Foto: Stadtarchiv Offenburg

Offenburg/Bohlsbach: Gedenkveranstaltung

Für die erschossenen französischen Resistance-Kampferinnen Henriette Amable, Lucienne Barnet, Marie-Therese Mengel und Simone Pauchard
Die vier Französinnen Henriette Amable, Lucienne Barnet, Marie-Thérèse Mengel und Simone Pauchard gehörten dem „Réseau Alliance“, einer etwa 3000 Mitglieder umfassenden französischen Widerstandsgruppe an, die sich gegen die Besatzung durch Nazi-Deutschland wehrte. Sie auskundschafteten geheime Rüstungsfabriken und pflegten Kontakte zu den Alliierten. Im Herbst 1943 wurden die vier Frauen von der Gestapo verhaftet und in verschiedene französische Gefängnisse gebracht. Nach einigen Zwischenstationen kamen sie ins Offenburger Gefängnis. Am 27. November holten der berüchtigte SS-Obersturmführer Gehrum und seine Schergen die Frauen aus dem Gefängnis und transportierten sie in den Wald. Ohne Gerichtsverfahren wurden sie am Straßenrand durch Genickschuss umgebracht und verscharrt.

Weitere Veranstaltungen im Rahmen von „Terror, Widerstand, Befreiung. 75 Jahre dem Kriegsende entgegen 1944/45“: 75Jahre_Kriegsende_Web

Mittwoch, 27. November 2019, 11 Uhr
Veranstalter: Ortsverwaltung Bohlsbach, Kulturförderverein Bohlsbach
Veranstaltungsort: Beim Wanderparkplatz zwischen Rammersweier und Durbach

Offenburg/Rammersweier: Gedenkveranstaltung

Für die ermordeten elf Resistance-Kampfer aus Thann und Umgebung
Im Oktober 1944 ermordete die Gestapo elf französische Widerstandskämpfer, überwiegend aus Thann im Elsass. Sie hatten sich mit anderen vor der Zwangsrekrutierung versteckt, wurden aufgespürt und über Mulhouse und Freiburg ins Offenburger Gefängnis verschleppt. Am 6. Dezember 1944 um 15.30 Uhr wurden sie von Gestapochef Schöner und drei weiteren Gestapoleuten aus dem Gefängnis geholt, auf einem Lastwagen nach Rammersweier transportiert und dort im Gewann Thalebuckel durch Genickschuss brutal ermordet. Danach warf man sie in einen Bombentrichter des ehemaligen Exerzierplatzes. Keiner der beteiligten Gestapo-Leute wurde juristisch belangt. Erst zwei Jahre später wurden die Überreste der Toten geborgen und dann in Thann beigesetzt. Seit 1995 gedenkt die Ortsverwaltung Rammersweier mit dem Ortschaftsrat und dem Gemeinderat aus der Partnergemeinde Vieux-Thann gemeinsam bei einer Gedenkfeier am Mahnmal an dieses schreckliche Verbrechen.

Weitere Veranstaltungen im Rahmen von „Terror, Widerstand, Befreiung. 75 Jahre dem Kriegsende entgegen 1944/45“: 75Jahre_Kriegsende_Web

Freitag, 6. Dezember 2019, 15 Uhr
Veranstalter: Ortsverwaltung Rammersweier
Veranstaltungsort: am Thalebuckel

Blaues Haus Breisach

Breisach: jour fixe musical – Zensur und Verbot

Unter dem Motto: „Musikalische Raritäten zum Thema Verfolgung – Widerstand – Exil“ hat im September 2018 im Blauen Haus Breisach die Reihe „Jour fixe musical“ begonnen, bei der in erster Linie von den Nazis verfemte Komponisten und Interpreten zu Worte kommen. Die Programmfolgen widmen sich aber ebenso Werken von Komponisten, die Widerstand geleistet haben oder von Künstlern, die in anderem geschichtlichen Zusammenhang verfolgt wurden oder ins Exil gehen mussten.

