Offenburg: Sonntagsführung „Ein Schmetterling auf dem Stacheldrahtzaun“

In dieser Führung werden die Umstände des Internierungslagers Gurs sowie einzelne Menschenschicksale erläutert.

Das Internierungslager Gurs lag am Rande der Pyrenäen in einer rauen Landschaft. Die Gefangenen im Lager konnten diese durch den Stacheldrahtzaun sehen, aber nicht erreichen. Das Lager war ein schrecklicher, menschenverachtender Ort. Die Juden, die nach einer 4tägiten Bahnfahrt ins Lager Gurs kamen, fanden dort Holzhütten, Morast, Enge und eine ungenügende Versorgung mit Nahrung und unzureichende hygienische Bedingungen vor. Viele Menschen starben an Unterernährung und an Krankheiten. Einige der Kinder im Lager wurden durch eine Kinderhilfsorganisation gerettet und in die Schweiz gebracht. Die jüdischen Menschen, die 1942 noch im Lager Gurs waren, wurden nach Auschwitz, Solibor oder Treblinka deportiert – in den Tod in diesen Konzentrationslagern.

Führung mit Marion Herrmann-Malecha
Sonntag, 19. Januar 2025, 11:15 Uhr
Salmen Offenburg,
Lange Straße 52, 77652 Offenburg
4€ Führungsgebühr, zzgl. ermäßigter Eintritt 5€

Web-Talk-Reihe: „Freiburg und der Kolonialismus. Vom Kaiserreich bis zum Nationalsozialismus“

Dritter Termin der Web-Talk-Reihe „Freiburg und die Region in der Zeit des Nationalsozialismus“

Die von den Nationalsozialist:innen erzwungene Stärkung der „Volksgemeinschaft“ bedeutete auch in Freiburg und in der Region die Verdrängung und Verfolgung verschiedener Bevölkerungsgruppen. Mehr als ein Dreivierteljahrhundert nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs soll an Beispielen untersucht werden, wie weit die beteiligten Akteur:innen und die Stadt Freiburg ihre Vergangenheit im Nationalsozialismus aufgearbeitet haben. Die Webtalks beleuchten die NS-Zeit aus unterschiedlichsten Perspektiven und fragen nach den – teilweise unvollständigen oder widersprüchlichen – „Erinnerungsfiguren“ (Jan Assmann), die das Selbstverständnis und die Erinnerungskultur in Freiburg und der Region bis heute maßgeblich prägen.

Moderation:
Julia Wolrab – wissenschaftliche Leiterin des Dokumentationszentrums Nationalsozialismus der Städtischen Museen Freiburg
Jost Großpietsch – Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Gedenkinitiativen in Baden-Württemberg (LAGG)

Gast: Dr. Heiko Wegmann, Dipl. Sozialwissenschaftler, Freiburg

Teilnahme-Link:
https://meet.freiburg.de/b/jul-dnq-rkm-soq

Hier geht’s zum Veranstaltungsflyer:
51xx24ff_Webtalk_WiSe24_FreiburgimNS_digital1_1_241007_215945

Mittwoch, 15. Januar 2025, 20:15 Uhr
Online bei BigBlueButton

Breisach: Vorstellung der Publikation „Mickey im Lager Gurs“

Wir freuen uns sehr, eine neue Publikation des Blauen Hauses mit Texten von Christian Stahmann, Christiane Walesch-Schneller, Johanna Sarah Mai, Bernd Hainmüller, Heiko Wegmann und Sandra Butsch der Öffentlichkeit vorstellen zu können

Der junge Künstler Horst Rosenthal schrieb und zeichnete „Mickey au Camp de Gurs“ im Jahr 1942. Als jüdischer deutscher Flüchtling war er von Herbst 1940 bis Mitte 1942 in diesem französischenLager interniert. 1942 wurde er auf deutschen Befehl in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert und dort ermordet. In dem Comic beschrieb er mithilfeder Figur Mickey Mouse mit sarkastischem Humor und auf Französisch die Situation im Lager Gurs.Mit dieser Broschüre liegt der Comic erstmals komplett mit zusätzlicher deutscher Übersetzung sowie Erläuterungen vor. Ergänzend finden sich Beiträge zum Gebrauch der französischenSprache durch Rosenthal, zu den unterschiedlichen Biografien von Horst und seinem Zwillingsbruder Alfred Rosenthal sowie weitere Texte zur Geschichte des Lagers Gurs, der Deportation derbadischen Jüdinnen und Juden 1940 nach Gurs sowie allgemein zur Darstellung der Shoah in Comics und Graphic Novels.

