Schofar_Foto Monika Miklis

jüdisches Museum Emmendingen: Exponat des Monats – das Widderhorn

Welches Objekt könnte die Bedeutung der jüdischen Hohen Feiertage besser symbolisieren als das geschwungene Horn eines Widders? Das Widderhorn, Hebräisch „Schofar“, ist ein altes Instrument, das bereits seit über dreitausend Jahren in der jüdischen Liturgie verwendet wird. Im letzten Monat „Elul“ des jüdischen Jahres, das am 9. September zu Ende ging, ermahnte es bereits täglich die Betenden in der Synagoge, sich ihrer Taten des vergangenen Jahres zu erinnern, sich auf die Zeit der Busse und der Rückkehr zu G’tt vorzubereiten.  An den beiden Neujahrstagen erklingt es mehr als hundert Mal während dem G’ttesdienst und ermahnt Juden auf der ganzen Welt, sich ihres Bundes mit G’tt, dem König der Welt, erneut bewusst zu werden. Mit dem ernsten und besinnlichen Jahresanfang 5779 (10./11.9.18) beginnen die zehn Bußtage, die schließlich am 19. September 2018 in den höchsten jüdischen Feiertag gipfeln, in den Tag der Sühne (Hebr. Jom Kippur). Es ist der Tag, an dem die Synagogen wenigstens einmal im Jahr brechend voll sind, an dem selbst säkulare Juden doch lieber mal Fasten, fünfundzwanzig Stunden nicht trinken und essen, um auf Nummer sicher zu gehen. Weil, man kann ja nie wissen… Es ist ein Tag der Sühne und der Versöhnung mit seinen Mitmenschen und mit G’tt. Zum Abschluss der feierlichen Liturgie erklingt an Jom Kippur vor Sonnenuntergang ein letztes Mal der Klang des Schofar, gleich einem Schluchzen und Wehklagen, der die Gebete in den Himmel trägt bis vor den Thron des allmächtigen Richters.  Welches Objekt könnte  passender sein, als das Horn eines Widders, der damals bei der Bindung von Jitzchak seinem Vater Abraham im Dickicht erschien und bis heute Abrahams G’ttvertrauen symbolisiert? Wer mag, kann das gerne im 22. Kapitel des ersten Buch Mose nachlesen, das auch in dieser Zeit in der Synagoge gelesen wird. Das Exponat des Widderhorns ist Teil der Sonderausstellung zu den Hohen Feiertagen im Jüdischen Museum Emmendingen.

jüdisches Lehrhaus Emmendingen

Veranstaltungsreihe „Die Schöpfung“: Zurück im Garten Eden in den Büchern von Meir Shalev

Ein Nachmittag über den bekannten israelischen Schriftsteller Meir Shalev, der in seinen Büchern der Natur, vor allem Gärten, sehr nahe ist und gerade letztes Jahr ein sehr schönes Buch über seinen eigenen Garten unter dem Titel „Mein Wildgarten“ veröffentlicht hat.
mehr: juedlehrhaus-flyer-2018

Sonntag, 30. September 2018, 17 Uhr
Mit Dr. med. Ursula Hellerich
In Kooperation mit der Parole Buchhandlung, Emmendingen.
Jüdisches Museum Emmendingen (Mikwe), Schlossplatz 7
Eintritt frei, Spenden erbeten

Kippenheim_1938_Vortrag Alter und Neuer Antisemitismus

Vortrag „Alter und Neuer Antisemitismus“

In der Nacht vom 9. auf den 10. November jährt sich die Zerstörung der deutschen Synagogen während des Novemberpogroms zum 80. Mal.

Aus diesem Anlass spricht der Antisemitismusbeauftragte der Landesregierung Baden-Württemberg, Dr. Michael Blume zum Thema „Alter und neuer Antisemitismus“. Dabei steht nicht nur die Aufarbeitung der Vergangenheit im Fokus, sondern auch der offene oder versteckte Antisemitismus im heutigen Deutschland und Europa. Gibt es angesichts der schwierigen Gesamtlage Wege in eine Zukunft gegenseitiger Wertschätzung?

