Breisach: Leichte Sprache in Vermittlung von Geschichte

Leichte Sprache folgt speziellen Regeln. Sie ist für Barrierefreiheit, Gleichstellung und Integration wichtig. Gabriele Hartmann, Übersetzerin im Forum Leichte Sprache des Vereins Lebensraum für Alle e. V., bietet einen praxisnahen Einblick. Dieser ist nicht nur für Museen und Ausstellungen zunehmend wichtiger, sondern gewinnt auch für die didaktische Vermittlung an Schulen und in Bezug auf Barrierefreiheit generell an Bedeutung. Am Beispiel der Ausstellung „Gurs 1940“ vor stellt sie Chancen und Herausforderungen vor.

Foto (Detail): Blaues Haus Breisach

Donnerstag, 5. Mai 2022, 18.30 Uhr
Blaues Haus Breisach, Rheintorstraße 3
Veranstaltung mit Gabriele Hartmann
Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Freiburg-Breisach-Gurs: Verortung der Deportationsgeschichte von Gurs 1940“
in Kooperation mit dem Dokumentationszentrum Nationalsozialismus Freiburg
Veranstaltung kostenfrei

Stadtarchiv Offenburg

Offenburg: Verlängerung der Ausstellung „Gurs 1940“

Die vom Haus der Wannsee-Konferenz konzipierte Ausstellung befasst sich mit dem Schicksal von tausenden Menschen, die am 22. und 23. Oktober 1940 in das Lager Gurs in Frankreich deportiert wurden. Viele fanden unter den katastrophalen Lebensverhältnissen im Lager den Tod, wenige konnten entkommen oder wurden gerettet. Die meisten aber wurden ab 1942 in das Vernichtungslager Auschwitz gebracht und dort ermordet.
Ergänzend zur Wanderausstellung widmet sich das Museum im Ritterhaus dem Schicksal der Offenburger jüdischen Gemeinde.
Anhand von Biografien werden die verschiedenen Aspekte der Verschleppung thematisiert.

verlängert bis 01. Mai, zu den Öffnungszeiten des Museums
Museum im Ritterhaus Offenburg, Ritterstraße 10
www.museum-offenburg.de
Es gelten die aktuellen Corona-Bestimmungen.

Emmendingen: Lesung „Geboren im KZ Bergen-Belsen“

Die 1905 in Polen geborene Jüdin Hélène Salamon kommt 1924 nach Frankreich. 1943 schließt sie sich dem Widerstand an, wird im Februar 1944 verhaftet, verhört, gefoltert, schließlich ins KZ Bergen-Belsen in Deutschland deportiert. Bei ihrer Ankunft im Lager ist sie im vierten Monat schwanger. Und nur von einem Gedanken beherrscht: Ihr Kind zur Welt zu bringen. Es gelingt ihr, die Schwangerschaft zu verbergen. Im Oktober 1944 wird ihre Tochter Yvonne im KZ geboren. Mutter und Tochter überleben die nächsten sechs Monate bis zur Befreiung, trotz der barbarischen Behandlung durch die Nazis, trotz des Hungers, des Schmutzes und der Krankheiten inmitten Zehntausender Todgeweihter. Yvonne Salamon erzählt diese unglaubliche Geschichte in einer Art Zwiegespräch der beiden Frauen: Die Zeitzeugin Hélène mit ihrem bewegenden Wahrheitsbericht, Yvonne auf der Suche nach ihrer eigenen Identität und bei der Erforschung ihrer Familiengeschichte.

Oberstudienrat i. R. Hans Zier hat das Buch aus dem Französischen ins Deutsche übersetzt und liest am Jom HaSchoa aus dem autobiografischen Werk. Zu Beginn der Lesung gibt der Historiker Markus Wolter eine kurze Einführung in die Geschichte des KZ Bergen-Belsen, das am 15. April 1945 durch britische Truppen befreit wurde. Das Buch ist im Anschluss an die Lesung an einem Büchertisch erhältlich.