Weitere Informationen zur Publikation:
Mickey-im-Lager-Gurs-Infozettel

Mittwoch, 15. Januar 2025, 18 Uhr
Blaues Haus Breisach,
Rheintorstr. 3,
79206 Breisach

ehemalige Synangoge Kippenheim

Kippenheim: „Macht-Bilder!“ Vortragsreihe mit dem Max-Planck-Gymnasium Lahr

Fotografien sind mehr als eine Flachware in 2D. Sie bilden nicht einfach die Vergangenheit ab, sondern müssen von Menschen betrachtet und mit Bedeutung aufgeladen werden. Erst recht sagen sie nicht von sich aus mehr als 1000 Worte. Quelle, Symbol und Waffe zugleich sind Fotos Aktivposten in der Kampfarena einer multi-visuellen Gesellschaft. Hier wird ihre Bedeutung ausgehandelt. Hier werden Bilder aus der Vergangenheit zu Bildern der Vergangenheit. Hier schafft die Welt der Bilder Weltbilder. Offene Gesellschaften entwickeln in diesem Kommunikationsprozess einen Blick für die Ambivalenz des Visuellen. Ambivalenz: genau davor haben Autokraten und Diktatoren Angst. Macht-Bilder! Was heißt, Fotografien historisch zu denken und Demokratie am Bild zu stärken?

Der zweite Vortrag „Die digitale Bedrohung: Wie Propaganda und Feindbilder im Internet unsere Demokratie gefährden und was wir dagegen tun können“ von Dr. Ulf Kerbe nimmt im Rahmen der in Lahr (in der Aula des Max-Planck-Gymnasiums) und in Kippenheim (in der Ehemaligen Synagoge) stattfindenden und von der Bürgerstiftung Lahr geförderten Vortragsreihe „Macht-Bilder!) diese Fragen mit Fokus auf die modernen Medien in den Blick.

Donnerstag, 5. Dezember, 18 Uhr
Aula des Max-Planck-Gymnasiums
Max-Planck-Straße 12, 77933 Lahr/Schwarzwald
Anmeldung nicht erforderlich – Teilnahme ist kostenfrei

ehemalige Synangoge Kippenheim

Kippenheim: „Erinnern ist nicht genug“ – eine szenisch(-musikalisch)e Aufführung

Die Theater-AG am Max-Planck-Gymnasium Lahr und die Kompositions-AG des Clara-Schumann-Gymnasiums Lahr unter der Leitung von Andrea Welz setzen sich anhand der Autobiografie von Hedy Epstein „Erinnern ist nicht genug“ und Hannah Arendts Buch „Wir Flüchtlinge“ mit dem Thema jüdischer Migration und Migration insgesamt auseinander.

Donnerstag, 21. November, 19 Uhr
Ehemalige Synagoge Kippenheim
Poststraße 18,
77971 Kippenheim

Web-Talk-Reihe: „Kriegsgefangenenlager in Südbaden“

Zweiter Termin der Web-Talk-Reihe „Freiburg und die Region in der Zeit des Nationalsozialismus“

Die von den Nationalsozialist:innen erzwungene Stärkung der „Volksgemeinschaft“ bedeutete auch in Freiburg und in der Region die Verdrängung und Verfolgung verschiedener Bevölkerungsgruppen. Mehr als ein Dreivierteljahrhundert nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs soll an Beispielen untersucht werden, wie weit die beteiligten Akteur:innen und die Stadt Freiburg ihre Vergangenheit im Nationalsozialismus aufgearbeitet haben. Die Webtalks beleuchten die NS-Zeit aus unterschiedlichsten Perspektiven und fragen nach den – teilweise unvollständigen oder widersprüchlichen – „Erinnerungsfiguren“ (Jan Assmann), die das Selbstverständnis und die Erinnerungskultur in Freiburg und der Region bis heute maßgeblich prägen.

Moderation:
Julia Wolrab – wissenschaftliche Leiterin des Dokumentationszentrums Nationalsozialismus der Städtischen Museen Freiburg
Jost Großpietsch – Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Gedenkinitiativen in Baden-Württemberg (LAGG)

Gast: Dr. Bertram Jenisch – Landesdenkmalamt Baden-Württemberg

Teilnahme-Link:
https://meet.freiburg.de/b/jul-dnq-rkm-soq

Hier geht’s zum Veranstaltungsflyer:
51xx24ff_Webtalk_WiSe24_FreiburgimNS_digital1_1_241007_215945

Mittwoch, 20. November, 20:15 Uhr
Online bei BigBlueButton

Breisach: Vortrag – Die „Poche de Colmar“ und das Ende der Nazi-Herrschaft im Elsass

