Neue Medienstation in Emmendingen

Entwicklung digitaler Formate zur Wissens- und Informationsvermittlung

Der Verein für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen e.V. hat im Jahr 2021 eine Medienstation „Jüdisches Leben in Emmendingen“ für die Dauerausstellung im Erdgeschoss des Jüdischen Museums gestaltet.

Seit März 2022 steht sie den Besucher:innen des Museums zu den regulären und besonderen Öffnungszeiten für ihre persönlichen Recherchen zur Verfügung. Sie unterstützt die Vermittlungsarbeit des Trägervereins durch ein digitales Format. Im Rahmen der gedenkstättenpädagogischen Vermittlungsarbeit können junge Menschen bei Führungen oder im Rahmen selbstständiger Recherchen das digitale Angebot der Medienstation nutzen. Sie können eigene Zugänge zur jüdischen Geschichte der Stadt Emmendingen und zur Erinnerungsarbeit finden und gestalten.

Die Medienstation gliedert sich in die drei Hauptbereiche „Erinnerung“, „Neubeginn“ und „Vermittlung“. Im Hauptmenüpunkt „Erinnerung“ finden sich die Unterrubriken „Menschen“, „Gemeindeleben“, „Politik und Gesellschaft“, „Kultur und Freizeit“, „Ökonomie“, „Zerstörung der Gemeinde“ und „Zeichen der Erinnerung“. Unter der Unterrubrik „Menschen“ können sich die Nutzer:innen mit den Lebensgeschichten Emmendinger Jüdinnen und Juden vertraut machen.

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Emmendingen: Wiedereröffnung und Jubiläumsjahr 2022

Am Sonntag, den 6. März 2022, öffnet der Verein für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen e.V. nach einer vielwöchigen, pandemiebedingten Pause wieder die Museumstüren. „Mischenichnas Adar marbim beSimcha“ – dieser hebräische Vers passt wunderbar: „Wenn der jüdische Monat Adar eintritt, vermehren wir die Freude.“

Mit einer Wechselausstellung zum Purim-Fest eröffnen die Vereinsmitglieder außerdem das Jubiläumsjahr „25 Jahre Jüdisches Museum Emmendingen“.

Film über die Gedenkstätten in Baden-Württemberg 2021

Ein neuer Dokumentarfilm der Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Gedenkstätteninitiativen in Baden-Württemberg (LAGG) und der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (LpB)informiert über die Gedenkstättenarbeit in Baden-Württemberg, ihre Vielfalt und ihre aktuellen Herausforderungen. Zugleich lädt er zum Besuch und Kennenlernen der insgesamt über 80 Erinnerungsorte im Land ein. Exemplarisch werden die KZ-Gedenkstätte Neckarelz, die Gedenkstätte Grafeneck, das Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg Ulm sowie das Jüdische Museum Emmendingen vorgestellt. Dabei werden Statements unterschiedlicher Akteurinnen und Akteure eingebunden. Landtagspräsidentin Muhterem Aras würdigt das beeindruckende, in weiten Teilen ehrenamtlich getragene Engagement der Gedenkstätten und ihre wertvolle Arbeit.

Hintergrund für den Film ist auch die Corona-Pandemie. Die Schließungen im Zuge der Lockdowns und das Fernbleiben von Besucherinnen und Besuchern, insbesondere von Schulklassen, hat sich spürbar auf die Arbeit der Gedenkstätten ausgewirkt. Stillstand bedeutet diese Zeit jedoch nicht, trotz der pandemiebedingten Einschränkungen geht die Bildungs- und Forschungsarbeit an den Gedenkstätten weiter und beschreitet dabei auch neue Wege. Hierauf möchte der im Auftrag der Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Gedenkstätteninitiativen in Baden-Württemberg (LAGG) und der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (LpB) entstandene Film ebenso aufmerksam machen wie auf die Vielfalt der Gedenkstättenlandschaft von Baden-Württemberg.

