Außenansicht des Dokumentationszentrums Nationalsozialismus in Freiburg

Freiburg: Gespräch – Die Freiburger Familie Nelson

Gespräch mit Caroline Klemm (im Dokumentationszentrum Nationalsozialismus), Joachim Nelson, Dorothea Scherle (Jüdisches Museum Emmendingen)

In der NS-Zeit wurde die Familie als jüdisch verfolgt. Siegfried und Marie Nelson wurden ermordet, Sohn Gerhard überlebte das KZ Auschwitz und kehrte nach 1945 nach Freiburg zurück. Caroline Klemm, wissenschaftliche Mitarbeiterin im DZNS, spricht mit dem Nachfahren Joachim S. Nelson und Dorothea Scherle vom Jüdischen Museum Emmendingen über die Geschichte der Familie und die Recherchen zu ihren Biografien.

Die Veranstaltung findet ergänzend zur neuen Sonderausstellung „Ende der Zeitzeugenschaft?“ im Dokumentationszentrums Nationalsozialismus Freiburg statt. Der Eintritt ist kostenfrei.

Da die Teilnahmezahl ist begrenzt ist, muss ein kostenloses Veranstaltungsticket gebucht werden.

Kostenloses Veranstaltungsticket hier

Dienstag, 28. April
19:30 Uhr
Dokumentationszentrum Nationalsozialismus Freiburg,
Rotteckring 14, 79098 Freiburg

Emmendingen: Ghetto oder Oase? Die jüdische Schulabteilung Emmendingen in der NS-Zeit

Kurz vor den Sommerferien 1934 mussten alle jüdischen Volksschülerinnen und Volksschüler aus ihren Klassen in die jüdische Schulabteilung wechseln, die der jüdische Lehrer Isaak Hobel in Räumen der Markgrafenschule in zwei stufenübergreifenden Klassen (1 bis 3 und 4 bis 8) unterrichtete. Als diese Schulabteilung an Ostern 1937 wegen zu geringer Schülerzahl schloss, mussten die Kinder und Jugendlichen die jüdische Schulabteilung an der Freiburger Lessingschule besuchen. Die Referentin wird der Frage nachgehen, wer für die Gründung dieser Schulabteilungen verantwortlich ist und wie die Schülerinnen und Schüler in der NS-Zeit zurechtkamen.

Referentin: Dorothea Scherle (Diplom-Theologin) hat das Gedenkbuch der Emmendinger Juden www.juedisches-leben-in-emmendingen.de recherchiert und ist mit den Biographien der Kinder wie der Lehrenden vertraut.

Veranstaltungsflyer:
260317_BW_jme_Schulabteilung_5

Dienstag, 17. März 2026
19:30 Uhr
Gemeindezentrum St. Bonifatius
Markgraf-Jacob-Allee 2, 79312 Emmendingen
Eintritt frei – Spenden erbeten

Emmendingen: Wechselausstellung „Die Tora ist Licht – Chanukka, das Lichterfest“

Die neue Wechselausstellung eröffnet pünktlich mit Beginn des achttägigen Chanukka-Festes und der Zündung der ersten von acht Kerzen am Abend.

Am 14. Dezember 2025 erinnern sich bei Sternenaufgang, dem jüdischen Datum des 25. Kislev, Jüdinnen und Juden weltweit an die Wiedereinweihung des Jerusalem Tempels im Jahre 164 v.d.Z.. Chanukka bedeutet auf Deutsch „Einweihung“. Mit einem kleinen Krüglein Olivenöl konnte der Dienst am siebenarmigen Leuchter, der immer brenndenden Menora, wieder eingerichtet werden. Wunderlicherweise reichte das Öl nicht nur für einen Tag, sondern speiste die Flammen der Menora acht Tage lang, bis neues, taugliches Olivenöl für den Dienst des Hohepriesters fertig gestellt wurde. Die Menora stand vor dem Allerheiligsten, in dem ursprünglich die Bundeslade mit den Gesetztestafeln aufbewahrt wurde. Die Tora, Hebräisch für „Lehre“ beinhaltet die fünf Bücher Moses und ist für religiöse Jüdinnen und Juden das Lebensgesetz an sich.

