Mina Hammel (geb. Machol)

Foto: Staataarchiv FreiburgMina Hammel wurde am 20.01.1898 als drittes Kind jüdischer Eltern in Ettlingen geboren. Ihr Vater Sigmund Machol (geboren am 05.10.1863) war mit Settchen Machol (geboren am 28.04.1864 in Hildesheim in Hessen) verheiratet. Mina hatte drei weitere Geschwister, einen älteren Bruder Isidor (geboren am 14.03.1895), eine ältere Schwester Johanna (geboren am 09.09.1896) und eine jüngeren Bruder Julius (geboren am 15.12.1899). Sigmund Machol war von Beruf Metzgermeister und Viehhändler.
 
In Minas Kindheit lebte eine christliche Familie im Haus ihrer Eltern. Die Familien hatten ein sehr gutes Verhältnis zueinander, die Kinder spielten zusammen im Garten der Familie Machol und Settchen Machol tröstete die christliche Mutter, als deren Mann während des ersten Weltkriegs nicht nach Hause kam. Mina wuchs in einer offenen, freundlichen Familie auf.
 
Am 15.11.1925 heiratete Mina den am 18.11.1892 in Offenburg geborenen Viehhändler Paul Hammel. Im Dezember 1925 zogen sie in Offenburg in die Hauptstraße 42 und vier Monate später in die Sofienstraße 30.
Am 28.03.1928 bekam das Ehepaar ihren ersten Sohn Kurt. Am 03.03.1931 kam der zweite Sohn Rudolf zur Welt. Mina Hammel war Hausfrau und Mutter.
 
1933 kam die NSDAP an die Macht, erließ zahlreiche antijüdische Verordnungen und führte verschiedene Aktionen durch, die es jüdischen Bürgern erschwerte, ihren Lebensunterhalt zu sichern. Auch Familie Hammel musste finanzielle Einbußen hinnehmen. Im März 1934 zog die Familie in die Zellerstraße 21.
 
Am 22.10.1940 wurde die Familie bei der großen Deportation aller Juden aus Baden und der Saarpfalz ins südfranzösische Gurs am Fuße der Pyrenäen deportiert. Kurt und Rudolf  wurden über Rivesaltes in ein Kinderheim in Creuse und 1942 illegal in die Schweiz gebracht.  1945 konnten sie nach Amerika auswandern, wo sie später auch Familien gründeten.
Mina und Paul waren bis zum 01.08.1942 in Rivesaltes und wurden zehn Tage später über Drancy nach Ausschwitz deportiert.
Am 31.12.1945 wurden sie und ihr Mann dort für tot erklärt. Wann sie genau ermordet wurden ist nicht bekannt.
 
Als Wiedergutmachung erhielten Kurt und Rudolf für die 22-monatige Freiheitsentziehung ihrer Mutter 3.300 DM. Außerdem bekamen sie von geforderten 72500 RM unter anderem für Geschäftsvermögen und Schmuck 2282 DM ausbezahlt.

 
Mareike Faiß
Gedenkbuch im Salmen (Offenburg), 2010/11

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