Erstellt wurde die zwanzigminütige Dokumentation von der renommierten Filmemacherin Sibylle Tiedemann. Die in Berlin und Neu-Ulm lebende Regisseurin ist für ihre historischen Dokumentarfilme bekannt und wurde u. a. mit dem Deutschen Filmpreis (1998) und dem German Jewish History Award (2011) ausgezeichnet.

Der Film wurde am 11. November 2021 im „Hotel Silber“ im Rahmen eines Pressegesprächs öffentlich vorgestellt. Nun ist er auf dem YouTube-Kanal der LpB und auf der Startseite des Gedenkstättenportals abrufbar.

Emmendingen: Europäischer Tag der Jüdischen Kultur 2022

Der Verein für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen und die Jüdische Gemeinde Emmendingen K.d.ö.R. bieten mit freundlicher Unterstützung des Fachbereichs Kultur der Stadt Emmendingen ein breites Programm zum ETdJK am Sonntag, den 4. September 2022 an. Hier der Flyer

11-18 Uhr: Tag der offenen Tür

13 Uhr: Kurzführung zur jüdischen Geschichte der Stadt Emmendingen
mit Noemi Wertheimer und Carola Grasse
Treffpunkt: Schlossplatz

16 Uhr: Führung durch die Dauerausstellung in der Mikwe
mit Kuratorin Monika R. R. Miklis

Veranstalter: Verein für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen e.V.
Ort: Jüdisches Museum Emmendingen, Schlossplatz 7 und auf dem Schlossplatz
Eintritt frei, Spenden erbeten

11.30 Uhr:Vortrag und Gespräch „Das Schabbatjahr im Land Israel“
mit Rabbiner Yaakov Yosef Yudkowsky, Jüdische Gemeinde Emmendingen K.d.ö.R.

15 Uhr: Vortrag und Gespräch „Die Mikwe – Das Emmendinger Ritualbad damals und heute“
mit Monika R.R. Miklis M.A., Kuratorin des Jüdischen Museums Emmendingen

17 Uhr: Vortrag und Gespräch „Novels – literarische Neuerscheinungen jüdischer Autor:innen aus
den Jahren 2021 und 2022: Werke von Nicole Krauss, Jessica Durlacher, Rafael Seligmann, Gabriel Wolkenfeld, Yonatan Sagiv und Robert Menasse“
mit Dr. med. Ursula Hellerich, Dozentin am Jüdischen Lehrhaus Emmendingen

Veranstalter: Verein für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen e.V.
Ort: Simon-Veit-Haus, Kirchstraße 11, Teschemacher-Saal
Eintritt frei, Spenden erbeten

11-17 Uhr: Koscherer Wein und Sekt, Kaffee und Kuchen, Challa (Zopfbrot zu den jüdischen Feiertagen) und Humus
im Simon-Veit-Haus, Kirchstraße 11

14 Uhr: Führung durch die Synagoge
mit Rabbiner Yaakov Yosef Yudkowsky, Jüdische Gemeinde Emmendingen K.d.ö.R
in der Synagoge, Landvogtei 11

Veranstalter: Jüdische Gemeinde Emmendingen K.d.ö.R.
Ort: Simon-Veit-Haus, Kirchstraße 11 und Synagoge, Landvogtei 11
Eintritt frei, Spenden erbeten

19 Uhr: Konzert mit Michael Heitzler`s Klezmer Band „Ode Haschem“
Michael Heitzler, Klarinette, Christian Gutfleisch, Piano, Thomas Lähns, Kontrabass und Daniel Schay, Schlagzeug

in Zusammenarbeit mit dem Kulturprogramm des Zentralrates der Juden in Deutschland und dem Fachbereich Kultur der Stadt Emmendingen
Ort: Altes Rathaus, Marktplatz 1, Bürgersaal
Eintritt frei, Spenden erbeten

Emmendingen: Neue Wechselausstellung „Von Pessach bis Schawuot“

Am 15. Mai 2022, dem Internationalen Museumstag, wurde die neue Ausstellung im Rahmen des Jubiläumsprogramms „25 Jahre Jüdisches Museum Emmendingen“ eröffnet.