In diesen Tagen vor 80 Jahren ging der Zweite Weltkrieg im Elsass zu Ende. Mit der Rückeroberung von Strasbourg am 23. November 1944 war das Elsass im Norden befreit; mit der Rückeroberung von Hüningen am südlichen Ende des Elsass am 1. Dezember 1944 war der Sieg der Alliierten schon zum Greifen nahe. Doch es dauerte noch bis zum 9. Februar 1945, bis die letzten deutschen Soldaten sich über den Rhein zurückgezogen hatten. Niemand hätte gedacht, dass sich die Befreiung des Elsass nur in Etappen vollzog und zwar in derart blutigen direkt vor unserer Haustür. Hauptgrund für diese Verzögerung war die „Poche de Colmar“, der Brückenkopf der deutschen Streitkräfte, der sich von Hüningen im Süden bis nach Rheinau im Norden erstreckte. Logistische Probleme, zerstörtes Gelände, hartnäckiger deutscher Widerstand und Differenzen zwischen den alliierten Kommandeuren führten dazu, dass sich die Kämpfe zur Befreiung der Region wochenlang hingezogen.

Es gab viele prominente Augenzeugen, die in diesen tagen im Geschehen steckten: Der deutsche Maler Otto Dix, der als Kriegsgefangener des Volkssturms in Logelsbach bei Colmar inhaftiert war, der Elsässer Tomi Ungerer, der mit seiner Mutter als 13 jähriger den deutschen Truppen in Logelsbach Widerstand zu leisten versuchte und die amerikanische Kriegsfotografin Lee Miller, die mit den amerikanischen und französischen Truppen an der Poche de Colmar lag und als erste Reporterin für die Modezeitschrift „Vogue“ in Amerika und Europa ihre Sicht der Dinge vor Ort niederschrieb.

Veranstaltung im Rahmen des Projekts „Brücke für die Zukunft – Pont pour l’avenir“

Freitag, 15. November, 18 Uhr
Vortrag mit Dr. Bernd Hainmüller
Blaues Haus Breisach
Rheintorstraße 3,
79206 Breisach

Emmendingen-Simon-Veit-Haus

Emmendingen: „Ich bin in Sehnsucht eingehüllt“ – Selma Meerbaum-Eisinger zum 100. Geburtstag – eine musikalisch-literarische Spurensuche

Selma Meerbaum-Eisinger wurde 1924 in Czernowitz in der Bukowina, der heutigen Ukraine, als Tochter deutsch-jüdischer Eltern geboren. Ihre ersten Gedichte, die Selma ihrem jüdischen Freund widmete, entstanden 1939, kurz vor Ausbruch des 2. Weltkrieges. Da war sie 15 jahre alt. Sie starb mit 18 Jahren im KZ, eine junge jüdische Frau, die träumte und Gedichte schrieb, die inzwischen zu einem Stück Weltliteratur geworden sind.

1981 entdeckte Ursula Kurze 18jährig diese Gedichte für sich, vertonte viele davon, ging Selmas Spuren nach bis hin zu deren Freundinnen in Israel, die den Holocaust überlebt hatten und Selmas Gedichtalbum „Blütenlese“ retten konnten. Ursula Kurze zeichnet ein Bild der Dichterin mit Rezitationen, eigenen Vertonungen, zeitgeschichtlichen Textdokumenten und umrahmender Gitarrenmusik

Ursula Kurze ist in Cottbus aufgewachsen, wo sie ihre erste musikalische Ausbildung erhielt. Es folgte ein Studium an der Musikhochschule Weimar, mit Hauptfach Konzertgitarre, und in Leipzig sowie Freiburg i. Br., Gesang und Schauspiel. Sie lebt heute in Dresden als Gitarristin, Sängerin, Schauspielerin und Komponistin.

Veranstaltungsflyer:
DIN A5 Selma Meerbaum Eisinger

Dienstag, den 12. November, 19 Uhr
Teschemacher-Saal, Simon-Veit-Haus
Kirchstraße 11, 79312 Emmendingen
Eintritt frei – Spenden erbeten

Emmendingen-Simon-Veit-Haus

Emmendingen: Jüdische Komponist:innen und ihre Werke in der Zeit des Nationalsozialismus

Jüdische Komponist:innen und ihre Werke in der Zeit des Nationalsozialismus – VERBOTEN! Verleumdet. Vertrieben. Vernichtet. Aber niemals vergessen!
Veranstaltung zum 86. Jahrestag der Reichspogromnacht 09.11.1938

Musikalisches Programm mit Boris Chnaider (Piano & Voce)

Veranstaltungsplakat:

Sonntag, 10. November 2024
11:45 Uhr
Simon-Veit-Haus, Teschemacher-Saal
Kirchstr. 11, 79312 Emmendingen
Eintritt frei – Spenden erbeten