Kippenheim: Führung über den jüdischen Friedhof in Schmieheim

Bei einem Gang über diese ehrwürdige Grabstätte mit ihren 2500 Gräbern wird Bärbel Heer in die wechselhafte Geschichte der Ortenauer Juden einführen. Der Friedhof wurde 1682 angelegt, als sich die ersten jüdischen Familien nach den Vertreibungen im Mittelalter wieder in der Region niederlassen durften. Der älteste bekannte Grabstein stammt aus dem Jahr 1701. Er trägt, wie die anderen Grabmale aus dem 18. Jahrhundert, nur hebräische Schriftzeichen. Ab 1850 wurde immer mehr die lateinische Schrift für die Grabinschriften verwendet. Interessant sind die Symbole, die manche Grabsteine tragen. Sie verweisen auf die rituellen Aufgaben, denen die Verstorbenen nachgingen aber auch über ihre Ämter im jüdischen Gemeindeleben.
Männer müssen eine Kopfbedeckung tragen, gutes Schuhwerk wird empfohlen.

Montag 12. Oktober, 17 Uhr
Treffpunkt am Parkplatz beim Friedhof an der Straße von Schmieheim nach Wallburg.
Eintritt frei, Spenden erbeten

Mikwe Offenburg, Foto: Steffen Krauth

Freie Besichtigung der Mikwe Offenburg

14 Meter unter dem heutigen Hofniveau des Anwesens Glaserstraße 8 befindet sich das älteste jüdische Bauwerk Südbadens – das Offenburger Judenbad (Mikwe). Es wurde von der hiesigen jüdischen Gemeinde errichtet. Hölzerne Stege leiten durch die Ausstellung, die drei Themenkomplexe aufgreift: Geschichte der Offenburger Juden vom Mittelalter bis in die Neuzeit, Baugeschichte und Datierungsprobleme, -Funktion eines jüdischen Ritualbads. Während der Öffnungszeit bewirtet das Jugendbüro / Mehrgenerationenhaus Offenburg im Innenhof.

Sonntag, 11. Oktober 2020 13-17 Uhr
Offenburg, Eingang Glaserstraße 8 (Zugang über Bäckergasse oder Steinstrasse)
Öffnung in Kooperation mit dem Jugendbüro / Mehrgenerationenhaus Offenburg.
Eintritt frei

Zeichnen als Überlebenshilfe: Die Geschichte zweier Juden im südfranzösischen Konzentrationslager Gurs

Vor 80 Jahren, amMorgen des 22.Oktober 1940, dem letzten Tag des Laubhüttenfests, begannen die Nationalsozialisten in einer Blitzaktion mit der Deportation der Juden Badens und der sogenannten Saarpfalz. Mehr als 6500 Menschen wurden mit Zügen in das Internierungslager Gurs am Fuß der Pyrenäen verschleppt. Die allermeisten von ihnen starben dort oder wurden später in Auschwitz und anderen Vernichtungslagern im Osten ermordet.
Ein Beitrag von Bernd Hainmüller in der Badischen Zeitung: BZ 1 und BZ 2

Emmendingen-Simon-Veit-Haus

Vor 25 Jahren entstand die Emmendinger Jüdische Gemeinde

Es war alles ziemlich geheim, auch die Badische Zeitung erfuhr ungewöhnlich kurzfristig vom Festakt zur Wiedergründung der jüdischen Gemeinde“, erinnert sich der damaligen Redaktionsleiter Gerhard Kiefer
an das „denkwürdige Ereignis“. Am 12. Februar 1995 fand die Feier statt, am Morgen waren die Vorstandsmitglieder gewählt worden. Inzwischen besteht die Gemeinde seit 25 Jahren – und ist in der Stadt angekommen. Weiterlesen: badische_z_itung_lah_12102020_Seite_27

Emmendingen-Simon-Veit-Haus

„Architektur, Identität, Erinnerung – Synagogen in Deutschland seit 1945“

1995 wurde die jüdische Gemeinde Emmendingen wiedergegründet. In diesem Jahr feiert sie ihren 25. Geburtstag mit einem umfangreichen Jubiläumsprogramm. Weitere Veranstaltungen in dieser Reihe: Flyer 25 Jahre Wiedergründung Jüdische Gemeinde EM

Synagogen sind als Häuser des Gebets und der Versammlung zentrale Orte der jüdischen Gemeinden. In Deutschland sind entsprechende Gebäude seit dem Mittelalter bekannt, doch immer wieder wurden sie zu Zielen antijüdischer und antisemitischer Gewalt. Als „Minderheiten-Architektur“ stehen Synagogen in Deutschland bis heute im Spannungsfeld zwischen Selbstrepräsentation jüdischer Gemeinschaften und der Sicht der Mehrheit der Gesellschaft. Der Vortrag untersucht die Geschichte der Synagogenarchitektur in Deutschland und nimmt besonders jene Bauten in den Blick, die nach dem Holocaust entstanden sind. Ihre oft bemerkenswerte, ja herausfordernde Gestaltung lässt fragen, welche Rolle Synagogen heute im Bild unserer Städte spielen.

Ulrich Knufinke ist Architekturhistoriker und Denkmalpfleger. Er war für viele Jahre wissenschaftlicher Mitarbeiter der Bet Tfila – Forschungsstelle für jüdische Architektur in Europa an der Technischen Universität Braunschweig. Derzeit vertritt der die Professur für Baugeschichte an der TU Braunschweig und arbeitet beim Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege.

Montag, 12. Oktober 2020, 19 Uhr
Rathaus Emmendingen, Landvogtei 10, Sitzungssaal
Veranstalter: Verein für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen und Jüdische Gemeinde Emmendingen K.d.ö.R.
Mit freundlicher Unterstützung durch den Fachbereich Kultur der Stadt Emmendingen
Eintritt frei, Spenden erbeten
Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, Anmeldung erforderlich unter:
Bitte beachten Sie die Maskenpflicht.

Breisach: Erste Vertreibung ging nach Rouffach

Binnen eines Tages wurden am 22. Oktober 1940 die in Baden, in der Pfalz und im Saarland lebenden Juden von nationalsozialistischen Dienststellen ins Lager Gurs nach Südwestfrankreich verschleppt. Es waren mehr als 5600Männer, Frauen und Kinder aus Baden. Bernd Hainmüller aus Freiburg forscht über die Deportation der Juden nachGurs. Seine Forschungsergebnisse werden 2021 als Teil einer Ausstellung im Blauen Haus Breisach gezeigt. Kai Kricheldorff hat mit ihmgesprochen. Weiterlesen: badische_z_itung_fre_08102020_Seite_28