Foto: Monika Rachel Raija Miklis

Emmendingen: neue Wechselausstellung

„Diese Lichter sind heilig“ – die Wiedereinweihung der Tempels in Jerusalem
Alle Jahre feiern Juden seit 164 v.d.Z. in Erinnerung an die Wiedereinweihung des Jerusalemer Tempels das Chanukka-Fest. Am 25. des jüdischen Monats Kislew beginnt das achttägige Fest, an dem jeden Tag ein weiteres Licht hinzugefügt wird, bis schließlich alle acht Lichter brennen. Dieses Jahr scheint die erste Kerze am Abend des 22. Dezember, denn der Tag fängt nach dem jüdischen Kalender am Abend an.
Man erinnert sich an die Begebenheiten, die im Talmud, bei Flavius Josephus und in den Makkabäer-Büchern beschrieben sind: damals besiegten die jüdischen Makkabäer die Seleukiden, reinigten ihren Tempel von Götzenbildern und etablierten wieder den traditionellen jüdischen G‘ttesdienst im Jerusalemer Tempel. Acht Tage lang brannten die Lichter an der provisorisch aufgestellten Menora, dem siebenarmigem Leuchter, obwohl das einzig, erhaltene, kleine Krüglein nur koscheres Olivenöl für einen Tag fasste. Nach acht Tagen konnte neues, erlaubtes Öl für den Dienst des Hohepriesters fertig gestellt werden und das Licht brannte weiter. An dieses Wunder erinnern noch heute die Lichter, die Zuhause, in der Synagoge oder draußen mit einem Behelfslicht angezündet werden. Dies wird auch in den Segenssprüchen deutlich, die vor und nach dem Anzünden gesprochen werden. Es sind besondere Lichter. Im Segensspruch nach dem Zünden heißt es „diese Lichter sind heilig, es ist nicht erlaubt, sie zu benutzen, sondern nur, sie anzuschauen“, um G’ttes großen Namen zu danken.“
Heute zünden die Kinder gerne selbst gebastelte Leuchter, Chanukkiot, an. Sie können aus Holz, Glas, Lego oder Metall bestehen. Im Jüdischen Museum Emmendingen sind Menora- und Banktypen ausgestellt.
Das Exponat des Monats und zugleich Herz der Ausstellung bildet der zerlegbare Chanukka-Leuchter, 20. Jh., aus Messing, der praktisch auf Reisen verwendet werden kann.
Ein Hinweis auf ölhaltige Speisen, Schokoladen-Chanukka-Geld und beliebte Kreisel (Dreidel) zum Spielen findet sich auch in der Ausstellung, die bis Ende Februar 2020 zu sehen ist.

Jüdisches Museum Emmendingen, Schlossplatz 7
Öffnungszeiten: Eintritt frei, Spenden erbeten
Sonntag und Mittwoch von 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr
bis Ende Februar 2020
Foto: Monika Rachel Raija Miklis

Emmendingen-Simon-Veit-Haus

Emmendingen: Kritisches Erinnern bleibt nötig

Zum 75. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz legten Vertreter der Stadt Emmendingen, der Jüdischen Gemeinde, des Vereins für Jüdische Geschichte und Kultur und des SPD-Ortsvereins Emmendingen am Mahnmal vor dem Bergfriedhof Kränze und Blumen nieder. Bereits um die Mittagszeit erinnerten Mitarbeiter des Zentrums für Psychiatrie am Denkmal der grauen Busse an die Patientenmorde der NS-Zeit.Weiterlesen: Presse Gedenken 75 Jahre und Badische Zeitung 29.1.2020

Emmendingen-Simon-Veit-Haus

Emmendingen: Gedenken an die Schoa

Erinnerung an die Befreiung der Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz am 27. Januar 1945

Am 27. Januar 1945 befreiten Soldaten der Roten Armee etwa 7000 völlig entkräftete Häftlinge des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz- Birkenau. Mindestens 1,1 Millionen zumeist jüdische Menschen wurden allein an diesem Ort des Grauens im Rahmen des nationalsozialistischen Völkermordes ermordet. Auschwitz-Birkenau verkörpert heute den Inbegriff des industriellen Massenmordes und der unfassbaren Menschheitsverbrechen der nationalsozialistischen Diktatur.
Nach einigen einführenden Worten des Historikers Markus Wolter zur Geschichte von Auschwitz-Birkenau lesen Mitglieder des Vereins für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen Texte und Gedichte von Überlebenden der Schoa und zeigen Zeichnungen, die von Häftlingen der Konzentrations und Vernichtungslager als Zeichen ihrer Zeitzeugenschaft überliefert sind.

Diesen Erinnerungen soll Raum geben und gemeinsam aller Opfer gedacht werden
.
Musikalisch umrahmt wird die Gedenkveranstaltung von Bella Khasminska am Akkordeon, Ilja Tarasenko am Klavier und Igor Mur`ye an der Klarinette.

