Emmendingen-Simon-Veit-Haus

Emmendingen: Zeugnisse der Erinnerung – Zeichnungen ehemaliger KZ-Häftlinge

Der Verein für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen e. V. erinnert mit einem Vortrag an die Befreiung der Überlebenden der Konzentrationslager in den letzten Kriegsmonaten des Jahres 1945 und gedenkt der Millionen Menschen, die während der NS-Diktatur ausgegrenzt,
entwürdigt, gequält und ermordet wurden.

Im Mittelpunkt stehen Zeichnungen von namentlich bekannten und unbekannten Häftlingen aus verschiedenen Konzentrationslagern: Künstlerische Zeugnisse, die in den Lagern versteckt oder nach der Befreiung gezeichnet wurden. Ermordete und Überlebende bezeugen damit das unvorstellbare Grauen und die Menschheitsverbrechender NS-Diktatur.

Für uns nachfolgende Generationen sind sie ein Zeichen der Erinnerung, der Mahnungund des Gedenkens. Sie fordern zur Reflexion auf und zur Auseinandersetzung darüber, wie die Zivilgesellschaft heute auf Menschheitsverbrechen und Menschenrechtsverletzungen reagiert.

Sonntag, 25. Februar, 11:45 Uhr
Teschemacher-Saal des Simon-Veit-Haus Emmendingen, Kirchstraße 11
Vortrag mit Monika R.R. Miklis M.A.
Eintritt frei – Spenden erbeten

Kippenheim: Eröffnung der Ausstellung:“…von der Bevölkerung kaum wahrgenommen“. Fotografien zur Deportation der badischen Jüdinnen und Juden nach Gurs im Oktober 1940

Erstmals werden in der von Florian Hellberg und Jürgen Stude kuratierten Ausstellung alle bislang bekannten Aufnahmen aus Baden (Bretten, Bruchsal, Gailingen, Kippenheim, Lörrach, Tauberbischofsheim und Weingarten) gemeinsam gezeigt.

Am 22. Oktober 1940 wurden über 6.400 badische und saarpfälzische Jüdinnen und Juden im Auftrag der NSDAP-Gauleiter Robert Wagner und Josef Bürckel abgeholt und nach Frankreich verschleppt. Mancherorts in Baden wurde fotografiert, in Bruchsal sogar gefilmt. Ganz entschieden widersprechen diese visuellen Zeugnisse der Aussage des Chefs der Sicherheitspolizei und des SD Reinhard Heydrich, wonach die Deportation der sogenannten Wagner-Bürckel-Aktion „von der Bevölkerung kaum wahrgenommen“ worden sei.

Donnerstag, 29. Februar, 18:00 Uhr
Ehemalige Synagoge Kippenheim, Poststraße 17
Ausstellungseröffnung
Eintritt frei – Spenden erwünscht

Offenburg: Gedenkveranstaltung zum 27. Januar

Der 27. Januar als Holocaust-Gedenktag erinnert weltweit an die Ermordung der Juden und Jüdinnen Europas. Das NS-Regime hat dieses monströse Verbrechen als eines der Haupt-Kriegsziele Deutschlands durchgesetzt. Jüdisches Leben in Deutschland muss nach wie vor besonders geschützt werden. Insbesondere seit den jüngsten Entwicklungen im Israel-Palästina-Konflikt haben antisemitische Aktionen und Äußerungen auch hier in Deutschland erneut zugenommen.

Bei der jährlichen Gedenkveranstaltung erinnern wir an die Ermordung der Juden und Jüdinnen Offenburgs und Europas. Im Rahmen der Veranstaltung werden wie in jedem Jahr wieder einige der Biografien vorgestellt, die im Projekt „Gedenkbuch im Salmen“ erarbeitet wurden.

Samstag, 27. Januar, 17.00 Uhr
Salmen Offenburg, Lange Straße 52
Anmeldung erbeten unter 0781/82-2701 oder
Kostenlos

Freiburg: Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Befreiung von Auschwitz

Jährlich gedenkt die Stadt Freiburg am 27. Januar, dem Tag der Befreiung von Auschwitz, aller Opfer des Nationalsozialismus. Im Zentrum steht jeweils ein spezifisches Thema, das, wenn möglich, über Gespräche mit Zeitzeug_innen vermittelt wird. Organisiert wird die Gedenkveranstaltung in Zusammenarbeit mit zahlreichen Gruppen, Institutionen und Vereinen.

