Jüdischer Friedhof Offenburg_Foto: K. Schlessmann

Die Lebensaufgabe

Felix Rottberger hat den Holocaust überlebt und kämpft gegen das Vergessen: […] Heute ist Rottberger längst im Ruhestand. Trotzdem bückt er sich bei einem Spaziergang über den Friedhof, um ein Stück Holz aufzuheben, das zwischen den Gräbern herumliegt. Auf dem Weg zum Mülleimer geht Rottberger am Grab des Orientalisten Gustav Weil entlang, der die Märchen von Tausend und einer Nacht erstmals ins Deutsche übersetzt hat. Vorbei am Denkmal für 30 Freiburger Juden, die im Ersten Weltkrieg für Deutschland gefallen sind. „Das war der Dank des Vaterlands“, sagt Rottberger. Ein paar Schritte weiter steht ein weiteres Denkmal. Sechs Särge aus Stein, die in der Mitte die Umrisse eines Davidsterns freilassen, erinnern an sechs Millionen Jüdinnen und Juden, ermordet durch dasselbe Vaterland, wenige Jahre später. Rottberger hat überlebt. Weiterlesen: 2021-08-17_Ortenau_Seite_24

ehemalige Synangoge Kippenheim

Presse: Auf Spurensuche unterwegs in Kippenheim

Für die zweiteilige Sendung »In Deutschland Juden, in Israel Deutsche«, die am 16. und 17. September im SWR zu hören ist, war der Berliner Reporter Igal Avidan in Kippenheim unterwegs. Aufmerksam auf den Ort und seine jüdische Geschichte wurde er durch Robert Krais, der unter anderem stellvertretender Vorsitzender des Deutsch-Israelischen Arbeitskreis (DIA) ist. Er hatte ihn bei der Recherche über den aus Kippenheim stammenden, israelischen Unternehmer Stef Wertheimer kennengelernt. Weiterlesen: lahrer-zeitung-07-08-2021

Führung über den jüdischen Friedhof Schmieheim

Bei einem Gang durch den jüdischen Friedhof bei Schmieheim mit seinen über 2500 Gräbern lässt sich die wechselhafte Geschichte der Juden der Ortenau ablesen. Die ehrwürdige Grabstätte wurde 1682 angelegt, als sich die ersten jüdischen Familien nach den Vertreibungen im Mittelalter wieder in der Region niederlassen durften. Ihr Mittelpunkt war der Friedhof in Schmieheim, den sie „Gut Ort“ oder Haus der Ewigkeit (hebr. „Beth Olam“) nannten. Der älteste bekannte Grabstein stammt aus dem Jahr 1701. Er trägt, wie die anderen Grabmale aus dem 18. Jahrhundert, nur hebräische Schriftzeichen. Ab 1850 wird immer mehr lateinische Buchstaben für die Grabinschriften verwendet. Interessant sind die Symbole, die manche Grabsteine tragen. Sie verweisen auf die rituellen Aufgaben, denen die Verstorbenen nachgingen aber auch auf ihre Ämter im jüdischen Gemeindeleben.
Männer müssen eine Kopfbedeckung tragen, gutes Schuhwerk wird empfohlen.
Bitte beachten: Es gelten die aktuellen coronabedingten Hygiene- und Abstandsregelungen, eine Begrenzung der Teilnehmerzahl sowie Maskenpflicht in Innenräumen.

Donnerstag 22. Juli 2021, 17 Uhr
Treffpunkt am Parkplatz beim Friedhof an der Straße von Schmieheim nach Wallburg.
Kontakt: Jürgen Stude 07807-957612;
Eintritt frei, Spenden erbeten

Mikwe Offenburg, Foto: Magdalena Schaaf

Offenburg: Mikwe-Führung

14 Meter unter dem heutigen Hofniveau des Anwesens Glaserstraße 8 befindet sich das älteste jüdische Bauwerk Südbadens – das Offenburger Judenbad (Mikwe). Es wurde von der hiesigen jüdischen Gemeinde errichtet. Hölzerne Stege leiten durch die Ausstellung, die drei Themenkomplexe aufgreift: Geschichte der Offenburger Juden vom Mittelalter bis in die Neuzeit, Baugeschichte und Datierungsprobleme, -Funktion eines jüdischen Ritualbads.
Die Mikwe kann auch im Rahmen der öffentlichen Innenstadtführung besichtigt werden. Termine dazu finden Sie hier: Flyer_Stadtführungen_Termine2021_web

Samstag, 21. August 2021, 10 Uhr
Treffpunkt: Offenburg, Historisches Rathaus, Hauptstraße 90
Anmeldung erforderlich unter 0781 82 2577 oder
Begrenzte Teilnehmerzahl
Es gelten die aktuelle Coronaregeln und Maskenpflicht
Eintritt frei

jüdisches Museum Emmendingen

Landeszuschuss hilft dem Museum

Bei den Neuwahlen des Vereins für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen wurden alle Vorstandsmitglieder in ihren Ämtern bestätigt: Carola Grasse bleibt Vorsitzende, Noemí Wertheimer Stellvertreterin, Monika Rachel Raija Miklis Schriftführerin und Andrea Kienzle Kassiererin. Helmut Reibold ist weiterhin Kassenprüfer. Für die ausgeschiedene Kassenprüferin Yaël Teschemacher-Barzilai wurde Bärbel Pietsch gewählt. Weiterlesen:Badische Zeitung_22.7.2021  oder auf BZ-Online oder Emmendinger Tor: Presse EM

Gegen Antisemitismus im Alltag

Antisemitismus ist nicht nur ein Thema, das im Geschichtsunterricht behandelt wird, sondern für viele Juden und Jüdinnen in Deutschland Alltag. Damit beschäftigt sich die Wanderausstellung „Du Jude!“, die derzeit im Kreisgymnasium Bad Krozingen zu sehen ist. Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums und der Max-Planck-Realschule kommen so auf eindrücklicheWeisemit verschiedenen Erscheinungsformen von Judenfeindlichkeit in Kontakt. Weiterlesen: 2021-07-22_Freiburg_Seite_27

Foto: Aufstehen gegen Rassismus

Sieben neue Stolpersteine

In Lahr erinnern 70 Stolpersteine an Opfer des Nationalsozialismus. Im Herbst kommt der Künstler Gunter Demnig nach Lahr, um weitere sieben Stolpersteine zu verlegen. Sie erinnern an den SPD-Mann Kamill Delfosse, die jüdische Familie Krause, Erich Rothmann, der zwangssterilisiert wurde sowie an Hedwig und Marlene Herbert. Weiterlesen: 2021-07-19_Ortenau_Seite_16