Europäischer Tag der Jüdischen Kultur 2022

Am Sonntag, den 4. September 2022, findet in 30 Ländern gleichzeitig der Europäische Tag der Jüdischen Kultur statt. In diesem Jahr lautet das Motto „Renewal“, „Erneuerung“. Der Tag trägt dazu bei, das europäische Judentum, seine Geschichte, seine Traditionen und Bräuche besser bekannt zu machen. Er erinnert an die Beiträge des Judentums zur Kultur unseres Kontinents in Vergangenheit und Gegenwart.
Auch die Gedenkstätten Südlicher Oberrhein bieten wieder ein breites Programm mit Führungen, Gesprächen, Vorträge, Konzerten und mehr.

Hier finden Sie die Angebote der Gedenkstätten:

Das Blaue Haus Breisach

Jüdisches Museum Emmendingen

Die Ehemalige Synagoge Kippenheim

Der Salmen in Offenburg

Die Ehemalige Synagoge Sulzburg

Die Gedenkstätte Vulkan ist keine jüdische Gedenkstätte und bietet somit kein Sonderprogramm an, ist aber wie immer frei zugänglich.

Kippenheim: Europäischer Tag der Jüdischen Kultur 2022

In der Ehemaligen Synagoge Kippenheim findet zum Europäischen Tag der Jüdischen Kultur ein Konzert statt, außerdem eine Führung durch das jüdische Diersheim.

14-17 Uhr: Ehemalige Synagoge geöffnet

14 Uhr: Führung durch das jüdische Diersburg
mit Bernd Rottenecker
Treffpunkt: Diersburger Rathaus
Für den Besuch des jüdischen Friedhofs benötigen männliche Teilnehmer eine Kopfbedeckung

17 Uhr: Konzert mit Musik jüdischer Komponisten
mit Ulrich von Wrochem

Sonntag, 4. September 2022
Ehemalige Synagoge, Poststraße 17, 77971 Kippenheim und Rathaus Diersburg

Sulzburg: Europäischer Tag der Jüdischen Kultur 2022

Zum Europäischen Tag der Jüdischen Kultur am Sonntag, den 4. September gibt es in und um die Ehemalige Synagoge Sulzburg verschiedene Angebote.

14-18 Uhr: Tag der offenen Tür
mit umfangreichem Info-Angebot und Büchertisch

14 Uhr: Führung über den jüdischen Friedhof
Treffpunkt: Am Friedhof
männliche Teilnehmer bringen bitte eine Kopfbedeckung mit

15.30 Uhr: Gespräch mit Diskussion: „Erinnern an die Zeit des Nationalsozialismus im Markgräflerland“
mit Inge und Rolf Schuhbauer (Müllheim), Reinhold Hakenjos (Sulzburg), Jost Grosspietsch (Freiburg)

17 Uhr: Anmerkungen „Die Sulzburger jüdische Gemeinde und ihre Synagoge“
mit Jost Grosspietsch

Sonntag, 4. September 2022
Ehemalige Synagoge , Gustav-Weil-Straße 18, 79295 Sulzburg
Eintritt frei, Spenden erbeten

Breisach: Europäischer Tag der Jüdischen Kultur 2022

Das Blaue Haus Breisach beteiligt sich wie jedes Jahr am Europäischen Tag der Jüdischen Kultur, dieses Jahr zum Thema „Erneuerung“.

12-17 Uhr: Das Blaue Haus und die Dauerausstellungen sind geöffnet

13 Uhr: Führung I durch die Ausstellungen „Jüdisches Leben in Breisach 1931“ und „Nach der Shoah“ – Die Familie Eisemann vor und nach der Shoah
Treffpunkt: Blaues Haus im Veranstaltungsraum EG

13 Uhr: Führung II auf dem Alten Jüdischen Friedhof
Treffpunkt: Michael-Eisemann-Platz

15 Uhr: Vernissage der Ausstellung „Erinnerungen an Karl Wolfskehl“
Begrüßung – Christiane Walesch-Schneller
Einführung in die Ausstellung – Dr. Brigitte von Savigny
Gedichte von Karl Wolfskehl, gelesen von Josef Köllhofer und Heinzl Spagl