Alexander Vassiliev Rezitation | Felix Borel Violine – Improvisationen | Texte von Daniil Charms, Kazimir Malevič und Velimir Chlebnikow – russisch und deutsch gelesen. Original Tondokumente Velimir Chlebnikow und Kazimir Malevič. Musikalische Improvisationen (Violine)

Weitere Veranstaltungen in dieser Reihe:Veranstaltungsübersicht Breisach 2019-20

Sonntag, 8. Dezember 2019, 18 Uhr
Breisach, Blaues Haus
Eintritt frei

Blaues Haus Breisach

Breisach: Jour fixe musical 15 – Geige im Exil Folge II

Unter dem Motto: „Musikalische Raritäten zum Thema Verfolgung – Widerstand – Exil“ hat im September 2018 im Blauen Haus Breisach die Reihe „Jour fixe musical“ begonnen, bei der in erster Linie von den Nazis verfemte Komponisten und Interpreten zu Worte kommen. Die Programmfolgen widmen sich aber ebenso Werken von Komponisten, die Widerstand geleistet haben, so zum Beispiel von Adolf Busch, oder von Künstlern, die in anderem geschichtlichen Zusammenhang verfolgt wurden oder ins Exil gehen mussten:

Muriel Cantoreggi Violine | Raphael Sachs Viola
Kompositionen von Ernest Bloch, Ernst Toch und Nikos Skalkottas (sowie vom Tonband: Hommage à Fritz Kreisler)

Sonntag 12. Januar 2020, 18 Uhr (Dauer ca. 1 Std.)
Breisach, Blaues Haus
Eintritt frei

Foto: Stadatarchiv Offenburg

Salmen: „Ausgegrenzt. Vernichtet. Geflohen“. Das Schicksal der jüdischen Gemeinde Offenburg.“

Am 22. Oktober 1940 besiegelte die Deportation nach Gurs das Ende der jüdischen Gemeinde unserer Stadt. Aus Offenburg wurden rund 100 Menschen in der Turnhalle der Oberrealschule, dem heutigen Schiller-Gymnasium, zusammengetrieben. Von dort mussten sie den Weg zum Bahnhof für die Fahrt nach Südfrankreich antreten.

Die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger und das Unrecht, das ihnen geschehen ist, soll in Erinnerung behalten werden. Deshalb zeigt der Fachbereich Kultur im Aufgang des Salmen die Sonderausstellung „Ausgegrenzt. Geflohen. Vernichtet.“ Das Schicksal der Offenburger jüdischen Gemeinde.
Der Fokus der Ausstellung liegt auf der Darstellung der Verfolgung und Auslöschung der jüdischen Gemeinde während der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft. In verschiedenen bildlichen und textlichen Zeugnissen der Menschen wird eine für immer vernichtete Lebenswelt ein kleines Stück aus der geschichtlichen Dunkelheit gerissen. Über diese rekonstruierten Biografien sollen die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger und das Unrecht, das ihnen geschehen ist, in Erinnerung bleiben.

Weitere Veranstaltungen im Rahmen von „Terror, Widerstand, Befreiung. 75 Jahre dem Kriegsende entgegen 1944/45“: 75Jahre_Kriegsende_Web

Sonderöffnungszeiten:
26. & 27. Januar 2020, jew. 14-17 Uhr
Offenburg, Salmen / Foyer, Lange Straße 52
Eintritt frei

Foto: Wikimedia Commons /Bundesarchiv, Bild 183-N0827-318; CC-BY-SA 3.0

Offenburg: Ökumenischer Gottesdienst zum Tag des Gedenkens an alle Opfer des Nationalsozialismus

Im Mittelpunkt des Ökumenischen Gottesdienstes steht das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus im Mittelpunkt. Drei Jugendliche tragen die Biografien von ehemaligen Offenburger Juden vor, die sie im Rahmen des museumspädagogischen Projektes „Gedenkbuch im Salmen“ im Stadtarchiv recherchiert haben.

