Foto: Monika Miklis

Jüdisches Museum Emmendingen: Ausstellung zum jüdischen Lichterfest „Chanukka“

Aus aktuellem Anlass ist eine Ausstellung zum Chanukka-Fest im Jüdischen Museum in Emmendingen zu sehen. Die Präsentation zeigt anschaulich die verschiedenen Typen von Chanukka-Leuchtern, u.a. Exponate aus der Sammlung Karl Günther, Bräuche und Traditionen rund um den Kreisel und um ölhaltige Speisen, einen Gedichtband mit einer Widmung zur Erinnerung an die Chanukka-Feier des israelitischen Frauenvereins Emmendingen im Jahre 1924 und einem besonderen Kreisel, heb. Sevivon, der zum Exponat des Monats ernannt wurde. Dieser Sevivon ist 2010 von Jugendlichen der Jüdischen Gemeinde Emmendingen im Rahmen ihres Religionsunterrichts angefertigt worden Auf jeder Fläche des Kreisels ist ein Stück Geschichte der jüdischen Gemeinde versteckt. Dafür interviewten sie auch den inzwischen verstorbenen Zeitzeugen und Mitbegründer der neuen jüdischen Gemeinde, Klaus Teschemacher. Die Jugendlichen wurden mit ihrem Werk beim Internationalen Wettbewerb „My story – Our story“ des Diaspora-Museums in Tel Aviv ausgezeichnet.

Die Ausstellung ist bis zum 31. Januar 2019 zu besichtigen.
Öffnungszeiten: Sonntag und Mittwoch von 14.00 Uhr – 17.00 Uhr
Jüdisches Museum Emmendingen, Schlossplatz 7
Eintritt frei, Spenden erbeten
Weitere Informationen unter juedisches-museum-emmendingen.de
Fotos: M. Miklis

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Emmendingen: Seite aus dem vorgestellten Buch mit Noten des Liedes s'brennt in jiddischer Sprache

Emmendingen: Erinnerung an die Befreiung der Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz am 27. Januar 1945

Der Verein für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen e.V. gedenkt mit einer Lesung der vielen Menschen, die von den Nationalsozialisten und ihren Unterstützern entwürdigt, gequält und ermordet wurden. Dem Zeitzeugen Mordechai Gebirtig wird in Emmendingen eine Stimme gegeben:
Der jiddische Dichter und außergewöhnliche Künstler Mordechai Gebirtig, auch „Vater des jiddischen Liedes“ genannt, verlieh mit seinen Liedern dem Leben und Leiden der osteuropäischen Juden eine poetische Stimme. Gebirtig wurde von den Nazis 1942 im Krakauer Ghetto ermordet. Doch rund 170 seiner Gedichte und Lieder haben die Schoa überlebt. Heute wie damals sind sie ein bedeutendes Zeugnis jüdisch-europäischer Kultur und werden weltweit von namhaften Künstlern gesungen und interpretiert. Gebirtigs bekanntestes Lied s´brent (Es brennt) war während der NS-Diktatur die inoffizielle Hymne jüdischer Widerstandskämpfer und wird heute in Israel zu jedem Holocaust-Gedenktag angestimmt.
Es brennt ist die erste deutschsprachige Biografie Mordechai Gebirtigs – eine Pionierarbeit und ein Buch gegen das Vergessen. Viele Lieder Gebirtigs wurden hierfür erstmals ins Deutsche übertragen. Aus Archiven in Europa, Israel und den USA hat Autor Uwe von Seltmann zahlreiche neue Entdeckungen zu Leben und Werk des Krakauer Poeten zusammengetragen. Uwe von Seltmann lebt seit 2007 als freier Publizist, Dokumentarfilmer und Rechercheur vor allem in Krakau. Er ist Autor bzw. Herausgeber zahlreicher Veröffentlichungen zu den familiären, gesellschaftlichen und politischen Auswirkungen der NS-Zeit auf die Gegenwart.
Das Buch kann im Anschluss an die Veranstaltung erworben werden.

Sonntag, 27. Januar 2019, 17 Uhr
mit Uwe von Seltmann
Emmendingen, Simon-Veit-Haus, Kirchstraße 11, Teschemacher- Saal
Verein für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen e.V. in Zusammenarbeit mit der Jüdischen Gemeinde Emmendingen K.d.ö.R.
Eintritt frei, Spenden erbeten

Jubiläumskonzert Emmendingen

Musik die Brücken baut

30 Jahre Verein für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen ist ein Grund zum Feiern, sagte die Vorsitzende Carola Grasse beim Konzert mit den Musikern von Michael Heitzlers Kleszmer Band. Sie hob hervor, dass es im Vorstand eine sehr bewusste Entscheidung gewesen sei, dies mit einem großen Konzert zu tun. Die Musik solle als Brückenbauer erlebbar sein, in einer offenen Gesellschaft der kulturellen Vielfalt. Weiterlesen:  oder