Donnerstag, 28. April 2022, 19.30 Uhr
Teschemacher-Saal im Simon-Veit-Haus, Kirchstraße 11, Emmendingen
mit Hans Zier und Markus Wolter
Verein für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen e.V. in Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Emmendingen K.d.ö.R.
Eintritt frei, Spenden erbeten

Breisach: „In den Stunden des Neumonds“

Das Blaue Haus Breisach und das Bronislaw-Huberman-Forum laden zu einer dreiteiligen Literatur- und Musikveranstaltung ein.
Im ersten Teil liest Monja Sobottka aus „Saitensprünge“ von Hellmut Stern. Dazu werden Musikeinblendungen vom Israel Philharmonic und den Berliner Philharmonikern eingespielt. Im zweiten Teil spielt Viviane Hagner auf J.S. Bach bezogene Werke für Solovioline von Isang Yun und György Kurtág sowie die J.S.Bach Sonate g-moll. Abschließend spielt Ryo Yamanishi Klavierwerke von Viktor Ullmann, Leoš Janáček und Robert Schumann. Helmut Grieser und Gerd Heinz lesen Texte von Friedrich Hölderlin, Paul Celan, Georg Kreisler und Walter Mehring.

Samstag, 30. April 2022, 16 / 17.15 / 18.30 Uhr
Spitalkirche Breisach, Marienau 1
in Kooperation mit dem Bronislaw-Huberman-Forum
schriftliche Anmeldung erwünscht über
Die drei Teile können einzeln oder gesamt besucht werden.
Eintritt frei

ehemalige Synangoge Kippenheim

Kippenheim: Vortrag von Igal Avidan zu Mod Helmy

Der israelische Journalist Igal Avidan berichtet über das Leben des ägyptischen Arztes Mod Helmy, derjahrelang einer jüdischen Familie half, sich vor der Gestapo zu verstecken:

Die meisten Menschen in Nazi-Deutschland unternahmen nichts gegen die Judenverfolgung. Nur 600 wurden von Yad Vashem als Gerechte unter den Völkern geehrt, weil sie Juden gerettet hatten. Einer davon war ein Araber, der aus Ägypten stammte.
1922 kam Mod Helmy aus Kairo nach Berlin, um dort zu studieren. Arabische Studenten waren damals willkommen. Er schloss sein Medizinstudium ab und lernte eine junge Deutsche kennen, die die Frau seines Lebens werden sollte. Doch nach der „Machtergreifung“ 1933 änderte sich alles. Helmy verlor schließlich sogar seine Zulassung und wurde inhaftiert. Erst ab 1942 konnte er wegen des Ärztemangels wieder offiziell arbeiten. Jahrelang half er einer jüdischen Familie, sich vor der Gestapo zu verstecken. Igal Avidan spürt dieser einzigartigen Geschichte nach.

Igal Avidan hat seine Recherchen in seinem Buch „Mod Helmy – Wie ein arabischer Arzt in Berlin Juden vor der Gestapo rettete“ zusammengefasst, dass sich wie ein Roman liest und den Lesern vorführt, wie sich das Leben des Ägypters Helmy – trotz persönlicher Erniedrigung und Schikane – zu einer Mission gegen Stumpfsinn und Barbarei entwickelte.

Mittwoch, 27. April 2022, 19 Uhr
Ehemalige Synagoge Kippenheim, Poststraße 17
Vortrag von Igal Avidan
Veranstaltung kostenfrei

Stadtarchiv Offenburg

Offenburg: Führung „Gurs 1940“

Das Museum im Ritterhaus zeigt die Ausstellung „Gurs 1940“, die vom Haus der Wannsee-Konferenz konzipiert wurde.
Ergänzend zur Wanderausstellung widmet sich das Museum im Ritterhaus dem Schicksal der Offenburger jüdischen Gemeinde. Anhand von Biografien werden die verschiedenen Aspekte der Verschleppung thematisiert.

Sonntag, 24. April 2022, 11 Uhr
Museum im Ritterhaus Offenburg, Ritterstraße 10
mit Marion Herrmann-Malecha
Anmeldung erforderlich unter 0781 82 2577 oder
7€

Stadtarchiv Offenburg

Offenburg: Führung „Gurs 1940“

Das Museum im Ritterhaus zeigt die Ausstellung „Gurs 1940“, die vom Haus der Wannsee-Konferenz konzipiert wurde.
Ergänzend zur Wanderausstellung widmet sich das Museum im Ritterhaus dem Schicksal der Offenburger jüdischen Gemeinde. Anhand von Biografien werden die verschiedenen Aspekte der Verschleppung thematisiert.