Das Exponat des Monats verbindet diese Gedanken von Tora und Licht.
Die Tora wird mit einem „Lebensbaum“ verglichen, auf den die zwei hebräischen Wörter „Ez Chajim“ und die Verzierung auf der Rückwand des Chanukkaleuchters hinweisen. In der Mitte unter dem Dienerlicht sind die beiden Gesetzestafeln mit zehn hebräischen Buchstaben in ihrem Zahlenwert zu sehen. Bereits vor 15 Jahren griffen Jugendliche des jüdischen Religionsunterrichtes diese Idee auf und gestalteten eine Seite des Emmendinger Geschichtsdreidels mit dem Baummotiv einer leuchtenden Torarolle.
Am Museumseingang begrüßt ein Chanukkaleuchter die BesucherInnen mit dem hebräischen Zitat aus den biblischen Sprüchen 6,23 „…denn eine Leuchte ist die Mizwa und die Tora ist Licht.“
Denn durch das aktive Zünden des Leuchters wird das Licht erst entfacht.
Um Lichter geht es auch in der Lichtinstallation im Museumsgarten und in der Ausstellung selbst. So wie die Lichter die Dunkelheit erhellen, so können auch wir in guter Gemeinschaft Licht in diese Welt bringen.

Am 14. Dezember 2025 zünden Groß und Klein das erste Licht am Chanukkaleuchter an. Jeden Abend wird ein neues Licht auf dem Leuchter hinzugefügt, bis schließlich am achten Tag alle Lichter brennen. Gebete und Lieder des Dankes umrahmen die feierliche Zündung.

Im Jüdischen Museum sind verschiedene Leuchtertypen ausgestellt. Beliebte vierseitige Spielkreisel (Dreidel) können angeschaut werden. Auch ölhaltige Speisen und Schokoladen-Chanukka-Gelt dürfen in der Ausstellung nicht fehlen, die bis zum 25. Februar 2026 zu sehenist.

Das Jüdische Museum Emmendingen ist Sonntag und Mittwoch von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet. www.juedisches-museum-emmendingen.de
Geschlossen am 24. Dezember und am 31. Dezember 2025.

14. Dezember 2025 bis 25. Februar 2026
Jüdisches Museum Emmendingen
Schloßplatz 7, 79312 Emmendingen

Synagoge Emmendingen, Foto: M. Miklis

Emmendingen: „Kindheit im Danach“ – Zweitzeugengespräch mit Nicole Noa-Pink, Freiburg

Eine Veranstaltung zur Erinnerung an den 27. Januar 1945, an die Befreiung der letzten Gefangenen aus dem KZ Auschwitz.
Zum Internationalen Tag der Erinnerung an die Toten und die Überlebenden des nationalsozialistischen Völkermords an den Juden.

Wie ist es, als jüdisches Kind von Holocaustüberlebenden aufzuwachsen?
Noch dazu in Deutschland, im Land der Täter.
Wie prägt das Danach, nach der Schoa, die Kindheit und die Persönlichkeit?
Nicole Noa-Pink erzählt davon. Sie erzählt von ihren eigenen Eltern, Hanna und Peter Noah. Sie gewährt uns einen ganz persönlichen Einblick in ihr Elternhaus. 1955 in Böblingen geboren, in Freiburg und Karlsruhe aufgewachsen lebt sie zusammen mit Überlebenden, die der Vernichtung durch die Nationalsozialisten entgangen sind. Sie erzählt die Überlebensgeschichte ihrer Eltern, aber noch mehr erzählt sie davon, unter welchem Einfluss sie und ihre Geschwister lebten und wie sich die grauenhaften Erfahrungen ihrer Eltern auf sie selbst auswirkten und bis heute nachwirken.
Die ehemalige Lehrerin Nicole Noa-Pink ist seit 2020 die jüdische Vorsitzende der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Freiburg e.V. (GCJZ). Von 2020 bis 2025 war sie die Lehrbeauftragte für Judentum an der Evangelischen Hochschule Freiburg.

Eintritt frei, Spenden erbeten. www.juedisches-museum-emmendingen.de
Der Zugang ist barrierefrei.