Jubiläumskonzert Emmendingen

Emmendingen: Jubiläumskonzert mit Michael Heitzler’s Klezmer Band

Der Verein für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen e.V. feiert sein dreißig jähriges Bestehen gemeinsam mit den Musikern von Michael Heitzler’s Klezmer Band. Ihre Musik wurde von den großen amerikanischen und osteuropäischen Bands vom Beginn bis Mitte des 20. Jahrhunderts inspiriert. Daneben bilden die wunderschönen, tief spirituellen Nigunim (Melodien) der chassidischen Juden Osteuropas einen weiteren Bestandteil ihres Repertoires. Die Klezmermusik einer verloren gegangenen Welt soll wiedererstehen. Durch Arrangement und Instrumentalisierung wird ihr eine eigene, zeitgemäße und persönliche Note gegeben. Neben den mitreißenden Stücken von „Ode Hashem“, die einen kaum ruhig auf dem Stuhl sitzen lassen, gibt es wunderschöne, tief berührende Balladen, die direkt in die Seele zielen.
Siehe auch:  Flyer(1)

Samstag 24.11.2018, 20.00 Uhr – Einlass ab 19 Uhr
mit Michael Heitzler: Klarinette, Christian Gutfleisch: Piano, Michael Chylewski: Bass, Daniel Schay: Schlagzeug
Altdorfhalle Kollmarsreute, Emmendingen
18.00 Euro / ermäßigt 15.00 Euro (Über das Online Portal Reservix und bei allen Vorverkaufsstellen der Badischen Zeitung

Emmendingen-Simon-Veit-Haus

Emmendingen: Die Kindertransporte 1938/39 – Die Flucht jüdischer Kinder vor dem Holocaust und ihre Folgen

Anlässlich des Gedenkjahres 2018 erinnern wir uns an mehrere Ereignisse: im November vor 80 Jahren fanden die Novemberpogrome statt. Kurz darauf wurden im Dezember die Kindertransporte ins Leben gerufen. Über 15 000 jüdische Kinder aus Deutschland, Österreich, Polen und der Tschechoslowakei konnten gerettet werden, weil ihre Eltern bereit waren, sich von ihnen zu trennen und sie alleine auf einen Kindertransport in die Fremde zu schicken. Die Geschichte der Kindertransporte gilt als eines der wenigen positiven Kapitel in der Holocaust-Forschung. Mit diesem beschäftigt sich Lilly Meier (geb. 1992). Der Vortrag basiert auf Zeitzeugen-Interviews, die die junge Forscherin, Autorin und Referentin der KZ-Gedenkstätte Dachau mit amerikanischen Holocaust-Überlebenden geführt hat. Die Biographie von Arthur Kern hat sie im Buch „Arthur und Lilly. Das Mädchen und der Holocaust-Überlebende“ festgehalten. Das Buch ist vor Ort erhältlich.

Sonntag, 11. November 2018, 11:45 Uhr,
Vortrag und Gespräch mit Lilly Maier
Simon-Veit-Haus, Kirchstraße 11, Teschemacher-Saa,l Emmendingen
Veranstalter: Verein für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen e.V. in Zusammenarbeit mit der Jüdischen Gemeinde Emmendingen K.d.ö.R.,
In Kooperation mit der Parole Buchhandlung und dem Heyne Verlag
Eintritt frei, Spenden erbeten

Emmendingen-Simon-Veit-Haus

Emmendingen: Gedenken an den Novemberpogrom

Die Stadt Emmendingen und die jüdische Gemeinde Emmendingen laden zum gemeinsamen Gedenken an die Zerstörung der Synagoge und die Verfolgung der jüdischen Gemeinde während des Nationalsozialismus ein. Die Ansprache hält Alexander Schoch, Mitglied des Landtages. Im Anschluss findet eine Kranzniederlegung statt.

Freitag, 9. November 2018, 14 Uhr
Schlossplatz Emmendingen
Musikalische Umrahmung: Schüler des Musikzuges des Goethe-Gymnasiums
Eintritt frei

Emmendingen-Simon-Veit-Haus

Erich Fried – Ein schonungsloser Mahner und streitbarer Weltverbesserer

Die Nazis zwangen den jungen Wiener Juden Erich Fried (geb. 6.5.1921 in Wien, gest. 28.11.1988 in Baden-Baden), mit 17 zur Flucht nach England, das ihm Asyl und Schutz bot. Eine wahre Heimat fand er allein in der deutschen Sprache und im Schreiben. Seine Shakespeare – Übersetzungen und vor allem seine zahlreichen Gedichtbände, in denen er mit starker Empathie für die Opfer und unterdrückten Menschen wo auch immer Partei ergriff, haben ihm Verehrer wie Feinde gebracht. Die eine lehnen den politischen Agitator und kompromisslosen Pazifisten ab, die anderen himmeln ihn als Kultfigur und Guru an. Mit suggestivem Ausdruck prangerte er politische Missstände an und ging keiner Auseinandersetzung aus dem Weg. Am härtesten aber ging er mit den Menschen seines eigenen Volkes ins Gericht und klagte sie an mit dem Zorn des Propheten.

Donnerstag, 11. Oktober 2018, 19:30 Uhr
Vorgestellt von Ursula Kurze (Dresden) und Ruben Frankenstein (Freiburg)
Emmendingen, Simon-Veit-Haus, Kirchstraße 11, Teschemacher- Saal
Verein für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen e.V. in Zusammenarbeit mit der Jüdischen Gemeinde Emmendingen K.d.ö.R.
Eintritt frei, Spenden erbeten