Emmendingen: Wichtige Bildungsarbeit

Der Verein für Jüdische Geschichte und Kultur freut sich über ein Besucherplus im Museum.
Die Zahl der erwachsenen Besucher des jüdischen Museums ist 2018 um 33 Prozent gestiegen. Kinder und Jugendliche wurden dagegen etwas weniger gezählt. Insgesamt besuchten knapp 3000 Interessierte, zehn Prozent mehr, die vom Verein für jüdische Geschichte und Kultur ehrenamtlich betriebene Gedenk- und Bildungsstätte.  Weiterlesen in der Badischen Zeitung

Emmendingen-Simon-Veit-Haus

Emmendingen: Thementag Musik und Judentum

Zum Thementag „Musik und Judnetum“ lädt der Verein für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen e.V. in in Kooperation mit Jüdische Gemeinde Emmendingen K.d.ö.R. ein: Thementag Musik und Judentum in Emmendingen 17.11.19

14.00 Uhr
Führung durch die Wechselausstellung „Der Tempel in Jerusalem – das zerstörte Heiligtum der Juden“
mit Monika Rachel Raija Miklis, Kuratorin Jüdisches Museum Emmendingen
Ort: Jüdisches Museum Emmendingen, Schloßplatz 7, Emmendingen

15.00 Uhr
Einblick in die Arbeit eines Kantors (Liturgie)
Workshop mit Elija Schwarz, Kantor im Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen K.d.ö.R.
Ort: Teschemacher-Saal im Simon-Veit-Haus am Schloßplatz in Emmendingen

17.00 Uhr
Diskussionsrunde „Was ist jüdische Musik“
Moderation: David Franz
Ort: Ehemalige Musikschule Emmendingen in der Aula der Karl-Friedrich-Schule, Karl-Friedrich-Straße 22, Emmendingen
Mit: Cornelia Anuschek-Pellegrini (Emmendingen), Dana Bostedt (Freiburg), Lucas Fels (Freiburg/London), Gilead Mishory (Freiburg), Monika Rachel Raija Miklis (Emmendingen), Myri Turkenich (Freiburg) und mit einer Uraufführung

19.00 Uhr
Konzert  – ein musikalisches Potpourri
Mit: Yael Birger (Querflöte), Dana Bostedt (Violine), Lucas Fels (Cello) UA, Gilead Mishory (Piano), Igor Murye (Klarinette), Eli Navon (Violine), Tuvia Navon (Piano), Myri Turkenich (Querflöte)

Sonntag, 17. November 2019, ab 14 Uhr
Veranstalter: Verein für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen e.V. in Zusammenarbeit mit der Jüdischen Gemeinde Emmendingen K.d.ö.R.
mit freundlicher Unterstützung durch den Fachbereich Kultur der Stadt Emmendingen
Eintritt frei, Spenden erbeten

Gedenkstätte Salmen, Offenburg

Offenburg: Schüler verfilmen Demokratie

Am Themenabend „Vision Demokratie“ wurden sechs Kurzfilme der Jungen Theaterakademie gezeigt: Die Beiträge sind innerhalb des Projekts Baukasten Demokratie entstanden und  wurden nun im Salmen gezeigt. Sie sollen einmal die filmische Jugendbibliothek bereichern, die in der Erinnerungsstatte Salmen eingerichtet wird, sagte Kulturchefin Lötsch. Weiterlesen: OT_15.11.19_Baukasten Demokratie