Sonntag, 24. April 2022, 15 Uhr
Museum im Ritterhaus Offenburg, Ritterstraße 10
mit Jürgen Stude
Anmeldung erforderlich unter 0781 82 2577 oder
7€

Breisach: Filmmatinée „Die Sieben Schachteln“

Das Kommunale Kino Breisach zeigt den Dokumentarfilm „Die sieben Schachteln“ (2018) von und mit Dory Sontheimer, die auch bei der Aufführung anwesend sein wird. Einladung zur anschließenden Gesprächsrunde.

Foto (Detail): David Fontseca

Sonntag, 24. April 2022, 11 Uhr
Kommunales Kino, Engel Lichtspiele, Rheinstraße 10 Breisach
mit Dory Sontheimer
übliche Eintrittspreise

Freiburg / Breisach: Vortrag „Das Vermächtnis der Sieben Schachteln“

Dory Sontheimer hält in der Universtät Freiburg einen Vortrag über ihr Leben. Nach dem Tod ihrer Mutter entdeckte sie auf dem Dachboden des Elternhauses sieben Schachteln, die eine ihr bis dahin unbekannte Familiengeschichte aufweisen. Sie folgt den Spuren ihrer wenigen überlebenden Familienmitglieder nach Deutschland, insbesondere Freiburg, sowie Israel, Tschechien, Argentinien, Kanada, und den USA. Anschließend findet ein Gespräch zwischen ihr und Dr. Heinrich Schwendemann des Historischen Seminares statt.

Foto (Detail): David Fontseca

Freitag, 22.April 2022, 20 Uhr
Universität Freiburg, KG 1, Platz der Universität 3, Hörsaal 1015
Vortrag von Dory Sontheimer mit Heinrich Schwendemann
Mitveranstalter: Freundeskreis der Universität Freiburg
Vortrag kostenfrei

Emmendingen: Neue Wechselausstellung „Das Purim-Fest“

Am Sonntag, den 6. März eröffnet das Jüdische Museum Emmendingen eine Sonderausstellung zum Purim-Fest.

Der Name des Festes geht auf das Wort „Pur“ zurück, das „Los“ bedeutet. Das Fest erinnert an die Rettung der jüdischen Menschen im damaligen persischen Reich vor ca. 2500 Jahren durch die Jüdin Ester und ihren Onkel Mordechai. Die biblische Ester-Geschichte beschreibt: Mit G’ttes Hilfe, scharfem Verstand und weiblicher Intuition gelang es dieser Frau, ihren Mann, den mächtigen Perserkönig Achaschwerosch, von der Vernichtung ihres Volkes abzubringen. Durch ein Wunder kehrte sich das Schicksal um und der Initiator des Pogroms, der hinterhältige Haman, wurde letztlich selbst gerichtet. Das Böse kehrte sich zum Guten und allen Juden wurde Freude und Wonne zuteil.

In der jüdischen Tradition wird die Ester-Geschichte aus einer in hebräischer Sprache geschrieben Rolle im Abend- und Morgeng’ttesdienst vorgelesen. Dieses zusammengerollte Pergament liegt oft versteckt in einer meist kunstvoll verzierten Hülle (hebr. Megilla). Genauso versteckt ist G’tt, dessen Name nicht ein einziges Mal in der Rolle erwähnt wird und doch ist ER die ganze Zeit mit dabei. G`tt lenkt wie hinter einer Maske das Geschehen und rettet auf wundervolle Weise die Juden vor ihrer Vernichtung. Somit erklärt sich der Brauch, sich am Purim-Fest zu kostümieren.
Die Ausstellung zeigt neben lustigen Verkleidungsutensilien für Purim anschaulich einige Typen von Ester-Rollen.

Das Purim-Fest wird am 14. Tag des zweiten Adars gefeiert, ein Schaltmonat. Dieses Jahr fällt Purim auf den 16./17. März.

Foto (Detail): Monika Rachel Raija Miklis

Laufzeit: 6. März bis 15. April 2022 zu den Öffnungszeiten des Museums
Jüdisches Museum Emmendingen, Schlossplatz 7
https://www.juedisches-museum-emmendingen.de