Außenansicht des Dokumentationszentrums Nationalsozialismus in Freiburg

Freiburg: Kulturpause „Die alte Synagoge“

Bei der Kulturpause im Dokumentationszentrum Nationalsozialismus mit der wissenschaftlichen Leiterin Julia Wolrab geht es die Geschichte der Alten Synagoge, beginnend mit ihrem Bau Ende des 19. Jahrhunderts, über die Zerstörung durch die Nationalsozialist*innen in der Pogromnach vom 9. November 1938 bis zur Restitution und den Bemühungen um einen Wiederaufbau des Gemeindelebens nach 1945.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Die Teilnahmezahl ist begrenzt. Wenn Sie sich ein Gratisticket buchen, können Sie garantiert an der Führung teilnehmen. Gratis-Tickets gibt es im Online-Shop.

Dienstag, 16.12.2025
12:30 Uhr
NS-Dokumentationszentrum Freiburg,
Rotteckring 14, 79098 Freiburg

Außenansicht des Dokumentationszentrums Nationalsozialismus in Freiburg

Freiburg: Führung „Zwangsarbeit von Osteuropäer*innen und die Frage des Nachlebens nach 1945“

Das Thema Zwangsarbeit wurde in der Aufarbeitung der NS-Diktatur lange Zeit wenig beachtet. In Freiburg führte erst eine Veröffentlichung des Stadtarchivs im Jahr 2003 zu einer größeren Sichtbarkeit der Thematik. Dabei unterschieden sich die (Lebens-) Bedingungen von Zwangsarbeiter*innen teilweise massiv und basierten auf den rassistischen Zuschreibungen der Nationalsozialist*innen. Als „Untermenschen“ diffamiert, hatten Osteuropäer*innen die schlechtesten Überlebenschancen. Die Führung beleuchtet spezifische Biographien von Zwangsarbeiter*innen aus Osteuropa und nimmt dabei auf die komplexe Frage des Nachlebens nach 1945 Bezug, die auch von der Angst einer „doppelten Verfolgung“ im stalinistischen Russland geprägt war. Die Führung wird angeboten in Kooperation mit dem Zwetajewa-Zentrum an der Universität Freiburg e.V. Die Die Teilnahme kostet 4 Euro. Tickets gibt es im Online-Shop.

Mittwoch, 10.12.2025
14:00 Uhr
NS-Dokumentationszentrum Freiburg,
Rotteckring 14, 79098 Freiburg

Breisach: Ausstellungseröffnung „Gerald Schwab. Aus Deutschland 1940 vertrieben, mit der US-Army 1944 zurückgekehrt“

Unsere Mitglieds-Gedenkstätte, das „Blaue Haus“ in Breisach, lädt zur gemeinsamen Ausstellung des Museums für Stadtgeschichte Breisach und des Blauen Hauses ein. Diese widmet sich Gerald Schwab, der vor 100 Jahren als Gerhard Abraham Schwab in Freiburg geboren wurde. Seine familiären Wurzeln führen nach Breisach, wo seine Mutter Paula Kleefeld und sein Vater David Schwab geboren wurden und aufgewachsen sind. Der Familie gelang die Flucht in die USA. Von dort kehrte Gerald Schwab 1945 zurück nach Deutschland, um mit der US-Army für die Befreiung Europas von den Nationalsozialisten zu kämpfen. Als nur 20Jähriger wurde er Übersetzer bei den Nürnberger Prozessen bevor er ein Universitätsstudium antrat und später im diplomatischen Dienst der USA stand.

In den Jahren 1945 und 1946 besuchte er die Heimatstadt seiner Eltern und dokumentierte die Zerstörung Breisachs.
Die Ausstellung im Museum für Stadtgeschichte Breisach zeigt seine eindrucksvollen Fotografien und widmet sich ebenso den familiären Wurzeln und dem Leben Gerald Schwabs.

Das Team des Blauen Hauses ist dankbar, dass Gerald Schwab ihm Fotos und Dokumente anvertraut hat, die er auch mit dem United States Holocaust Memorial Museum in Washington DC geteilt hat. Seit 2003 unterstützte er die Bemühungen, das Blaue Haus zu einer Gedenk- und Bildungsstätte aufzubauen.