Sonntag, 18.01.2026
17:00 Uhr
Veranstaltungsraum der Synagoge
Landvogtei 11, 79312 Emmendingen

Emmendingen: Wechselausstellung „Ez Chajim Hi“

Neue Wechselausstellung im Jüdischen Museum Emmendingen vom 07.09.25 bis 30.11.2025
 
„EZ CHAJIM HI – Ein Baum des Lebens ist sie …“ (Sprüche 3,18) – Ein_Blick in die Kunst des Toraschmucks
 
Zum Motto des Europäischen Tags der Jüdischen Kultur, people of the book, startete am 7. September 2025 eine neue Wechselausstellung im Jüdischen Museum Emmendingen. Auch mit den hohen, jüdischen Feiertagen verliert das Thema nicht an Aktualität.
 
Die neue Wechselausstellung im Jüdischen Museum Emmendingen widmet sich der Kunst des Toraschmucks, der Tora, DEM Buch schlechthin – den fünf Büchern Mose, die auf eine Pergamentrolle geschrieben hinter dem Vorgang im Schrank der Synagoge stehen.
 
Tora bedeutet „Lehre“ oder „Weisung“. Sie steht im Zentrum jüdisch, religiösen Lebens und wird in der Liturgie mit einem Baum des Lebens verglichen. Die beiden Holzstäbe, auf die das Pergament mit den hebräischen Worten der Tora gerollt ist, heissen „Ezej Chajim – Bäume des Lebens“. Auf diese werden meist metallene Aufsetzer gesetzt, die oft die Form von Granatäpfeln haben und von Glöckchen geziert werden. Diese wie auch die Farbe des Toramantels und die Toraschilder erinnern an die Kleider des Hohepriesters im schon seit 2000 Jahren zerstörten Tempel in Jerusalem. Die Ausstellung zeigt weiter verzierte Wickelbänder, mit der die Torarolle unter dem Mantel gehalten wird. Die mit Namen und Geburtsdaten verzierten Bänder wurden bei der Renovierung der ehemaligen Synagoge in Bad Mingolsheim in einer Wandkammer auf der Frauenempore entdeckt. Die Synagoge ist heute ein Wohnhaus. Dieser Fund allein ist schon etwas besonderes.
 
Den Bogen zur Gegenwart spannen die Einladungskarten zur Bar und Bat Mizwa, sowohl von Jungen und Mädchen der heutigen Jüdischen Gemeinde Emmendingen, als auch von Urenkeln ehemaliger Emmendinger Juden, die vor den Nationalsozialisten flüchten mussten und heute in Israel leben. Ein T-Shirt der Familie Weiss, ehemals Schwarz, von September 2025 erinnert an den jährlichen Besuch der Nachfahren aus Israel. Es hängt auf einem Bügel des ehemaligen Warenhauses S. Knopf aus Freiburg.
 
Wie eng Vergangenheit und Gegenwart beieinander liegen wird hier spürbar.
 
Auch die Gesetze in der Tora sind nicht alt und fern, sondern sehr aktuell und werden mit der Installation von stilisierten Baumblättern im Museumsgarten in Erinnerung gerufen.
 
Die weisen und mahnenden Worte in den Bäumen leiten die BesucherInnen entlang des Pfades in die Ausstellung zu den liturgischen Gesängen des Rabbiners der Jüdischen Gemeinde Emmendingen, Rabbiner Yaakov Yosef Yudkowsky: „Ez Chajim hi!“

07.09.2025 bis 30.11.2025
Jüdisches Museum Emmendingen,
Schlossplatz 7, 79312 Emmendingen

Emmendingen: Lesung und Gespräch mit Anke Heimberg M.A., Berlin

„Das Sichere war unsicher geworden und das Unsichere allein sicher“
Victoria Wolff und ihr Roman „Gast in der Heimat“

Die Autorin, 1903 in Heilbronn geboren und seit 1933 selbst im Exil, zeigt in ihrem Roman auf, wie Propaganda, Ideologie und Fanatismus allmählich in den Alltag allen gesellschaftlichen Lebens eindringen – ein Prozess von erschreckender Aktualität. 1935 in Amsterdam erschienen, 1936 in NS-Deutschland indiziert und verboten, wurde der Roman erst 2021 neu aufgelegt.