Filmabend „Vision Demokratie – Offenburger Jugend filmt!“

Geschichte und Gegenwart. In den gemeinsamen Entstehungsprozess können sie ihre eigenen Erfahrungen, Gedanken und Visionen einbringen und ihnen einen kreativen, künstlerischen Ausdruck geben. So entsteht nach und nach ein partizipatives Kulturarchiv von Jugendlichen über unser kollektives Gedächtnis und über die Grundlagen unseres Zusammenlebens.
Diese Idee steht hinter dem Projekt Baukasten Demokratie der Jungen Theaterakademie, das die Stadt Offenburg in Kooperation zwischen der VHS Offenburg und Offenburger Schulen seit dem Schuljahr 2018/19 anbietet.
An diesem Filmabend werden sechs Kurzfilme präsentiert, die Schulklassen des Grimmelshausen-Gymnasiums und der Erich-Kästner-Realschule gedreht haben. Das thematische Spektrum reicht von den 13 Forderungen des Volkes in Baden über ein demokratisches Experiment am Gengenbacher Höllhof mit ehemaligen Nazis bis hin zur alltäglichen Erfahrung von Sexismus… vision-demokratie_flyer

Mittwoch, 13. November um 19 Uhr
Salmen | Offenburg | lange Str. 52
Reservierung möglich unter:
Veranstalter: Junge Theaterakademie Offenburg

Foto: Aufstehen gegen Rassismus

Offenburg: Stolperstein-Putzaktion

120 Stolpersteine hat der Künstler Gunter Demnig zur Erinnerung an die NS-Opfer seit 2004 in Offenburg verlegt. Die Stolperstein-Putzaktion soll klarmachen, dass die Opfer der Nazi-Herrschaft nicht vergessen sind und daran erinnern, dass sich diese schrecklichen Ereignisse nicht wiederholen dürfen. Es ist ein Plädoyer für eine freie, soziale und solidarische Gesellschaft, in der jeder und jede so akzeptiert wird, wie er und sie ist.

Weitere Veranstaltungen im Rahmen von „Terror, Widerstand, Befreiung. 75 Jahre dem Kriegsende entgegen 1944/45“: 75Jahre_Kriegsende_Web

Montag, 11. November 2019, 12 Uhr
Veranstalter & Foto: „Aufstehen gegen Rassismus“
Treffpunkt: Offenburg, Salmen, Lange Straße 52

Offenburg: „nicht von hier irgendwo“ – Gedenkveranstaltung zur „Reichspogromnacht“

Ein Recherchestück von Futur II Konjunktiv in Kooperation mit HochX – Theater & Live Art München sowie dem Fritz Bauer Institut
Mit Alexandra Finder, Friedericke Miller, Johannes Suhm | Recherche, Text, Regie: Matthias Naumann, Johannes Wenzel.

Sonntag, 10. November 2019, 11 Uhr
Anmeldung für den 10. November: bis 4. November unter oder Tel. 0781 82 22 98
Montag, 11. November 2019, 10 Uhr
Anmeldung für die Schulveranstaltung am 11. November: oder Tel. 0781 82 22 64
Veranstalter: Arbeitskreis 9. November und Fachbereich Kultur der Stadt OffenburgSonntag, Offenburg, Salmen, Lange Straße 52
Eintritt frei

 

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Blaues Haus Breisach

Breisach: jour fixe musical – Russische Futuristen

Unter dem Motto: „Musikalische Raritäten zum Thema Verfolgung – Widerstand – Exil“ hat im September 2018 im Blauen Haus Breisach die Reihe „Jour fixe musical“ begonnen, bei der in erster Linie von den Nazis verfemte Komponisten und Interpreten zu Worte kommen. Die Programmfolgen widmen sich aber ebenso Werken von Komponisten, die Widerstand geleistet haben oder von Künstlern, die in anderem geschichtlichen Zusammenhang verfolgt wurden oder ins Exil gehen mussten. Jour fixe musical 13 findet unter dem Thema „Geliebt und verboten – Russische Futuristen“ statt:
Alexander Vassiliev Rezitation
Mitglieder des SWR Symphonie Orchesters
Texte von Velimir Chlebnikow, Wladimir Majakowski und Alexej Kručonych, russisch und in deutschen Übersetzungen von Paul Celan u. Oskar Pastior
Musik von Jefim Golyscheff (Streichtrio) und Artur Lourié (Formes en l’air) sowie historische Aufnahmen: Alexander Skrjabin spielt eigene Werke; Original Tondokumente von Velimir Chlebnikow, Wladimir Majakowski und Alexej Kručonych )
Wir zeigen bildkünstlerische Arbeiten von Jefim Golyscheff und Kazimir Malevič

