Freiburg: Conrad Gröber – Was ist dran an den Nazi-Vorwürfen?

Der „Fall“ des ehemaligen Freiburger Erzbischofs: Seit Jahrzehnten wird über den ehemaligen Freiburger Erzbischof Gröber viel gemunkelt: Stand der „braune Conrad“ wirklich dem Nationalsozialismus nahe? Und wen ja; Inwiefern hat er die Herrschaft der Nazis begünstigt? War Gröber Mitglied der SS? Warum denunzierte Gröber am 21.10.1936 eine langjährige Freundin beim Gauleiter der NSDAP in Baden, Robert Wagner? Wie positionierte er sich zu Krieg und Holocaust? Hat Gröber nach 1945 „bereut“?

Dies und andere Fragen sollen beim Vortrag von Dr. Wolfgang Proske beantwortet werden. Der Historiker und Verleger, der seit 2010 die Buchreihe „Täter, Helfer, Trittbrettfahrer. NS-Belastete in Baden-Württemberg“ herausgibt, widmete Gröber 2016 im 6. Band ein eigenes Kapitel. Für ihn steht zweifelsfrei fest: „Es gibt genug Beweise, wonach Gröber ein Helfeshelfer des Nationalsozialismus war.“

An diesem Abend wird neben dem Vortrag auch der neue, soeben erschienene Band 9 vorgestellt: „NS-Belastete aus dem Süden des heutigen Baden-Württemberg“. Achtzehn Autor*innen schreiben über 25 NS-Belastete. 5148a18_Vortrag_Gröber_NS_Freiburg_01

Montag, 26. November 2018, 20-22 Uhr
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, KG I, Hörsaal 1199, Platz der Universität 3, Freiburg
Mit Dr. Wolfgang Proske
Einführung: Dr. Christoph Schmider, Direktor Erzbischöfliches Archiv Freiburg
Eintritt kostenlos
Veranstalter: Colloqium Politicum, Landeszentrale für politische Bildung BW

Jubiläumskonzert Emmendingen

Emmendingen: Jubiläumskonzert mit Michael Heitzler’s Klezmer Band

Der Verein für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen e.V. feiert sein dreißig jähriges Bestehen gemeinsam mit den Musikern von Michael Heitzler’s Klezmer Band. Ihre Musik wurde von den großen amerikanischen und osteuropäischen Bands vom Beginn bis Mitte des 20. Jahrhunderts inspiriert. Daneben bilden die wunderschönen, tief spirituellen Nigunim (Melodien) der chassidischen Juden Osteuropas einen weiteren Bestandteil ihres Repertoires. Die Klezmermusik einer verloren gegangenen Welt soll wiedererstehen. Durch Arrangement und Instrumentalisierung wird ihr eine eigene, zeitgemäße und persönliche Note gegeben. Neben den mitreißenden Stücken von „Ode Hashem“, die einen kaum ruhig auf dem Stuhl sitzen lassen, gibt es wunderschöne, tief berührende Balladen, die direkt in die Seele zielen.
Siehe auch:  Flyer(1)

Samstag 24.11.2018, 20.00 Uhr – Einlass ab 19 Uhr
mit Michael Heitzler: Klarinette, Christian Gutfleisch: Piano, Michael Chylewski: Bass, Daniel Schay: Schlagzeug
Altdorfhalle Kollmarsreute, Emmendingen
18.00 Euro / ermäßigt 15.00 Euro (Über das Online Portal Reservix und bei allen Vorverkaufsstellen der Badischen Zeitung

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Breisach: Jour fix musical 2

Das Blaue Haus veranstaltet mit dem Studierenden-Quartett der Hochschule für Musik Freiburg (J.Choi – A.Spegg – J.Schümmer – M.Rickenbach) das Jour fixe musical 2 „Faschismus und Gewalt“. Gespielt werden Werke von Dmitri Schostakowitsch (u.a. Streichquartett Nr 8), vom Tonband: Schostakowitsch „Aus jüdischer Volkspoesie“, Privataufnahme mit u.a. Nina Dorliak, Svjatoslaw Richter und Dmitri Schostakowitsch (Klavier)
Geöffnet ist das Blaue Haus von 15-17 Uhr zur feien Besichtigung, eine öffentliche Führung findet um 16 Uhr statt.