Sonntag, 4. September 2022
Das Blaue Haus Breisach, Rheintorstraße 3, 79206 Breisach

Emmendingen: Europäischer Tag der Jüdischen Kultur 2022

Der Verein für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen und die Jüdische Gemeinde Emmendingen K.d.ö.R. bieten mit freundlicher Unterstützung des Fachbereichs Kultur der Stadt Emmendingen ein breites Programm zum ETdJK am Sonntag, den 4. September 2022 an. Hier der Flyer

11-18 Uhr: Tag der offenen Tür

13 Uhr: Kurzführung zur jüdischen Geschichte der Stadt Emmendingen
mit Noemi Wertheimer und Carola Grasse
Treffpunkt: Schlossplatz

16 Uhr: Führung durch die Dauerausstellung in der Mikwe
mit Kuratorin Monika R. R. Miklis

Veranstalter: Verein für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen e.V.
Ort: Jüdisches Museum Emmendingen, Schlossplatz 7 und auf dem Schlossplatz
Eintritt frei, Spenden erbeten

11.30 Uhr:Vortrag und Gespräch „Das Schabbatjahr im Land Israel“
mit Rabbiner Yaakov Yosef Yudkowsky, Jüdische Gemeinde Emmendingen K.d.ö.R.

15 Uhr: Vortrag und Gespräch „Die Mikwe – Das Emmendinger Ritualbad damals und heute“
mit Monika R.R. Miklis M.A., Kuratorin des Jüdischen Museums Emmendingen

17 Uhr: Vortrag und Gespräch „Novels – literarische Neuerscheinungen jüdischer Autor:innen aus
den Jahren 2021 und 2022: Werke von Nicole Krauss, Jessica Durlacher, Rafael Seligmann, Gabriel Wolkenfeld, Yonatan Sagiv und Robert Menasse“
mit Dr. med. Ursula Hellerich, Dozentin am Jüdischen Lehrhaus Emmendingen

Veranstalter: Verein für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen e.V.
Ort: Simon-Veit-Haus, Kirchstraße 11, Teschemacher-Saal
Eintritt frei, Spenden erbeten

11-17 Uhr: Koscherer Wein und Sekt, Kaffee und Kuchen, Challa (Zopfbrot zu den jüdischen Feiertagen) und Humus
im Simon-Veit-Haus, Kirchstraße 11

14 Uhr: Führung durch die Synagoge
mit Rabbiner Yaakov Yosef Yudkowsky, Jüdische Gemeinde Emmendingen K.d.ö.R
in der Synagoge, Landvogtei 11

Veranstalter: Jüdische Gemeinde Emmendingen K.d.ö.R.
Ort: Simon-Veit-Haus, Kirchstraße 11 und Synagoge, Landvogtei 11
Eintritt frei, Spenden erbeten

19 Uhr: Konzert mit Michael Heitzler`s Klezmer Band „Ode Haschem“
Michael Heitzler, Klarinette, Christian Gutfleisch, Piano, Thomas Lähns, Kontrabass und Daniel Schay, Schlagzeug

in Zusammenarbeit mit dem Kulturprogramm des Zentralrates der Juden in Deutschland und dem Fachbereich Kultur der Stadt Emmendingen
Ort: Altes Rathaus, Marktplatz 1, Bürgersaal
Eintritt frei, Spenden erbeten

Offenburg: Europäischer Tag der Jüdischen Kultur

Am Sonntag, den 4. September 2022 findet der Europäische Tag der jüdischen Kultur unter dem Motto „Renewal – Erneuerung“ statt. In Offenburg ist der Salmen den ganzen Tag über kostenlos zugänglich und es werden verschiedene Führungen angeboten.

