Blaues Haus Breisach

Breisach: Jour fixe musical 15 – Geige im Exil Folge II

Unter dem Motto: „Musikalische Raritäten zum Thema Verfolgung – Widerstand – Exil“ hat im September 2018 im Blauen Haus Breisach die Reihe „Jour fixe musical“ begonnen, bei der in erster Linie von den Nazis verfemte Komponisten und Interpreten zu Worte kommen. Die Programmfolgen widmen sich aber ebenso Werken von Komponisten, die Widerstand geleistet haben, so zum Beispiel von Adolf Busch, oder von Künstlern, die in anderem geschichtlichen Zusammenhang verfolgt wurden oder ins Exil gehen mussten:

Muriel Cantoreggi Violine | Raphael Sachs Viola
Kompositionen von Ernest Bloch, Ernst Toch und Nikos Skalkottas (sowie vom Tonband: Hommage à Fritz Kreisler)

Sonntag 12. Januar 2020, 18 Uhr (Dauer ca. 1 Std.)
Breisach, Blaues Haus
Eintritt frei

Foto: Stadatarchiv Offenburg

Salmen: „Ausgegrenzt. Vernichtet. Geflohen“. Das Schicksal der jüdischen Gemeinde Offenburg.“

Am 22. Oktober 1940 besiegelte die Deportation nach Gurs das Ende der jüdischen Gemeinde unserer Stadt. Aus Offenburg wurden rund 100 Menschen in der Turnhalle der Oberrealschule, dem heutigen Schiller-Gymnasium, zusammengetrieben. Von dort mussten sie den Weg zum Bahnhof für die Fahrt nach Südfrankreich antreten.

Die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger und das Unrecht, das ihnen geschehen ist, soll in Erinnerung behalten werden. Deshalb zeigt der Fachbereich Kultur im Aufgang des Salmen die Sonderausstellung „Ausgegrenzt. Geflohen. Vernichtet.“ Das Schicksal der Offenburger jüdischen Gemeinde.
Der Fokus der Ausstellung liegt auf der Darstellung der Verfolgung und Auslöschung der jüdischen Gemeinde während der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft. In verschiedenen bildlichen und textlichen Zeugnissen der Menschen wird eine für immer vernichtete Lebenswelt ein kleines Stück aus der geschichtlichen Dunkelheit gerissen. Über diese rekonstruierten Biografien sollen die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger und das Unrecht, das ihnen geschehen ist, in Erinnerung bleiben.

Weitere Veranstaltungen im Rahmen von „Terror, Widerstand, Befreiung. 75 Jahre dem Kriegsende entgegen 1944/45“: 75Jahre_Kriegsende_Web

Sonderöffnungszeiten:
26. & 27. Januar 2020, jew. 14-17 Uhr
Offenburg, Salmen / Foyer, Lange Straße 52
Eintritt frei

Foto: Wikimedia Commons /Bundesarchiv, Bild 183-N0827-318; CC-BY-SA 3.0

Offenburg: Ökumenischer Gottesdienst zum Tag des Gedenkens an alle Opfer des Nationalsozialismus

Im Mittelpunkt des Ökumenischen Gottesdienstes steht das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus im Mittelpunkt. Drei Jugendliche tragen die Biografien von ehemaligen Offenburger Juden vor, die sie im Rahmen des museumspädagogischen Projektes „Gedenkbuch im Salmen“ im Stadtarchiv recherchiert haben.

Weitere Veranstaltungen im Rahmen von „Terror, Widerstand, Befreiung. 75 Jahre dem Kriegsende entgegen 1944/45“: 75Jahre_Kriegsende_Web

Sonntag, 27. Januar 2020, 18 Uhr
Veranstalter: Arbeitskreis Christlicher Kirchen Offenburg
Veranstaltungsort: St.-Andreas-Kirche, Hauptstr. 75 blockquote>

Foto: Wikimedia Commons /Bundesarchiv, Bild 183-N0827-318; CC-BY-SA 3.0

Concertino Offenburg – 75 Jahre nach der Befreiung des KZ Auschwitz

Das Concertino Offenburg nimmt den 75. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz am 27.01.1945 zum Anlass, mit einem Konzert daran zu gedenken. Hanns Eislers allerletztes Werk „Ernste Gesänge“ nimmt unverkennbar Bezug auf die „Vier ernsten Gesänge“ von Johannes Brahms. Während Brahms mit drei alttestamentarischen Texten pessimistisch begann, um sich dann dem Neuen Testament zuzuwenden und dem Zyklus so eine positive Perspektive ans Ende zu stellen, thematisiert Eisler zunächst Aspekte wie Heimatlosigkeit, Trauer, Verzweiflung und Todesnähe, um schließlich im letzten Gesang eine Vision „künftigen Glückes“ zu vertonen. Der litauische Bariton Modestas Sedlevicius ist einer der herausragendsten baltischen Sänger seiner Generation. Die „Ernsten Gesänge“ von Eisler hat er bereits 2018 mit dem Concertino mit großem Erfolg aufgeführt.
Weiter auf dem Programm steht u.a. eine „Suite aus den Orchesterwerken“ von Johann Sebastian Bach, zusammengestellt von Gustav Mahler, mit Texten zum Gedenken, gesprochen von einer Klasse der Freien Waldorfschule Offenburg.