Weitere Veranstaltungen in dieser Reihe: Plakat_November 2019_KonzertreiheA3 (150dpi) & Veranstaltungsübersicht Breisach 2019-20 

Sonntag, 10. November 2019, 18 Uhr
Breisach, Blaues Haus
Eintritt frei

Namenswand_Blaues Haus Breisach_Ari Nahor

Breisach: Gedenkveranstaltung

Anlässlich der Jährung des Novemberpogroms und der Zerstörung der Breisacher Synagoge am 10. November 1938 findet eine Gedenkveranstaltung der Stadt Breisach auf dem Synagogenplatz statt. Es lädt ein, Bürgermeister Oliver Rhein.

Sonntag, 10. November 2019, 11.45 Uhr
Synagogenplatz, Breisach
Eintritt frei

Schille, Wendelin

Wendelin Schille wurde am 4. September 1884 in Haslach geboren.

Nach seiner Schulzeit erlernte er das Malerhandwerk. Als junger Mann verließ er Haslach und arbeitete in verschiedenen Orten fern der Heimat. Dabei lernte er in Lauterbach bei Donauwörth seine Frau Franziska kennen. Die Ehe wurde im Oktober 1906 geschlossen.

Zwei Söhne und eine Tochter wurden dem Paar geschenkt.

Im ersten Weltkrieg wurde Wendelin Schille dann zu den Waffen gerufen. Er kehrte zwar aus dem Krieg zurück, aber seine Abneigung gegen den Krieg und den Waffeneinsatz war gewaltig. Er hatte schlimme Verätzungen erlitten und war ernsthaft verschüttet worden. Inwiefern diese Erfahrungen dazu beigetragen haben, sich den Bibelforschern anzuschließen, bleibt Spekulation.

Ein halbes Jahr vor Hitlers Machtergreifung machte sich Wendelin Schille im Alter von 48 Jahren als Maler selbständig, betrieb aber weiterhin mit seiner Frau Franziska die Obst- und Gemüsehandlung in der Seilerstraße 5.

In der Folgezeit geriet er auf Grund seines Bekenntnisses zur Glaubensgemeinschaft der Bibelforscher immer mehr unter Druck. Bald schon wurde er wie auch die meisten anderen zeitweise in Gefängnissen inhaftiert oder sogar in Konzentrationslagern interniert. Man wollte erreichen, dass sich die Bibelforscher von ihrer Glaubensgemeinschaft lossagten.

1936 war Wendelin Schille mehrere Monate im Gestapogefängnis in Freiburg, Im Februar 1937 kam er ins KZ Kislau.

Zeiten in Freiheit wechselten sich mit Aufenthalten im Gefängnis und im KZ Dachau ab.

Als er im Sommer 1940 auf freiem Fuß war, nahm er eine Arbeitsstelle in Blumberg an, mit der Absicht über die grüne Grenze in die Schweiz zu fliehen, wo befreundete Bibelforscher ihn aufnehmen wollten.

Am 18.9 1940 rief Franziska Schille ihren Mann in Blumberg an und warnte ihn, weil man in Haslach nach ihm suchte. Bevor er ihre Bitte, sofort unterzutauchen, realisieren konnte, schlugen die NS-Häscher zu. Sie verhafteten ihn und brachten ihn in das Gestapogefängnis nach Karlsruhe. Dort war er noch drei Monate den Torturen der Vernehmungsbeamten ausgesetzt. Am 11.Dezember 1940 ist er dort unter ungeklärten Umständen umgekommen. Wendelin Schille ist seiner religiösen Überzeugung bis zum Tode treu geblieben.

Seit September 2010 liegt in der Seilerstraße 5 in Haslach ein Stolperstein.

Sören Fuß
Stolpersteinprojekt Haslach im Kinzigtal