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Sonntag, 27. Januar 2020, 18 Uhr
Veranstalter: Arbeitskreis Christlicher Kirchen Offenburg
Veranstaltungsort: St.-Andreas-Kirche, Hauptstr. 75 blockquote>

Foto: Wikimedia Commons /Bundesarchiv, Bild 183-N0827-318; CC-BY-SA 3.0

Concertino Offenburg – 75 Jahre nach der Befreiung des KZ Auschwitz

Das Concertino Offenburg nimmt den 75. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz am 27.01.1945 zum Anlass, mit einem Konzert daran zu gedenken. Hanns Eislers allerletztes Werk „Ernste Gesänge“ nimmt unverkennbar Bezug auf die „Vier ernsten Gesänge“ von Johannes Brahms. Während Brahms mit drei alttestamentarischen Texten pessimistisch begann, um sich dann dem Neuen Testament zuzuwenden und dem Zyklus so eine positive Perspektive ans Ende zu stellen, thematisiert Eisler zunächst Aspekte wie Heimatlosigkeit, Trauer, Verzweiflung und Todesnähe, um schließlich im letzten Gesang eine Vision „künftigen Glückes“ zu vertonen. Der litauische Bariton Modestas Sedlevicius ist einer der herausragendsten baltischen Sänger seiner Generation. Die „Ernsten Gesänge“ von Eisler hat er bereits 2018 mit dem Concertino mit großem Erfolg aufgeführt.
Weiter auf dem Programm steht u.a. eine „Suite aus den Orchesterwerken“ von Johann Sebastian Bach, zusammengestellt von Gustav Mahler, mit Texten zum Gedenken, gesprochen von einer Klasse der Freien Waldorfschule Offenburg.

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Sonntag, 27. Januar 2020, 19 Uhr
Veranstalter: Kulturbüro und Concertino Offenburg
Veranstaltungsort: Freie Waldorfschule, Saal Leitung: Dieter Baran
Kosten: Der Eintritt ist frei um einen Unkostenbeitrag wird am Ausgang gebeten.
Foto: Wikimedia Commons /Bundesarchiv, Bild 183-N0827-318; CC-BY-SA 3.0

Foto: wikpedia

Offenburg: Gesprächsrunde. Hindenburg, Erzberger und der politische Mord von rechts. Was wir aus der Geschichte der Weimarer Republik lernen können

Carmen Lötsch im Gespräch mit Dr. Christoph Reichelt, Präsident des Landgerichts Offenburg, Dr. Christopher Dowe, Haus der Geschichte Baden-Württemberg,
Dr. Wolfgang M. Gall, Archiv und Museum im Ritterhaus Offenburg und Dr. Heinrich Schwendemann, Historisches Seminar der Universität Freiburg.

Auf Beschluss des Gemeinderats erhalten die Straßenschilder an der Hindenburgstraße am 30. Januar 2020 eine Zusatzerläuterung. Sie erinnert an die verhängnisvolle
Rolle des damaligen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg bei der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler vor 87 Jahren. Vor dem Eingang des Landgerichts Offenburg wird eine Informationstafel über den 1921 in Bad Griesbach von zwei Rechtsradikalen ermordeten Reichsminister Matthias Erzberger aufgestellt. Sie erinnert daran, dass Hindenburg mit der Amnestie-Verordnung von 1933 alle rechtsradikale und nationalsozialistische Täter vor der Strafverfolgung schützen wollte, worunter auch die beiden Erzberger-Mörder Tillessen und Schulz fielen. Erst Jahre nach dem Krieg konnten die beiden Täter schließlich verurteilt werden.
Im Anschluss an die Einweihung der Tafel findet eine Gesprächsrunde statt. Sie beschäftigt sich mit dem rechtsmotivierten politischen Mord an Erzberger,
den rechtsextremen Milieus, deren Unterstützer und Sympathisanten und stellt die Frage, welche Lehren wir aus Weimar für heute ziehen können.