Weitere Veranstaltungen im Rahmen von „Terror, Widerstand, Befreiung. 75 Jahre dem Kriegsende entgegen 1944/45“: 75Jahre_Kriegsende_Web

Sonntag, 27. Januar 2020, 19 Uhr
Veranstalter: Kulturbüro und Concertino Offenburg
Veranstaltungsort: Freie Waldorfschule, Saal Leitung: Dieter Baran
Kosten: Der Eintritt ist frei um einen Unkostenbeitrag wird am Ausgang gebeten.
Foto: Wikimedia Commons /Bundesarchiv, Bild 183-N0827-318; CC-BY-SA 3.0

Foto: wikpedia

Offenburg: Gesprächsrunde. Hindenburg, Erzberger und der politische Mord von rechts. Was wir aus der Geschichte der Weimarer Republik lernen können

Carmen Lötsch im Gespräch mit Dr. Christoph Reichelt, Präsident des Landgerichts Offenburg, Dr. Christopher Dowe, Haus der Geschichte Baden-Württemberg,
Dr. Wolfgang M. Gall, Archiv und Museum im Ritterhaus Offenburg und Dr. Heinrich Schwendemann, Historisches Seminar der Universität Freiburg.

Auf Beschluss des Gemeinderats erhalten die Straßenschilder an der Hindenburgstraße am 30. Januar 2020 eine Zusatzerläuterung. Sie erinnert an die verhängnisvolle
Rolle des damaligen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg bei der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler vor 87 Jahren. Vor dem Eingang des Landgerichts Offenburg wird eine Informationstafel über den 1921 in Bad Griesbach von zwei Rechtsradikalen ermordeten Reichsminister Matthias Erzberger aufgestellt. Sie erinnert daran, dass Hindenburg mit der Amnestie-Verordnung von 1933 alle rechtsradikale und nationalsozialistische Täter vor der Strafverfolgung schützen wollte, worunter auch die beiden Erzberger-Mörder Tillessen und Schulz fielen. Erst Jahre nach dem Krieg konnten die beiden Täter schließlich verurteilt werden.
Im Anschluss an die Einweihung der Tafel findet eine Gesprächsrunde statt. Sie beschäftigt sich mit dem rechtsmotivierten politischen Mord an Erzberger,
den rechtsextremen Milieus, deren Unterstützer und Sympathisanten und stellt die Frage, welche Lehren wir aus Weimar für heute ziehen können.

Donnerstag, 30. Januar 2020, 17 Uhr
Landgericht Offenburg, Hindenburgstr. 5
Veranstalter: Fachbereich Kultur und Landgericht Offenburg
Eintritt frei

Foto: Manfred Sickmann, Lahr

Kippenheim: Konzert mit chorus delicti und Lorenz Stiegeler

Singen gegen den Wahnsinn, gegen die Kälte, wenn die Angst uns lähmt.
Singen, weil noch nicht alles erklungen ist, weil Schönheit sich entfalten will
in jedem Werk, auf vielfältige Weise.
Alt und neu, vertraut und fremd, hier und dort
ertönt Gesang.

….so auch von „chorus delicti“: authentisch und multikulturell mit Einflüssen aus afrikanischer und lateinamerikanischer Musik, europäischer Klassik und Volksmusik sowie Jazz und Pop. Lieder aus Lennie Bernstein’s Westside Story, Bertolt Brecht’s und Kurt Weill’s „Dreigroschen – Oper“, Songs von Sting, Elton John, Pharrell Williams, John Lennon, George Shearing, Astor Piazzola, Stevie Wonder u. a. Durchsichtig, mitunter schwebend, dann wieder erdig und bodenhaftend – je nach der Art des Liedes – interpretiert der Chor sein breites Repertoire und gestaltet es immer wieder neu.
chorus delicti freut sich, Lorenz Stiegeler , den Crooner am Klavier, für dieses Konzert gewonnen zu haben. Er ergänzt und bereichert den Abend mit eigenen Songs, professionell und authentisch, zuweilen erinnernd an Billy Joel, Mose Allison oder Diana Krall. Die Begegnung von Chor und Pianist im gemeinsamen Musizieren ist ein Höhepunkt des Abends.

Sonntag 9. Februar 2020, 17 Uhr
Ehemalige Synagoge Kippenheim, Poststraße 17
Eintritt frei, Spenden erbeten
Foto: Manfred Sickmann, Lahr

Blaues Haus Breisach

Breisach: Jour fixe musical 16

Unter dem Motto: „Musikalische Raritäten zum Thema Verfolgung – Widerstand – Exil“ hat im September 2018 im Blauen Haus Breisach die Reihe „Jour fixe musical“ begonnen, bei der in erster Linie von den Nazis verfemte Komponisten und Interpreten zu Worte kommen. Die Programmfolgen widmen sich aber ebenso Werken von Komponisten, die Widerstand geleistet haben, so zum Beispiel von Adolf Busch, oder von Künstlern, die in anderem geschichtlichen Zusammenhang verfolgt wurden oder ins Exil gehen mussten.