Donnerstag, 6. November 2025
19:30 Uhr
Gemeindezentrum St. Bonifatius,
Markgraf-Jacob-Allee 2,
79312 Emmendingen

Emmendingen: Filmvorführung „Das Ungesagte“

Viele Deutsche, die das „Dritte Reich“ unterstützt hatten, schwiegen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges über ihre Erlebnisse. Das Thema blieb in den Familien ein Tabu. Die sehr ehrlichen Zeitzeugenaussagen darüber, wie sie die NS-Propaganda zunächst falsch eingeschätzt und als
etwas Positives empfunden hatten, um erst mit der Zeit den Schrecken zu erkennen, machen den Film zu einer Mahnung von größter Aktualität. Die Filmdokumentation lässt auch deutsch-jüdische Überlebende zu Wort kommen und vermittelt einen vielschichtigen Einblick in das kollektive Unbewusstsein Deutschlands und die Mechanismen der jahrzehntelangen Verdrängung.

Montag, 10.11.2025
19:00 Uhr
CineMaja,
Steinstraße 2/2, 79312 Emmendingen
Ticket: 11€

Emmendingen: Gedenken an die Zerstörung der Emmendinger Synagoge im Zuge des Novemberpogroms

Die Stadt Emmendingen, die Jüdische Gemeinde Emmendingen K.d.ö.R. und der Verein für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen e. V. laden dazu ein, der Zerstörung der Emmendinger Synagoge, der Verwüstung des Israelitischen Gemeindehauses und der beiden jüdischen Friedhöfe sowie der Deportation der männlichen jüdischen Bevölkerung ins KZ Dachau im Zuge des Novemberpogroms 1938 zu gedenken.
Mit musikalischer Umrahmung.

Montag, 10.11.2025
17:00 Uhr
Schlossplatz/Platz der ehemaligen Synagoge
Emmendingen

Emmendingen: Gedenkveranstaltung zum 85. Jahrestag der Deportation

Ehrenamtlich Aktive des Vereins für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen e.V. berichten über das historische Geschehen der Deportation und stellen exemplarisch das Schicksal dreier jüdischer Bürger*innen aus Emmendingen vor. Die Gedenkveranstaltung wird von Mitgliedern der Jüdischen Gemeinde musikalisch umrahmt und schließt mit der Verlesung der Namen von 113 Deportierten mit Bezug zu Emmendingen.

Mittwoch, 29. Oktober 2025
19:30 Uhr
Teschemacher-Saal im Simon-Veit-Haus
Kirchstraße 11, 79312 Emmendingen
Eintritt frei – Spenden erbeten

Radtour zu den jüdischen Gedenkstätten zwischen Emmendingen und Breisach

Bei einer ganztägigen Radtour erkunden die Teilnehmenden Erinnerungsorte im Breisgau und Kaiserstuhl mit ihrer jüdischen Geschichte und ihren Erinnerungszeichen. Die Tour startet in Emmendingen am Schlossplatz 7 mit einer Führung durch den Lern- und Bildungsort Jüdisches Museum Emmendingen mit der restaurierten denkmalgeschützten Mikwe (Jüdisches Ritualbad). Vorbei an den Erinnerungszeichen in Eichstetten und Ihringen führt die Tour in die Europastadt Breisach. Nach der Mittagspause steht eine Führung durch die Gedenk- und Bildungsstätte für die Geschichte der Juden am Oberrhein auf dem Programm: Das Blaue Haus in der Rheintorstraße 3, der ehemaligen Judengasse. Das Programm klingt mit einer Kaffeepause im Garten des Blauen Hauses aus. Die Rückfahrt erfolgt nach Absprache individuell oder gemeinsam mit dem Rad oder dem ÖPNV (S1 Richtung Freiburg, S5 Richtung Riegel-Malterdingen).
Eine Kooperationsveranstaltung der vhs Nördlicher Breisgau mit dem Jüdischen Museum Emmendingen und dem Blauen Haus Breisach.

Zur Anmeldung bei der VHS Nördlicher Breisgau

Sonntag, 5. Oktober 2025 (Erstatztermin bei Schlechtwetter: 12. Oktober 2025)
09:30 Uhr
Jüdisches Museum Emmendingen,
Schlossplatz 7, 79312 Emmendingen
Teilnahmegebühr: 15€