Donnerstag, 30. Januar 2020, 17 Uhr
Landgericht Offenburg, Hindenburgstr. 5
Veranstalter: Fachbereich Kultur und Landgericht Offenburg
Eintritt frei

ehemalige Synangoge Kippenheim

Kippenheim: Konzert mit chorus delicti und Lorenz Stiegeler

Singen gegen den Wahnsinn, gegen die Kälte, wenn die Angst uns lähmt.
Singen, weil noch nicht alles erklungen ist, weil Schönheit sich entfalten will
in jedem Werk, auf vielfältige Weise.
Alt und neu, vertraut und fremd, hier und dort
ertönt Gesang.

….so auch von „chorus delicti“: authentisch und multikulturell mit Einflüssen aus afrikanischer und lateinamerikanischer Musik, europäischer Klassik und Volksmusik sowie Jazz und Pop. Lieder aus Lennie Bernstein’s Westside Story, Bertolt Brecht’s und Kurt Weill’s „Dreigroschen – Oper“, Songs von Sting, Elton John, Pharrell Williams, John Lennon, George Shearing, Astor Piazzola, Stevie Wonder u. a. Durchsichtig, mitunter schwebend, dann wieder erdig und bodenhaftend – je nach der Art des Liedes – interpretiert der Chor sein breites Repertoire und gestaltet es immer wieder neu.
chorus delicti freut sich, Lorenz Stiegeler , den Crooner am Klavier, für dieses Konzert gewonnen zu haben. Er ergänzt und bereichert den Abend mit eigenen Songs, professionell und authentisch, zuweilen erinnernd an Billy Joel, Mose Allison oder Diana Krall. Die Begegnung von Chor und Pianist im gemeinsamen Musizieren ist ein Höhepunkt des Abends.

Sonntag 9. Februar 2020, 17 Uhr
Ehemalige Synagoge Kippenheim, Poststraße 17
Eintritt frei, Spenden erbeten
Foto: Manfred Sickmann, Lahr

Foto: Stadtarchiv Offenburg

Offenburg: Gedenkveranstaltung in Erinnerung an die Ermordung von Häftlingen der Außenstelle des KZ Natzweiler in Offenburg

Im März 1945 wurden ca. 600 Häftlinge aus dem Konzentrationslager Flossenbürg nach Offenburg überstellt. Viele überlebten diesen Transport nicht. Von SS-Männern und Soldaten bewacht, mussten die restlichen Häftlinge unter Todesgefahr die durch alliierte Bombenangriffe beschädigten Bahnanlagen reparieren und Blindgänger entfernen. Ihre Lebensbedingungen waren verheerend. Viele starben an Hunger, Krankheit, Erschöpfung oder wurden durch Kriegseinwirkungen oder ihre Bewacher getötet. Bevor das Kommando am 13. April 1945 in Richtung Donaueschingen abzog, erschlugen Aufseher am 12. April 1945 41 kranke Häftlinge auf bestialische Weise. Unmittelbar in der Nähe des Tatorts in der Prinz–Eugen-Straße / Nordoststadt befindet sich heute die Erich-Kästner-Realschule, die mit einer Gedenktafel an dieses Massaker erinnert.
Gemeinsam mit dem Stadtarchiv Offenburg und dem Bunten Haus gedenken die Lehrer*innen und Schüler*innen der Erich-Kästner-Realschule dieses Verbrechens.
Die Enkelin eines belgischen Widerstandskämpfers der unter den Häftlingen war und dessen Todesumstände bis heute ungeklärt sind wird über ihre Suche nach Antworten berichten.

Sonntag, 29. März 2020, 11 Uhr
Erich-Kästner-Realschule, Prinz-Eugen-Straße 76
Veranstalter: Erich-Kästner-Realschule in Kooperation mit dem Stadtarchiv Offenburg
Eintritt frei