Jour fixe musical 16: Korngold & GMD Fabrice Bollon im Gespräch über Erich Wolfgang Korngold, Karl Goldmark und Franz Schreker
Mitglieder des Philharmonischen Orchesters Freiburg:
Hongyuan Luo und Ekaterina Tsyrempilova Geige | Adrienne Hochman und Cristina Alvarado Bratsche | Diana Fortuna-Bollon und Lusine Arakalyan Cello
Erich Wolfgang Korngold, Streichsextett D-Dur Opus 10

Sonntag, 9. Februar 2020, 18 Uhr (Dauer ca. 1 Std.)
Breisach, Blaues Haus
Eintritt frei

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Breisach: Jour fixe musical 17 – Ungarn I

Unter dem Motto: „Musikalische Raritäten zum Thema Verfolgung – Widerstand – Exil“ hat im September 2018 im Blauen Haus Breisach die Reihe „Jour fixe musical“ begonnen, bei der in erster Linie von den Nazis verfemte Komponisten und Interpreten zu Worte kommen. Die Programmfolgen widmen sich aber ebenso Werken von Komponisten, die Widerstand geleistet haben, so zum Beispiel von Adolf Busch, oder von Künstlern, die in anderem geschichtlichen Zusammenhang verfolgt wurden oder ins Exil gehen mussten:

>…als man im letzten Kriegsjahr Widerständler werden konnte…< Sir Andràs Schiff liest aus seinem Buch >Musik kommt aus der Stille< über seine Jugend in Ungarn | Sodann im Gespräch mit Dirk Nabering über Georg Kreisler

Mittwoch, 12. Februar 2020, 18 Uhr (Dauer ca. 1,25 Std.)
Breisach, Blaues Haus
Eintritt frei

Foto: Stadtarchiv Offenburg

Offenburg: Gedenkveranstaltung in Erinnerung an die Ermordung von Häftlingen der Außenstelle des KZ Natzweiler in Offenburg

Im März 1945 wurden ca. 600 Häftlinge aus dem Konzentrationslager Flossenbürg nach Offenburg überstellt. Viele überlebten diesen Transport nicht. Von SS-Männern und Soldaten bewacht, mussten die restlichen Häftlinge unter Todesgefahr die durch alliierte Bombenangriffe beschädigten Bahnanlagen reparieren und Blindgänger entfernen. Ihre Lebensbedingungen waren verheerend. Viele starben an Hunger, Krankheit, Erschöpfung oder wurden durch Kriegseinwirkungen oder ihre Bewacher getötet. Bevor das Kommando am 13. April 1945 in Richtung Donaueschingen abzog, erschlugen Aufseher am 12. April 1945 41 kranke Häftlinge auf bestialische Weise. Unmittelbar in der Nähe des Tatorts in der Prinz–Eugen-Straße / Nordoststadt befindet sich heute die Erich-Kästner-Realschule, die mit einer Gedenktafel an dieses Massaker erinnert.
Gemeinsam mit dem Stadtarchiv Offenburg und dem Bunten Haus gedenken die Lehrer*innen und Schüler*innen der Erich-Kästner-Realschule dieses Verbrechens.
Die Enkelin eines belgischen Widerstandskämpfers der unter den Häftlingen war und dessen Todesumstände bis heute ungeklärt sind wird über ihre Suche nach Antworten berichten.

Sonntag, 29. März 2020, 11 Uhr
Erich-Kästner-Realschule, Prinz-Eugen-Straße 76
Veranstalter: Erich-Kästner-Realschule in Kooperation mit dem Stadtarchiv Offenburg
Eintritt frei

Ehemalige Synagoge Kippenheim: Klezmers Techter

Ehemalige Synagoge Kippenheim: Klezmers Techter

Von freien Improvisationen bis hin zu traditionellen Interpretationen jiddischer Musik –faszinierend und facettenreich spannen KLEZMERS TECHTER einen Bogen von unbändiger Lebensfreude bis hin zu wehmutiger Sehnsucht. Die drei Musikerinnen traten auf Einladung von Giora Feidman mehrfach in Israel auf, mit überwältigendem Erfolg. Ihre Musik wirkt wie eine ständige Aufforderung, das Leben trotz aller Hindernisse zu lieben und zu feiern. In ihrem neuen Programm “der Pojaz tanzt” vereinen sich künstlerische Power, temperamentvolle Spiel – und Experimentierfreude mit musikalischer Tiefe und Innigkeit. Gabriela Kaufmann, Klarinette und Bassklarinette / Almut Schwab, Akkordeon, Flöten und Hackbrett / Nina Hacker, Kontrabass / Miriam Ast, Gesang.

Sonntag 19. April 2020, 17 Uhr
Ehemalige Synagoge Kippenheim, Poststraße 17
Eintritt frei, Spenden erbeten