Eva Weyl: „Wozu Hass, Neid, Respektlosigkeit und Intoleranz führen können“

„Wozu Hass, Neid, Respektlosigkeit und Intoleranz führen können“ – darüber spricht die 88-jährige Zeitzeugin und Holocaust-Überlebende Eva Weyl aus Amsterdam, die als Kind mit ihrer Familie im Konzentrationslager Westerbork war. Ihr Großvater Willy Wolff war bis zu seiner Pensionierung Ende 1933 Direktor der Deutschen Bank in Freiburg. Nach der Pogromnacht 9.11.1938 floh er nach Arnheim, NL. Ihre Mutter und ihr Onkel Hans wurden beide in Freiburg geboren.

Programm

Begrüßung
Erster Bürgermeister Ulrich von Kirchbach

Vortrag
Eva Weyl, Zeitzeugin und Holocaust-Überlebende

Musik
Roglit Ishay, Klavier

Sonntag, 28. Januar, 19.30 Uhr
Ort: Kaisersaal des Historischen Kaufhauses am Münsterplatz
Die erforderliche Voranmeldung ist ab Montag, 8. Januar, unter www.eveeno.com/befreiung-auschwitz möglich. Der Eintritt ist frei, Einlass ist ab 19 Uhr.
Weitere Informationen: Kulturamt der Stadt Freiburg, 0761 201 2101,

Offenburg: Kuratorinnenführung „Auftakt des Terrors“

Im Rahmen der Führung informiert Co-Kuratorin Luisa Lehnen, wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Lernort Kislau e.V., über Entstehungsprozess, Aufbau sowie zentrale Inhalte der Schau und bietet den Teilnehmer:innen Hilfestellungen bei deren eigenständiger Erkundung. Dabei geht sie auch auf jene Ausstellungstexte- und Bilder ein, die dem badischen Konzentrationslager Kislau gewidmet sind.

Sonntag, 4. Februar, 11.30 Uhr
Salmen Offenburg, Lange Straße 52
Anmeldung erbeten an oder Tel. 0781 822701
Kostenlose Führung mit Luisa Lehnen
Eintritt Sonderausstellung: 2 €

Offenburg: Kulturpause „Popart und Geschichte: Das Kunstwerk am Salmen – Kurzführung in der Mittagspause“

Die Litfaßsäule vor dem Offenburger Salmen wirbt für Freiheit. Gestaltet wurde sie vom Künstler Moritz Götze aus Halle in den kräftigen Farben der Pop-Art-Kunst. Welche Motive hat der Künstler verwendet? Eine 15-minütige Kurzführung soll Ihnen in ihrer Mittagspause Lust auf mehr machen.

Donnerstag, 15. Februar, 12.30 Uhr
Salmen Offenburg, Lange Straße 52
Kurzführung
Eintritt frei

Neue Webseite „juedisches-leben-in-emmendingen“ des Vereins für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen e.V.

Der Verein für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen e.V. präsentiert seit Januar 2024 die neue Website

https://juedisches-leben-in-emmendingen.de

Sie basiert auf der umfassenden Datenbank des Gedenkbuches in der Medienstation im Jüdischen Museum. Die komplexe Datenbank wird nun für eine breite Öffentlichkeit weltweit zugänglich und jederzeit nutzbar.

Aktuell enthält das Gedenkbuch biografische Einträge zu 534 Personen mit Bezug zu Emmendingen, die den NS-Terror ab 1933 erleiden mussten, und berichtet über ihr Lebensschicksal. Erinnert wird aber nicht nur an die Menschen, die in Lagern starben oder ermordet wurden, sondern auch an die Menschen, die den NS-Terror überlebt haben. Die Nutzer*innen der Website erhalten umfangreiche Informationen
über das Verfolgungsschicksal der porträtierten Menschen. Zahlreiche Dokumente, Fotos, Videos, Interviews und Audiodateien rufen die Menschen in Erinnerung und leisten einen Beitrag dazu, sie im kulturellen Gedächtnis der Stadt, ihrer Bürger*innen und aller an jüdischem Leben in Emmendingen Interessierten zu bewahren.