Der Vortrag findet in der Kultur- und Erinnerungsstätte Salmen statt. Dort befand sich seit 1875 die Offenburger Synagoge, die ebenfalls während des Novemberpogroms 1938 zerstört wurde. Flyer_2.10.18_web-end

Dienstag, 2. Oktober 2018, 20 Uhr
Salmen, Lange Straße 52, Offenburg
in Kooperation mit dem Fachbereich der Stadt Offenburg und der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg
Eintritt frei

Emmendingen-Simon-Veit-Haus

Erich Fried – Ein schonungsloser Mahner und streitbarer Weltverbesserer

Die Nazis zwangen den jungen Wiener Juden Erich Fried (geb. 6.5.1921 in Wien, gest. 28.11.1988 in Baden-Baden), mit 17 zur Flucht nach England, das ihm Asyl und Schutz bot. Eine wahre Heimat fand er allein in der deutschen Sprache und im Schreiben. Seine Shakespeare – Übersetzungen und vor allem seine zahlreichen Gedichtbände, in denen er mit starker Empathie für die Opfer und unterdrückten Menschen wo auch immer Partei ergriff, haben ihm Verehrer wie Feinde gebracht. Die eine lehnen den politischen Agitator und kompromisslosen Pazifisten ab, die anderen himmeln ihn als Kultfigur und Guru an. Mit suggestivem Ausdruck prangerte er politische Missstände an und ging keiner Auseinandersetzung aus dem Weg. Am härtesten aber ging er mit den Menschen seines eigenen Volkes ins Gericht und klagte sie an mit dem Zorn des Propheten.

Donnerstag, 11. Oktober 2018, 19:30 Uhr
Vorgestellt von Ursula Kurze (Dresden) und Ruben Frankenstein (Freiburg)
Emmendingen, Simon-Veit-Haus, Kirchstraße 11, Teschemacher- Saal
Verein für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen e.V. in Zusammenarbeit mit der Jüdischen Gemeinde Emmendingen K.d.ö.R.
Eintritt frei, Spenden erbeten

Europäischer Tag der jüdischen Kultur 2018

Emmendingen: Europäischer Tag der jüdischen Kultur

Das gesamte Programm zum europäischen Tag der jüdischen Kultur in Emmendingen auf einen Blick: ETJK_Emmendingen_2018

11.00 – 18.00 Uhr: Tag der offenen Tür im Jüdischen Museum Emmendingen
11.30 Uhr: Vortrag und Gespräch mit Rabbiner Yaakov Yosef Yudkowsky – „Die Begleitung der Königin Schabbat und Geschichten über Zaddikim“
14.00 Uhr: Führung durch das Jüdische Museum mit Noemi Wertheimer und Carola Grasse
15.30 Uhr: Vortrag und Gespräch mit Monika Rachel Raija Miklis, M.A., Dozentin am Jüdischen Lehrhaus Emmendingen – „Storytelling in der jüdischen Kunst“
17.00 Uhr: Vortrag und Gespräch mit Dr. med. Ursula Hellerich, Dozentin am Jüdischen Lehrhaus Emmendingen
„Die Anfänge alter und neuer Geschichten – vom Buch Genesis bis zu Amos “

Veranstalter: Verein für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen e.V., Jüdische Gemeinde Emmendingen K.d.ö.R.
Mit freundlicher Unterstützung durch den Fachbereich Kultur der Stadt Emmendingen
Jüdischen Museum Emmendingen, Schlossplatz 7
Eintritt frei – Spenden erbeten

12.00 – 18.00 Uhr: Koscherer Wein und Sekt, Kaffee und Kuchen, Challa (Zopfbrot zu den jüdischen Feiertagen)
14.00 & 16.00 Uhr: Führungen durch die Synagoge mit Rabbiner Yaakov Yosef Yudkowsky

Programm der Jüdischen Gemeinde Emmendingen K.d.ö.R.
Simon-Veit-Haus, Kirchstraße 11 & Landvogtei 11
Eintritt frei – Spenden erbeten

19.00 Uhr: Konzert mit dem Trio Canelle „Die Goldenen Zwanziger. Tanz auf dem Vulkan“
Lora Kostina (Klavier), Athina Kontou (Kontrabass) und Karolina Trybala (Gesang)

Veranstalter: Verein für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen e.V., Jüdische Gemeinde Emmendingen K.d.ö.R.
In Zusammenarbeit mit dem Kulturprogramm des Zentralrates der Juden in Deutschland und dem Fachbereich Kultur der Stadt Emmendingen:
Altes Rathaus, Marktplatz 1, Bürgersaal
Eintritt frei – Spenden erbeten

jüdisches Museum Emmendingen

Schließzeiten jüdisches Museum

Wegen der Feierlichkeiten zu 600 Jahre Marktrecht Emmendingen und dem „600 Jahr` Marktspiel“ auf der Freilichtbühne Schlossplatz muss das Jüdische Museum Emmendingen am Sonntag, den 12. August leider geschlossen bleiben.

Sonntag, 12. August 2018
Jüdisches Museum Emmendingen, Schlossplatz 7