Einladungsflyer:

Sonntag, 07.12.2025
11:30 Uhr
Museum für Stadtgeschichte Breisach
Rheintorplatz 1, 79206 Breisach

Außenansicht des Dokumentationszentrums Nationalsozialismus in Freiburg

Freiburg: Führung „Hinter den Fassaden“

Die „Machtergreifung“ der Nationalsozialist*innen 1933 veränderte auch in Freiburg Politik und Alltag. Bei der Führung durch die Dauerausstellung erfahren die Teilnehmenden anhand verschiedener Zeugnisse mehr über lokale Akteur*innen und reflektieren die Ereignisse. Die Teilnahme kostet 4 Euro. Tickets gibt es im Online-Shop

Sonntag, 07.12.2025
10:30 Uhr
NS-Dokumentationszentrum Freiburg,
Rotteckring 14, 79098 Freiburg

Emmendingen: Wechselausstellung „Ez Chajim Hi“

Neue Wechselausstellung im Jüdischen Museum Emmendingen vom 07.09.25 bis 30.11.2025
 
„EZ CHAJIM HI – Ein Baum des Lebens ist sie …“ (Sprüche 3,18) – Ein_Blick in die Kunst des Toraschmucks
 
Zum Motto des Europäischen Tags der Jüdischen Kultur, people of the book, startete am 7. September 2025 eine neue Wechselausstellung im Jüdischen Museum Emmendingen. Auch mit den hohen, jüdischen Feiertagen verliert das Thema nicht an Aktualität.
 
Die neue Wechselausstellung im Jüdischen Museum Emmendingen widmet sich der Kunst des Toraschmucks, der Tora, DEM Buch schlechthin – den fünf Büchern Mose, die auf eine Pergamentrolle geschrieben hinter dem Vorgang im Schrank der Synagoge stehen.
 
Tora bedeutet „Lehre“ oder „Weisung“. Sie steht im Zentrum jüdisch, religiösen Lebens und wird in der Liturgie mit einem Baum des Lebens verglichen. Die beiden Holzstäbe, auf die das Pergament mit den hebräischen Worten der Tora gerollt ist, heissen „Ezej Chajim – Bäume des Lebens“. Auf diese werden meist metallene Aufsetzer gesetzt, die oft die Form von Granatäpfeln haben und von Glöckchen geziert werden. Diese wie auch die Farbe des Toramantels und die Toraschilder erinnern an die Kleider des Hohepriesters im schon seit 2000 Jahren zerstörten Tempel in Jerusalem. Die Ausstellung zeigt weiter verzierte Wickelbänder, mit der die Torarolle unter dem Mantel gehalten wird. Die mit Namen und Geburtsdaten verzierten Bänder wurden bei der Renovierung der ehemaligen Synagoge in Bad Mingolsheim in einer Wandkammer auf der Frauenempore entdeckt. Die Synagoge ist heute ein Wohnhaus. Dieser Fund allein ist schon etwas besonderes.
 
Den Bogen zur Gegenwart spannen die Einladungskarten zur Bar und Bat Mizwa, sowohl von Jungen und Mädchen der heutigen Jüdischen Gemeinde Emmendingen, als auch von Urenkeln ehemaliger Emmendinger Juden, die vor den Nationalsozialisten flüchten mussten und heute in Israel leben. Ein T-Shirt der Familie Weiss, ehemals Schwarz, von September 2025 erinnert an den jährlichen Besuch der Nachfahren aus Israel. Es hängt auf einem Bügel des ehemaligen Warenhauses S. Knopf aus Freiburg.
 
Wie eng Vergangenheit und Gegenwart beieinander liegen wird hier spürbar.
 
Auch die Gesetze in der Tora sind nicht alt und fern, sondern sehr aktuell und werden mit der Installation von stilisierten Baumblättern im Museumsgarten in Erinnerung gerufen.
 
Die weisen und mahnenden Worte in den Bäumen leiten die BesucherInnen entlang des Pfades in die Ausstellung zu den liturgischen Gesängen des Rabbiners der Jüdischen Gemeinde Emmendingen, Rabbiner Yaakov Yosef Yudkowsky: „Ez Chajim hi!“

07.09.2025 bis 30.11.2025
Jüdisches Museum Emmendingen,
Schlossplatz 7, 79312 Emmendingen

Webtalk: Im Zweiten Weltkrieg über den Rhein. Badische Siedler im Elsass.

Die von den Nationalsozialist:innen erzwungene Stärkung der „Volksgemeinschaft“ bedeutete auch in Freiburg und in der Region die Verdrängung und Verfolgung verschiedener Bevölkerungsgruppen. Mehr als ein Dreivierteljahrhundert nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs soll an Beispielen untersucht werden, wie weit die beteiligten Akteur:innen und die Stadt Freiburg ihre Vergangenheit im Nationalsozialismus aufgearbeitet haben. Die Webtalks beleuchten die NS-Zeit aus unterschiedlichsten Perspektiven und fragen nach den – teilweise unvollständigen oder widersprüchlichen – „Erinnerungsfiguren“ (Jan Assmann), die das Selbstverständnis und die Erinnerungskultur in Freiburg und der Region bis heute maßgeblich prägen.