Die Besucher*innen werden anhand von Objekten mit den Festen Pessach und Schawuot sowie der dazwischen liegenden Omer-Zeit vertraut gemacht.
Vor einigen Wochen wurde mit dem Pessach-Fest an den Auszug aus der Slaverei in Ägypten erinnert. Jetzt bereiten sich religiöse Jüdinnen und Juden auf das bevorstehende Schawuot-Fest vor. Beide Feste gehörten zur Zeit des Tempels mit dem Laubhüttenfest zu den drei Wanderfesten zum Heiligtum in Jerusalem. Die Omer-Zeit verbindet das Pessach-Fest mit dem Fest „Schawuot“ (hebr. „Wochen“), das Fest der körperlichen Befreiung mit dem Fest der geistigen Erhebung. Vom zweiten Tag Pessach an sollen nach jüdischem Gesetz 49 Tage, somit 7 Wochen, gezählt werden. Ein Omer-Kalender veranschaulicht dies in der Ausstellung. Auf den 50. Tag fällt das „Wochenfest“, das daher seinen Namen erhält. Es ist das Fest der Toragebung. Mosche empfing vom Ewigen die Gesetze und gab sie an die Israeliten weiter.
Die Israeliten erklärten sich auf dem Berg Sinai dazu bereit, die Gesetze der Tora anzunehmen, so steht es in den fünf Büchern von Mosche. Eine kleine Übungs-Tora-Rolle bereichert die Ausstellung, sowie Torawickelbänder mit Hebräischen Stickereien.

Foto (Detail): Monika Rachel Raija Miklis

Laufzeit: 15. Mai bis 31. Juli 2022
Jüdisches Museum Emmendingen, Schlossplatz 7
https://www.juedisches-museum-emmendingen.de/

Emmendingen: Jüdisches Museum in Emmendingen feiert 25-jähriges Bestehen

Zum Internationalen Museumstag am 15. Mai hat das Jüdische Museum in Emmendingen ein besonderes Programm organisiert. Gleichzeitig soll ein besonderes Jubiläum gefeiert werden.
Meilensteine, so lautet der Titel des Jubiläumsjahres des Jüdischen Museums Emmendingen. Am Sonntag, 15. Mai, dem internationalen Museumstag, feiert die Einrichtung nun ihr 25-jähriges Bestehen. Von 11 bis 19 Uhr können Interessierte die verschiedenen Meilensteine erkunden, die das Museum im Zeichen von jüdischer Geschichte und Kultur im Laufe der Jahre gesetzt hat. Weiterlesen: BZ-Artikel

Emmendingen: 25 Jahre Jüdisches Museum am Internationalen Museumstag

Der Verein für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen e.V. feiert 25 Jahre Jüdisches Museum Emmendingen mit einem umfangreichen Programm am Internationalen Museumstag:

11-18 Uhr: Tag der offenen Tür

11.30 Uhr: Lesung und Dia-Show „Geachtet, ausgegrenzt, deportiert, gerettet, Neustart“ über die Schicksale der jüdischen Familie Günzburger und Roos mit Hanneke und Peter Schmitz

13 Uhr: Kurzführung zur jüdischen Geschichte der Stadt Emmendingen, Treffpunkt Schlossplatz

14 Uhr: Führung mit Kuratorin Monika Rachel Raija Miklis

15.30 Uhr: Präsentation der neuen Medienstation

19 Uhr: „Von Pessach bis Schawuot – Liturgisches von Feiertag zu Feiertag“ mit Elija Schwarz, Kantor/Religionslehrer

Flyer zum Download: Flyer Internationaler Museumstag 2022 25 Jahre Jüdisches Museum Emmendingen