11 Uhr: Führung über den Jüdischen Friedhof (90 min)
Treffpunkt: Aussegnungshalle Historischer Waldbachfriedhof

13.30 Uhr: Führung Mikwe
Treffpunkt: Mikwe, Glaserstraße 8

13.30 und 15.30 Uhr: Führung Salmen, Themenschwerpunkt Jüdische Geschichte (90 min) – bitte 15 Minuten früher vor Ort sein

Sonntag, 4. September 2022
11-17 Uhr: freier Eintritt in den Salmen
Lange Straße 52, Offenburg
Anmeldung für die Führungen unter 0781-82 2577 oder per Mail an

Neue Medienstation in Emmendingen

Entwicklung digitaler Formate zur Wissens- und Informationsvermittlung

Der Verein für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen e.V. hat im Jahr 2021 eine Medienstation „Jüdisches Leben in Emmendingen“ für die Dauerausstellung im Erdgeschoss des Jüdischen Museums gestaltet.

Seit März 2022 steht sie den Besucher:innen des Museums zu den regulären und besonderen Öffnungszeiten für ihre persönlichen Recherchen zur Verfügung. Sie unterstützt die Vermittlungsarbeit des Trägervereins durch ein digitales Format. Im Rahmen der gedenkstättenpädagogischen Vermittlungsarbeit können junge Menschen bei Führungen oder im Rahmen selbstständiger Recherchen das digitale Angebot der Medienstation nutzen. Sie können eigene Zugänge zur jüdischen Geschichte der Stadt Emmendingen und zur Erinnerungsarbeit finden und gestalten.

Die Medienstation gliedert sich in die drei Hauptbereiche „Erinnerung“, „Neubeginn“ und „Vermittlung“. Im Hauptmenüpunkt „Erinnerung“ finden sich die Unterrubriken „Menschen“, „Gemeindeleben“, „Politik und Gesellschaft“, „Kultur und Freizeit“, „Ökonomie“, „Zerstörung der Gemeinde“ und „Zeichen der Erinnerung“. Unter der Unterrubrik „Menschen“ können sich die Nutzer:innen mit den Lebensgeschichten Emmendinger Jüdinnen und Juden vertraut machen.

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Emmendingen: Neue Wechselausstellung „Von Pessach bis Schawuot“

Am 15. Mai 2022, dem Internationalen Museumstag, wurde die neue Ausstellung im Rahmen des Jubiläumsprogramms „25 Jahre Jüdisches Museum Emmendingen“ eröffnet.

Die Besucher*innen werden anhand von Objekten mit den Festen Pessach und Schawuot sowie der dazwischen liegenden Omer-Zeit vertraut gemacht.
Vor einigen Wochen wurde mit dem Pessach-Fest an den Auszug aus der Slaverei in Ägypten erinnert. Jetzt bereiten sich religiöse Jüdinnen und Juden auf das bevorstehende Schawuot-Fest vor. Beide Feste gehörten zur Zeit des Tempels mit dem Laubhüttenfest zu den drei Wanderfesten zum Heiligtum in Jerusalem. Die Omer-Zeit verbindet das Pessach-Fest mit dem Fest „Schawuot“ (hebr. „Wochen“), das Fest der körperlichen Befreiung mit dem Fest der geistigen Erhebung. Vom zweiten Tag Pessach an sollen nach jüdischem Gesetz 49 Tage, somit 7 Wochen, gezählt werden. Ein Omer-Kalender veranschaulicht dies in der Ausstellung. Auf den 50. Tag fällt das „Wochenfest“, das daher seinen Namen erhält. Es ist das Fest der Toragebung. Mosche empfing vom Ewigen die Gesetze und gab sie an die Israeliten weiter.
Die Israeliten erklärten sich auf dem Berg Sinai dazu bereit, die Gesetze der Tora anzunehmen, so steht es in den fünf Büchern von Mosche. Eine kleine Übungs-Tora-Rolle bereichert die Ausstellung, sowie Torawickelbänder mit Hebräischen Stickereien.

Foto (Detail): Monika Rachel Raija Miklis

Laufzeit: 15. Mai bis 31. Juli 2022
Jüdisches Museum Emmendingen, Schlossplatz 7
https://www.juedisches-museum-emmendingen.de/

Antisemitismus – nicht mit uns!