Am 5. November zum Thema: Im Zweiten Weltkrieg über den Rhein. Badische Siedler im Elsass.
Mit Claudius Heitz, Historiker und Lehrer mit Schüler:innen der Geschichts-AG des Kollegs St. Sebastian,
Stegen

Moderation: Julia Wolrab, wissenschaftliche Leiterin des Dokumentationszentrums
Nationalsozialismus der Städtischen Museen Freiburg
Jost Großpietsch, Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und
Gedenkinitiativen in Baden-Württemberg (LAGG)

Link zur Teilnahme: https://meet.freiburg.de/b/jul-dnq-rkm-soq

Mittwoch, 5. November 2025
20:15 Uhr
Digital bei BigBlueButton

Emmendingen: Lesung und Gespräch mit Anke Heimberg M.A., Berlin

„Das Sichere war unsicher geworden und das Unsichere allein sicher“
Victoria Wolff und ihr Roman „Gast in der Heimat“

Die Autorin, 1903 in Heilbronn geboren und seit 1933 selbst im Exil, zeigt in ihrem Roman auf, wie Propaganda, Ideologie und Fanatismus allmählich in den Alltag allen gesellschaftlichen Lebens eindringen – ein Prozess von erschreckender Aktualität. 1935 in Amsterdam erschienen, 1936 in NS-Deutschland indiziert und verboten, wurde der Roman erst 2021 neu aufgelegt.

Donnerstag, 6. November 2025
19:30 Uhr
Gemeindezentrum St. Bonifatius,
Markgraf-Jacob-Allee 2,
79312 Emmendingen

Außenansicht des Dokumentationszentrums Nationalsozialismus in Freiburg

Freiburg: Feierband-Führung „Hinter den Kulissen“

Wie veränderte sich die Freiburger Medienlandschaft ab 1933? Welche Rolle spielte Propaganda für die Etablierung der Diktatur? Diesen Fragen geht die wissenschaftliche Mitarbeiterin Caroline Klemm nach und bietet Einblicke in die Dauerausstellung.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Die Teilnahmezahl ist begrenzt. Wenn Sie sich ein Gratisticket buchen, können Sie garantiert an der Führung teilnehmen. Gratis-Tickets gibt’s im Online-Shop

Dienstag, 11.11.2025
17:30 Uhr bis 18:00 Uhr
NS-Dokumentationszentrum
Rotteckrick 14, 79098 Freiburg

ehemalige Synangoge Kippenheim

Kippenheim: Lesenachmittag für Kinder „Ich bin ein Stern“ – als Kind im Konzentrationslager

Die in Kippenheim geborene Inge Auerbacher war sieben Jahre alt, als sie mit ihren Eltern ins Konzentrationslager Theresienstadt verschleppt wurde. Wie sie diese Zeit erlebte und wie sie sie überlebte, schildert sie eindringlich in ihrem Buch „Ich bin ein Stern“. Der bekannte Psychologe Bruno Bettelheim sagt darüber: „Dieser autobiographische Bericht ist tief bewegend und wahrheitsgetreu … Mir fällt kein anderes Buch zu dem Thema ein, das ich für diese Altersgruppe so empfehlen könnte wie dieses.“ Andrea Welz wird aus dem Buch vorlesen, davon erzählen und gemeinsam mit den Kindern über das Gehörte ins Gespräch kommen. Dazu werden auch Bilder aus Inge Auerbachers Kindheit in Kippenheim gezeigt
Herzlich eingeladen sind Grundschulkinder ab der 3. Klasse – gerne in Begleitung ihrer Eltern.

Sonntag, 9. November 2025
15:00 Uhr
Ehemalige Synagoge Kippenheim
Poststraße 18
77971 Kippenheim

Emmendingen: Filmvorführung „Das Ungesagte“

Viele Deutsche, die das „Dritte Reich“ unterstützt hatten, schwiegen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges über ihre Erlebnisse. Das Thema blieb in den Familien ein Tabu. Die sehr ehrlichen Zeitzeugenaussagen darüber, wie sie die NS-Propaganda zunächst falsch eingeschätzt und als
etwas Positives empfunden hatten, um erst mit der Zeit den Schrecken zu erkennen, machen den Film zu einer Mahnung von größter Aktualität. Die Filmdokumentation lässt auch deutsch-jüdische Überlebende zu Wort kommen und vermittelt einen vielschichtigen Einblick in das kollektive Unbewusstsein Deutschlands und die Mechanismen der jahrzehntelangen Verdrängung.

Montag, 10.11.2025
19:00 Uhr
CineMaja,
Steinstraße 2/2, 79312 Emmendingen
Ticket: 11€