Sonntag, 26 Januar 2020, 17 Uhr
mit Markus Wolter
Emmendingen, Simon-Veit-Haus, Kirchstraße 11, Teschemacher- Saal
Verein für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen e.V. in Zusammenarbeit mit der Jüdischen Gemeinde Emmendingen K.d.ö.R.
Eintritt frei, Spenden erbeten

Emmendingen: Wichtige Bildungsarbeit

Der Verein für Jüdische Geschichte und Kultur freut sich über ein Besucherplus im Museum.
Die Zahl der erwachsenen Besucher des jüdischen Museums ist 2018 um 33 Prozent gestiegen. Kinder und Jugendliche wurden dagegen etwas weniger gezählt. Insgesamt besuchten knapp 3000 Interessierte, zehn Prozent mehr, die vom Verein für jüdische Geschichte und Kultur ehrenamtlich betriebene Gedenk- und Bildungsstätte.  Weiterlesen in der Badischen Zeitung

Emmendingen-Simon-Veit-Haus

Emmendingen: Thementag Musik und Judentum

Zum Thementag „Musik und Judnetum“ lädt der Verein für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen e.V. in in Kooperation mit Jüdische Gemeinde Emmendingen K.d.ö.R. ein: Thementag Musik und Judentum in Emmendingen 17.11.19

14.00 Uhr
Führung durch die Wechselausstellung „Der Tempel in Jerusalem – das zerstörte Heiligtum der Juden“
mit Monika Rachel Raija Miklis, Kuratorin Jüdisches Museum Emmendingen
Ort: Jüdisches Museum Emmendingen, Schloßplatz 7, Emmendingen

15.00 Uhr
Einblick in die Arbeit eines Kantors (Liturgie)
Workshop mit Elija Schwarz, Kantor im Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen K.d.ö.R.
Ort: Teschemacher-Saal im Simon-Veit-Haus am Schloßplatz in Emmendingen

17.00 Uhr
Diskussionsrunde „Was ist jüdische Musik“
Moderation: David Franz
Ort: Ehemalige Musikschule Emmendingen in der Aula der Karl-Friedrich-Schule, Karl-Friedrich-Straße 22, Emmendingen
Mit: Cornelia Anuschek-Pellegrini (Emmendingen), Dana Bostedt (Freiburg), Lucas Fels (Freiburg/London), Gilead Mishory (Freiburg), Monika Rachel Raija Miklis (Emmendingen), Myri Turkenich (Freiburg) und mit einer Uraufführung

19.00 Uhr
Konzert  – ein musikalisches Potpourri
Mit: Yael Birger (Querflöte), Dana Bostedt (Violine), Lucas Fels (Cello) UA, Gilead Mishory (Piano), Igor Murye (Klarinette), Eli Navon (Violine), Tuvia Navon (Piano), Myri Turkenich (Querflöte)

Sonntag, 17. November 2019, ab 14 Uhr
Veranstalter: Verein für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen e.V. in Zusammenarbeit mit der Jüdischen Gemeinde Emmendingen K.d.ö.R.
mit freundlicher Unterstützung durch den Fachbereich Kultur der Stadt Emmendingen
Eintritt frei, Spenden erbeten

Emmendingen-Simon-Veit-Haus

Emmendigen: „Das Judaskreuz“

Autorenlesung und Gespräch mit William Boehart: Der Roman „Das Judaskreuz“ spielt im Norden Deutschlands, überwiegend in Hamburg. Er greift ein Kapitel der deutschen Geschichte zwischen der Revolution 1848 und den ersten Jahren nach der Reichsgründung 1871 auf und ist als Kriminalgeschichte aufgebaut. Der Roman ist jedoch kein historischer Regionalkrimi, sondern thematisiert das Aufkommen des modernen Antisemitismus und im Gegenzug das geistige Erbe des Aufklärers Gotthold Ephraim Lessing.
Das Buch greift hochaktuelle Themen auf, es regt zum Nachdenken an und zur Auseinandersetzung mit dem sich immer stärker manifestierenden, gewaltbereiten Antisemitismus in der deutschen Gesellschaft. Zugleich ist es aber auch eine Hommage an die Macht der Bücher.
Der 1947 in den USA geborene Autor William Boehart lebt seit 1975 in Deutschland. Nach dem Studium der Geschichte, Literatur und Philosophie in den USA und in Deutschland und der Promotion über Gotthold Ephraim Lessing arbeitete William Boehart mehr als 35 Jahre als Archivar und Historiker im Herzogtum Lauenburg. Er lebt heute in Mölln.

Dienstag, 5. November 2019, 19 Uhr
Mit William Boehart
Verein für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen e.V. in Kooperation: Jüdische Gemeinde Emmendingen K.d.ö.R.
Emmendingen, Simon-Veit-Haus, Kirchstraße 11, Teschemacher- Saal
Eintritt frei, Spenden erbeten