitreten
Meeting-ID: 885 9895 3343
Kenncode: 371784

Veranstaltung whemalige Synagoge Kippenheim

Kippenheim: Kippenheim: Mühen des Erinnerns

Ob Nationen, Orte oder Persönlichkeiten, das Erinnern macht uns Menschen Mühe. Schlimmes wird verdrängt, Gutes verklärt, Vieles vergessen. Dies führt Karl Kopp, der Autor des Buches „Das Kippenheimer Lied – eine badische Volksschule und ihre israelitischen Kinder“, mit seinem Vortrag „Mühe des Erinnerns“ vor Augen.
Für den ehemaligen Rektor der Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule Kippenheim war das örtliche Archiv der Gemeinde die wichtigste Quelle für seine Recherchen. Entlang dieses Buches, das vom „Förderverein Ehemalige Synagoge herausgegeben wurde, vermittelt Karl Kopp konkrete Beispiele zu den „Mühen des Erinnerns“ aus 250 Jahren Kippenheimer Geschichte.

Die Veranstaltung erfolgt an geschichtsträchtigem Ort und historischem Datum und versteht sich auch als Appell gegen Antisemitismus.

Dienstag, 9. November 2021, 19 Uhr
Ehemalige Synagoge Kippenheim, Poststraße 17
Mit Karl Kopp
In Kooperation mit der VHS Lahr, Außenstelle Kippenheim
Eintritt frei, Spenden erbeten
Es gelten die aktuellen Hygiene- und Abstandsregelungen, eine Begrenzung der Teilnehmerzahl sowie eine Maskenpflicht in Innenräumen; dort gilt auch die 3G-Regel.

 

Emmendingen: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

Anlässlich dieses bundesweit gefeierten Jubiläums veranstaltet die Volkshochschule Nördlicher Breisgau (VHS) in Kooperation mit der Stadt Emmendingen und dem Verein für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen ein Konzert mit Lesung.

Musik jüdischer Komponist*innen trifft auf Texte von Autoren, deren Werke von der Bücherverbrennung betroffen waren. Die Interpreten der Musik sind Ines Then-Bergh (Violine) und Ursula Meyer (Klavier), die Lesung der Texte übernimmt die Theaterregisseurin Ingeborg Waldherr. Dazu gibt es zwei kurze Impulsvorträge von Ruben Frankenstein und Eli Navon zur jüdischen Literatur und Musik. Finanziell gefördert wird das Projekt durch #2021JLID- Jüdisches Leben in Deutschland e.V. aus Mitteln des Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat.

Die Veranstaltung findet unter den Corona-Bedingungen 2G statt. Teilnehmer müssen also gültige Nachweise entweder über einen Impfschutz oder eine Genesung vorlegen. Plakat 1700-jahre-jüdisches-Leben

Sonntag, 7. November 2021, 19 Uhr
Emmendingen, Steinhallte, Steinstraße 3
Anmeldung erforderlich über die VHS (telefonisch oder online) 07641 9225-0
Teilnahme nur mit 2 G
10 / 7 €

Blaues Haus Breisach

Breisach: MELAKHIM – KÖNIGE. Jüdische Musik aus dem 15. bis 20. Jhd. (TonArt Kenzingen)

Im Zentrum des Konzertes von TonArt Kenzingen stehen der Komponist Salomone Rossi Hebreo aus Mantua, Hohelied-Vertonungen von Palestrina, Morley, Lechner u.a., Psalmen in hebräischer Sprache von Rossi und von Avi Faintoch, einem modernen israelischen Komponisten.

Der A-Cappella-Chor bringt ebenso liturgische Texte der Synagoge, jiddische Lieder aus dem Schtetl, polyphone Musik der Renaissance und des Frühbarocks zur Aufführung.
Die Texte des jüdischen Tanach sind maßgeblicher Teil der christlichen Überlieferung: Hier heißen sie „Altes Testament“. Der Titel des Konzertes „מלכים – Könige“ nimmt somit Bezug auf die beiden Haupt-Textlieferanten des Chores: König David, den Verfasser der Psalmen, und seinen Sohn König Salomo, den Dichter des Hohelieds.

