Staub, fehlendes Tageslicht, ein bisschen muffiger Papiergeruch, bei Archivarbeit denkt man weniger an die große Emotion, doch es gibt sie. „Jetzt kommt nach vielen Jahren der schönste Moment für uns alle“, sagt Clemens Rehm, Abteilungsleiter des Landesarchivs (LA) Baden-Württemberg, am Ende seiner Rede. Rehm ruft seine Kollegen Nicolas Chibaeff, Direktor des Diplomatischen Archivs des französischen Außenministeriums, und LA-Präsident Gerald Maier zu sich nach vorne.
Chibaeff hält ein Päckchen in der Hand, das er Maier übergibt. Klein, handlich, unscheinbar, aber von enormem historischemWert, steht es an diesem Herbsttag im französischen Generalkonsulat in Stuttgart im Mittelpunkt. Das Publikum im Saal klatscht. „Man kann wirklich von einer Überwindung von Kriegsfolgen und einem Beitrag zur Friedensarbeit in Europa sprechen“, sagt Gerald Maier und ergänzt: „Für uns hat dieses Projekt Modellcharakter.“
Vor dem Zeitalter moderner Computer- und Speichertechnologie hätte Nicolas Chibaeff jetzt 50 Kartons mit Akten hier neben sich stehen, so aber hat er aus seinem Archiv in La Courneuve bei Paris lediglich ein Speichermedium für seine deutschen Kollegen mitgebracht. Weiterlesen: 2021-11-17_Ortenau_Seite_3
Artikel der Kategorie ‘Presse’
Freiburg: Zwei Jahrzehnte Forschung, die nun gewürdigt werden
Mit Else Pripis fing es an: Durch sie erfuhr die Geschichtslehrerin Rosita Dienst-Demuth (67), dass es an ihrer Lessing-Realschule im Nationalsozialismus eine Zwangsschule für jüdische Kinder gab – Else Pripis, die damals Else Geismar hieß, war eine Schülerin. 2001 gründete Rosita Dienst-Demuth die Geschichtswerkstatt. Trotz ihrer Pensionierung bleibt sie im Einsatz für das beeindruckende Projekt, das am Mittwoch im Historischen Kaufhaus den Rahel-Straus-Preis der Landesarbeitsgemeinschaft Baden- Württemberg des Vereins „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ erhält. Weiterlesen: badische_zeitung_2021-11-15_206269672
Informtionen zu dem Projekt „Baum für stille Helden“ finden Sie hier: Dienst-Demuth_Geschichtsverein_Gedenktatafel_BAUM FÜR STILLE HELDINNEN UND HELDEN_4 20211018 L
Breisach: Die Angst regierte in jeder Familie
Anlässlich des Jahrestages des Synagogenbrandes vor 83 Jahren lud die Stadt Breisach am Mittwochabend zu einer Gedenkfeier ein. Die Novemberpogrome 1938 waren der Beginn der systematischen Verfolgung des Judentums in ganz Deutschland. Auch die jüdische Gemeinde in Breisach wurde das Ziel von Zerstörung, Verschleppung und Vernichtung von Kulturgut. Weiterlesen: badische_zeitung_2021-11-12_206235872
Als der Staatsterror 1938 die Juden in Offenburg traf
Für die jüdische Gemeinde in Offenburg war der 10. November 1938 ein Tag des Terrors. Am Morgen wurden sie verhaftet und am Abend nach Dachau gebracht. Einige Betroffene berichten. Weiterlesen in der Badischen Zeitung
Stolperstein-Putzaktion zum Gedenken an Nazi-Opfer
Anlässlich des Gedenkens an die Reichspogromnacht im Jahr 1938 hat Aufstehen gegen Rassismus wieder Stolpersteine in Offenburg geputzt. Unterstützt wurden die Initiative in diesem Jahr vom Jugendzentrum Kessel, von Solidarity Ortenau, von der Grünen Jugend, von Jungsozialisten sowie vom SPD-Ortsverein. Die Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig erinnern auch in Offenburg an das Schicksal der Menschen, die in der NS-Zeit verfolgt, vertrieben, deportiert, ermordet oder in den Suizid getrieben wurden. Weiterlesen: BZ_20211111_9_November_Aktion_Stolpersteine_geputzt
Ein Tag des Leids und der Freude
An keinem anderen Tag liegen in der deutschen Geschichte Glück und Unglück so eng beisammen wie am 9. November. Darauf macht Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier aufmerksam. Er appelliert an die Deutschen, den Tag in seiner ganzen Ambivalenz anzunehmen. Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, möchte den Tag hingegen als nationalen Gedenktag für die Opfer der Schoah begehen. Weiterlesen: BZ_20211110_Gedenken_9_November_bundesweit_2 & BZ_20211110_Gedenken_9_November_bundesweit_1
Thomas Fricker von der Badischen Zeitung resümiert über den Schicksalstag der deutschen geschichte, den 9. Novemer: BZ_20211110_Gedenken_9_November_bundesweit_Tagesspiegel
Offenburg: Ein Film, der unter die Haut geht
„Was wäre, wenn wir diejenigen wären…“: Um diese Frage dreht sich der beeindruckender Film „Wohin?“ der Theater-AG der Erich-Kästner-Realschule zum Thema Krieg, Flucht und Vertreibung, der zum Jahrestag der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 Premiere hatte. Im Forum-Kino wurde auch der Deportation der Offenburger Juden gedacht. Weiterlesen: BZ_20211111_Gedenkveranstaltung_9_November_Film_Wohin_und_Filmgespräch
Foto (Detail): Barbara Puppe (BZ)
Offenburg: Der neue Salmen soll viel mehr können
Am 13. Mai 2022 soll nach Umbau der Salmen als Erlebnis und Erinnerungsstätte wiedereröffnet werden. Im Gemeinderat war der Wunsch geäußert worden, dass sich Rätinnen und Räte vom Baufortschritt und den geplanten Inhalten ein Bild machen können. Am Montag war es so weit. Weiterlesen: 2021-10-27_Ortenau_Seite_27 oder Badische Zeitung
Viele sagten Ja zur Diktatur
Allensbacher Demoskopen haben sich über Jahre hinweg danach erkundigt, welcher Beruf die höchste Wertschätzung genieße. Das waren dauerhaft die Ärztinnen und rzte. Dieses Ansehen hat offenbar nicht gelitten unter der Rolle, die Ärzte im „Dritten Reich“ eingenommen haben und die lange nach 1945 auch in der Ärzteschaft beschwiegen worden ist. In der Chronik zu ihrem 75-jährigen Bestehen hat die Bezirksärztekammer Südbaden jetzt diesen dunklen Teil ihrer Geschichte ausleuchten lassen. Weiterlesen: 2021-10-28_Ortenau_Seite_6
Was mit den jüdischen Mitbewohnern in Nonnenweier geschah
Am 22. Oktober 1940 wurden in einer Nacht- und Nebelaktion auf Weisung des badischen Gauleiters Robert Wagner alle jüdischen Mitbürger in das in Südfrankreich gelegene Lager Gurs deportiert. Dies war die erste planmäßige Deportation von Juden aus Deutschland. In der Burkhard-Michael-Halle in Nonnenweier berichtete Norbert Klein, Leiter der Fachgruppe „Jüdische Geschichte in der Ortenau“ des Historischen Vereins für Mittelbaden, vor rund 100 Zuhörern über das Schicksal der damals 18 jüdischen Mitbürger aus Nonnenweier. Weiterlesen: 2021-10-27_Ortenau_Seite_21