Sonntag, 15. Mai 2022, ab 11 Uhr
Jüdisches Museum Emmendingen, Schlossplatz 7
Veranstalter:Verein für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen e.V.
Eintritt frei, Spenden erbeten

Emmendingen: Wie das Jüdische Museum Emmendingen seit 25 Jahren erinnert, erforscht und dokumentiert

Anfang des 20. Jahrhundert war die Mikwe in Emmendingen vergessen, zum Glück, entging der Bau am Schlossplatz so den Nazi-Schergen. Heute gibt es hier seit 25 Jahren das Jüdische Museum.
Kulturfest und Festakt waren zwei Programmpunkte am Wochenende des 12. und 13. Aprils 1997, als das Jüdische Museum in Emmendingen eröffnet wurde. Der Ansturm war enorm, erinnert sich Carola Grasse, Vorsitzende des Vereins für Jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen: „400 Besucher kamen zur Eröffnung ins Museum. Damit hatten wir gar nicht gerechnet.“ Eine große Anzahl für dieses kleine Gebäude, das seitdem auf einer Ausstellungsfläche von nicht mehr als 44 Quadratmetern immer wieder aufs Neue den Bogen vom damaligen jüdischen Leben zum heutigen spannt. Weiterlesen: BZ-Artikel

Emmendingen: Lebensspuren aus dem Koffer

In einen alten Koffer, Familienerbstück mit Fluchthistorie aus der DDR, passt die Medienstation, mit der das digitale Zeitalter im mittlerweile 25 Jahre alten jüdischen Museum einzieht. Mittels Touchscreen stehen dort nun den Besuchern des museales Kleinods Inhalte zur Verfügung, die auch in einem großen Museumskomplex niemals an den Wänden Platz gefunden hätten. 44.000 Dateien, rund zwölf Gigabit Daten, umfasst das längst nicht abgeschlossene digitale Archiv. Weiterlesen: 2022-03-24_Ortenau_Seite_32

Emmendingen: Lesung „Geboren im KZ Bergen-Belsen“

Die 1905 in Polen geborene Jüdin Hélène Salamon kommt 1924 nach Frankreich. 1943 schließt sie sich dem Widerstand an, wird im Februar 1944 verhaftet, verhört, gefoltert, schließlich ins KZ Bergen-Belsen in Deutschland deportiert. Bei ihrer Ankunft im Lager ist sie im vierten Monat schwanger. Und nur von einem Gedanken beherrscht: Ihr Kind zur Welt zu bringen. Es gelingt ihr, die Schwangerschaft zu verbergen. Im Oktober 1944 wird ihre Tochter Yvonne im KZ geboren. Mutter und Tochter überleben die nächsten sechs Monate bis zur Befreiung, trotz der barbarischen Behandlung durch die Nazis, trotz des Hungers, des Schmutzes und der Krankheiten inmitten Zehntausender Todgeweihter. Yvonne Salamon erzählt diese unglaubliche Geschichte in einer Art Zwiegespräch der beiden Frauen: Die Zeitzeugin Hélène mit ihrem bewegenden Wahrheitsbericht, Yvonne auf der Suche nach ihrer eigenen Identität und bei der Erforschung ihrer Familiengeschichte.

Oberstudienrat i. R. Hans Zier hat das Buch aus dem Französischen ins Deutsche übersetzt und liest am Jom HaSchoa aus dem autobiografischen Werk. Zu Beginn der Lesung gibt der Historiker Markus Wolter eine kurze Einführung in die Geschichte des KZ Bergen-Belsen, das am 15. April 1945 durch britische Truppen befreit wurde. Das Buch ist im Anschluss an die Lesung an einem Büchertisch erhältlich.

Donnerstag, 28. April 2022, 19.30 Uhr
Teschemacher-Saal im Simon-Veit-Haus, Kirchstraße 11, Emmendingen
mit Hans Zier und Markus Wolter
Verein für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen e.V. in Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Emmendingen K.d.ö.R.
Eintritt frei, Spenden erbeten