Wir, Schüler*innen der BFW1-2, mit Wurzeln aus 11 verschiedenen Kulturkreisen und Nationen, haben zusammen mit unserer Lehrerin Sandra Butsch ein Projekt gegen Antisemitismus erarbeitet.
Im Geschichtsunterricht haben wir unsere eigenen Familiengeschichten recherchiert und präsentiert. Die wunderschönen, spannenden und zum Teil auch traurigen Geschichten, die dabei zustande gekommen sind, wurden als Tora gestaltet und geschrieben.
Mit einem Workshop gegen Antisemitismus und einem Besuch der egalitären jüdischen Gemeinde Gescher e.V. haben wir viel über Antisemitismus früher und heute, aber auch jüdische Kultur, die Religion und vor allem die Tora und ihre Geschichten gelernt. Eine Erkenntnis war, dass sich menschliche Geschichten, egal wann und wo sie sich abspielen, sehr ähneln, man diese vergleichen und Schlüsse ziehen kann. Wir wollten deshalb unsere Geschichten, auch wenn sie sich in einem anderen Kulturkreis und zum Teil vor den Hintergründen einer anderen Religion abgespielt haben, als Zeichen des Interesses, der Solidarität und des Widerstandes gegen Vorurteile und Klischees in der Form einer Tora präsentieren.
Unsere Familien haben fast alle bereits Ausgrenzung und Rassismus, Vertreibung und Flucht erlebt. Die Folgen von Antisemitismus sind für uns nachfühlbar und wir begreifen durch die historische Auseinandersetzung mit dem Thema die dunklen Seiten der deutschen Geschichte, aber auch gesellschaftliche Strukturen und Probleme in der Bundesrepublik Deutschland besser.

Hier sehen Sie das Video zum Projekt:

Die Nahost-AG des Walter-Eucken-Gymnasiums Freiburg:

Dyar Abdi, Mohammed Abdo, Mikail Bayri, Kenza-Zineb Begoug, Khalid Faqraoui Fafhri, Isabella Gärtner, Chiara Henny, Nadja Hodroj, Zoe Aileen Holler, Grace Mengi, Jennifer Miemczok, Nico Möhr, Marcel Nübling, Özlem Palta, Alicia Rothmann, Samsan Sivasan, Marie-Luise Spindler, Karina Togayeva, Ngoc Han ran, Bleona Zhegrova mit Lehrerin Sandra Butsch

Foto: Stadtarchiv Freiburg | Ingo Schneider | Bild-Nr.: 123663711

Freiburg: Webtalk-Reihe „Freiburger Vereine und Verbände in der Zeit des Nationalsozialismus“

Dem Totalitätsanspruch und der Vereinnahmung durch den Nationalsozialismus konnte sich kein Verein entziehen. Geprägt von Hitlers Ideologie der Gleichschaltung gab es für die meisten nur zwei Möglichkeiten: Anpassung oder Auflösung. Doch die Wege zur Gleichschaltung waren sehr unterschiedlich. Mehr als ein Dreivierteljahrhundert nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs soll an ausgewählten (Freiburger) Beispielen beleuchtet werden, wie weit einzelne Vereine und Verbände ihre Vergangenheit im Nationalsozialismus aufgearbeitet haben. Wie gut sind die Versuche ihres Arrangements mit und ihr Widerstand gegen den Nationalsozialismus dokumentiert? Die Webtalks erzählen diese Geschichten und stellen „Erinnerungsfiguren“ (Jan Assmann) zur Diskussion. Weitere Details im Flyer Web-Talk-Reihe

Foto (Detail): Stadtarchiv Freiburg I Ingo Schneider I Bild-Nr.: 123663711

Mittwoch, 4. Mai I 18. Mai I 1. Juni I 6. Juli, je ab 20:15
Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung BW, Außenstelle FR
Kooperationspartner: Colloqium Politicum, Städtische Museen Freiburg, Verbund Gedenkstätten südlicher Oberrhein, Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Gedenkstätteninitiativen in Ba-Wü
Virtueller Ort: Link zu Big Blue Button
Moderation: Julia Wolrab, wissenschaftliche Leiterin des Dokumentationszentrums Nationalsozialismus Freiburg & Jost Grosspietsch,Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Gedenkstätteninitiativen in Ba-Wü