Die Website „juedisches-leben-in-emmendingen“ ist eine Recherche- und Kommunikationsplattform und versteht sich als partizipatives Projekt. Weltweit können Nutzer*innen entsprechend ihren Bedürfnissen recherchieren. Sie sind eingeladen, am Aufbau eines Netzwerkes der Erinnerung mitzuwirken, ihr Wissen und ihre Erfahrung mit dem Projektteam zu teilen.
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Stellungnahme des Verbundes Gedenkstätten Südlicher Oberrhein zum Krieg in Israel und dem Gaza-Streifen (15.11.23)

Die abscheulichen Anschläge durch die Hamas auf die israelische Zivilbevölkerung sind durch nichts zu rechtfertigen. Sie erinnern an dunkelste Zeiten des Judenhasses.

Unsere Gedanken sind bei den Opfern in Israel, sie sind auch bei den jüdischen Gemeinden in Deutschland, die von der großen Angst ergriffen sind, ebenfalls Opfer von Anschlägen zu werden.

Unsere Gedanken sind auch bei den Menschen im Gaza-Streifen. In Gaza leiden Israelis, die von der Hamas als Geiseln festgehalten werden, ebenso wie die Zivilbevölkerung, darunter unzählige Jugendliche und Kinder, die als menschlicher Schutzschild missbraucht wird.

Jeglicher Form von Antisemitismus müssen wir entschlossen und vereint entgegentreten, ebenso wie antimuslimischem Rassismus, der nicht nur in rechtsextremen Parteien und Gruppierungen in Deutschland gerade exzessiv verbreitet wird. Menschlichkeit endet nicht an den Grenzen von Religionen, von Ländern oder Herkunft. Menschlichkeit, das Mensch-Sein, die Würde des Menschen, sie verbindet uns alle und allen steht sie zu.

Terror und Gewalt dürfen nicht das letzte Wort haben! Wir hoffen auf besonnene Ratgeber, die ihren Regierungen Wege aufzeigen, die aus der sich immer schneller drehenden Spirale der Gewalt herausführen, die nicht nur den Nahen Osten bedroht, sondern die ganze Welt.

Außerdem möchten wir auf den Bericht der BZ zu unserer Veranstaltung „Über Israel reden“ mit Meron Mendel verweisen. Hier geht es zum Artikel.

Webtalk-Reihe „Freiburg und die Region in der Zeit des Nationalsozialismus“

Die von den Nationalsozialist:innen erzwungene Stärkung der „Volksgemeinschaft“ bedeu-
tete auch in Freiburg und in der Region die Verdrängung und Verfolgung verschiedener
Bevölkerungsgruppen. Mehr als ein Dreivierteljahrhundert nach dem Ende des Zweiten Welt
kriegs soll an Beispielen untersucht werden, wie weit die beteiligten Akteur:innen und die
Stadt Freiburg ihre Vergangenheit im Nationalsozialismus aufgearbeitet haben. Die Webtalks
beleuchten die NS-Zeit aus unterschiedlichsten Perspektiven und fragen nach den – teilweise
unvollständigen oder widersprüchlichen – „Erinnerungsfiguren“ (Jan Assmann), die das Selbstver-ständnis und die Erinnerungskultur in Freiburg und der Region bis heute maßgeblich prägen. Weitere Details im Flyer der Reihe

„Aber die Vorstellung, irgendwann sei das dann doch mal ausge-forscht, ist ja irrig, nicht nur in der NS-Geschichte. Mit jeder Gene-ration stellen sich neue Fragen, darauf antworten die Historiker. Sonst gäbe es ja auch gar keine neuen Studien zur Geschichte… Das Problem der NS-Geschichte ist eher, dass sich hierzu die meis-ten, nicht nur in Deutschland, eine Meinung gebildet haben, aber ohne tatsächlich viel darüber zu wissen.“

Prof. Dr. Ulrich Herbert, in: Badische Zeitung vom 8.3.2021

Bild (Ausschnitt): Augustinermuseum Freiburg, Sammlung Fehrenbach, Inv. 2016/0.81

Mittwoch, 8. November I 13. Dezember I 24. Januar 2024 I 7. Feburar 2024, je ab 20:15
Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung BW, Außenstelle FR
Kooperationspartner: Colloqium Politicum, Städtische Museen Freiburg, Verbund Gedenkstätten südlicher Oberrhein, Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Gedenkstätteninitiativen in Ba-Wü
Virtueller Ort: Link zu Big Blue Button
Moderation: Julia Wolrab, wissenschaftliche Leiterin des Dokumentationszentrums Nationalsozialismus Freiburg & Jost Grosspietsch,Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Gedenkstätteninitiativen in Ba-Wü

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