Das Konzert von TonArt ist, in Kooperation mit dem Blauen Haus Breisach und der Münstergemeinde St. Stephan Breisach, ein Beitrag zum Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ und zum Verständnis der jüdisch-levantinischen Wurzeln der abendländischen Kultur.

Sonntag, 7. November 2021, 18 Uhr
Breisach, Spitalkirche
Veranstalter: Blauen Haus Breisach & Münstergemeinde St. Stephan Breisach
Eintritt frei – mit 3G Nachweis und nach Anmeldung unter:
Kollekte am Ausgang

 

Studienreise nach Camp de Gurs, Maiso d´Izieu und Camp des Milles

In Südwestdeutschland steht der Name Gurs für die Deportation der badischen, pfälzischen und saarländischen Juden. An einem einzigen Tag, dem 22. Oktober 1940, wurden über 6000 Menschen, vom Baby bis zum Greis, ins besiegte Frankreich abgeschoben.

Im Oktober 2020 jährte sich die Deportation zum 80. Mal. Im vergangenen Jahr konnte die geplante Studienreise nicht stattfinden und die Veranstalter*innen hoffen, dass es die Hygieneregeln in diesem Jahr erlauben werden. An der Gedenkfeier in Gurs werden viele Menschen aus Frankreich, Spanien und Deutschland teilenhmen, um der Opfer der Deportation und anderer Opfer – spanische Bürgerkriegsflüchtlinge, politische Verfolgte usw. – zu gedenken. Auch die Teilnehmenden der Bus-Exkursion nehmen an dieser Gedenkfeier teil, die gemeinsam von der „Arbeitsgemeinschaft der badischen Städte zur Pflege und Unterhaltung des Deportierten- Friedhofes“, dem Oberrat der Israeliten Baden und französischen Partnern getragen wird. Weitere Informationen zur Busreise und Anmeldeformalitäten:

Freitag, 29. – Mittwoch, 3. November 2021
Kosten: 400 € inkl. Busreise , Übernachtung im DZ und Halbpension
Leitung: Jürgen Stude| Renate Kreplin | Susanne Christ
Informtionen: Jürgen Stude: 07807 957612 oder
Anmeldung unter Evang. Erwachsenenbildung Ortenau, 0781 24018 /
Kooperationspartner: Evangelische Erwachsenenbildung in Baden | Arbeitsstelle Frieden der Evangelischen
Landeskirche in Baden | Förderverein Mahnmal zur Erinnerung an die nach Gurs deportierten badischen Jüdinnen und Juden

Viele sagten Ja zur Diktatur

Allensbacher Demoskopen haben sich über Jahre hinweg danach erkundigt, welcher Beruf die höchste Wertschätzung genieße. Das waren dauerhaft die Ärztinnen und rzte. Dieses Ansehen hat offenbar nicht gelitten unter der Rolle, die Ärzte im „Dritten Reich“ eingenommen haben und die lange nach 1945 auch in der Ärzteschaft beschwiegen worden ist. In der Chronik zu ihrem 75-jährigen Bestehen hat die Bezirksärztekammer Südbaden jetzt diesen dunklen Teil ihrer Geschichte ausleuchten lassen. Weiterlesen: 2021-10-28_Ortenau_Seite_6

Foto: Aufstehen gegen Rassismus

Was mit den jüdischen Mitbewohnern in Nonnenweier geschah

Am 22. Oktober 1940 wurden in einer Nacht- und Nebelaktion auf Weisung des badischen Gauleiters Robert Wagner alle jüdischen Mitbürger in das in Südfrankreich gelegene Lager Gurs deportiert. Dies war die erste planmäßige Deportation von Juden aus Deutschland. In der Burkhard-Michael-Halle in Nonnenweier berichtete Norbert Klein, Leiter der Fachgruppe „Jüdische Geschichte in der Ortenau“ des Historischen Vereins für Mittelbaden, vor rund 100 Zuhörern über das Schicksal der damals 18 jüdischen Mitbürger aus Nonnenweier. Weiterlesen: 2021-10-27_Ortenau_Seite_21