Sonntag 11. November 2018, 18 Uhr
Breisach, Blaues Haus
Eintritt frei

Ehemalige Synagoge Kippenheim

Kippenheim: Ortenauer Kammerensemble

Gedenkkonzert zum 80. Jahrestag des Novemberpogroms 1938: Am Abend des 9. November 1938 ging von München der Befehl zum Pogrom aus. Am 10. November 1928 wurden in der Ortenau die Synagogen geschändet und die jüdischen Männer in das Konzentrationslager Dachau verbracht.
Weitere Informationen folgen

Sonntag 11. November 2018, 17 Uhr
Ehemalige Synagoge Kippenheim, Poststraße 17
Eintritt frei, Spenden erbeten

Emmendingen-Simon-Veit-Haus

Emmendingen: Die Kindertransporte 1938/39 – Die Flucht jüdischer Kinder vor dem Holocaust und ihre Folgen

Anlässlich des Gedenkjahres 2018 erinnern wir uns an mehrere Ereignisse: im November vor 80 Jahren fanden die Novemberpogrome statt. Kurz darauf wurden im Dezember die Kindertransporte ins Leben gerufen. Über 15 000 jüdische Kinder aus Deutschland, Österreich, Polen und der Tschechoslowakei konnten gerettet werden, weil ihre Eltern bereit waren, sich von ihnen zu trennen und sie alleine auf einen Kindertransport in die Fremde zu schicken. Die Geschichte der Kindertransporte gilt als eines der wenigen positiven Kapitel in der Holocaust-Forschung. Mit diesem beschäftigt sich Lilly Meier (geb. 1992). Der Vortrag basiert auf Zeitzeugen-Interviews, die die junge Forscherin, Autorin und Referentin der KZ-Gedenkstätte Dachau mit amerikanischen Holocaust-Überlebenden geführt hat. Die Biographie von Arthur Kern hat sie im Buch „Arthur und Lilly. Das Mädchen und der Holocaust-Überlebende“ festgehalten. Das Buch ist vor Ort erhältlich.

Sonntag, 11. November 2018, 11:45 Uhr,
Vortrag und Gespräch mit Lilly Maier
Simon-Veit-Haus, Kirchstraße 11, Teschemacher-Saa,l Emmendingen
Veranstalter: Verein für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen e.V. in Zusammenarbeit mit der Jüdischen Gemeinde Emmendingen K.d.ö.R.,
In Kooperation mit der Parole Buchhandlung und dem Heyne Verlag
Eintritt frei, Spenden erbeten

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Breisach: Gedenkveranstaltung

Anlässlich der 80. Jährung des Novemberpogroms und der Zerstörung der Breisacher Synagoge am 10. November 1938 findet eine Gedenkveranstaltung der Stadt Breisach auf dem Synagogenplatz statt.

Sonntag, 11. November 2018, 11.45 Uhr
Synagogenplatz, Breisach
Eintritt frei

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Salmen Offenburg: Erzählte Geschichte

Buchvorstellung und Zeitzeugengespräch mit Eva Mendelsson: Seit vielen Jahren schon berichtet Eva Mendelsson als Offenburger Zeitzeugin über das Schicksal ihrer Familie: Die Mutter Sylvia wurde im Alter von 38 Jahren in Auschwitz ermordet, dort starb auch Evas 18-jährige Schwester Esther. Der Vater Eduard war nach England geflohen, um die Familie nachholen zu können. Die beiden Schwestern Myriam und Eva retteten sich in die Schweiz, wo sie in Ascona die Menschenfreundin Lilly Volkart in ihrem Kinderheim aufnahm. Nach der Befreiung Europas vom deutschen Faschismus sahen sich der Vater und die Mädchen wieder.
Darüber wird Eva Mendelsson berichten, über das Novemberpogrom von 1938, über die Deportation 1940 nach Gurs – aber auch über das schwierige Leben der ersten Jahre in der neuen Heimat England, über Arbeit und Freunde, über Kunst und Reisen, über ihre stetig wachsende Familie, die dem Holocaust zum Trotz wieder aufgeblüht ist. Erzählen wird sie auch über ihre textilen Bilder und deren Bedeutung, die von gelebtem Judentum sprechen, von Landschaften und Menschen.
Dr. Martin Ruch hat in einer Neuerscheinung „Eva Mendelsson (Offenburg-London). Bilder. Gedanken. Erinnerungen.“ die Stationen ihres Lebens zusammengefasst. Das Buch wird am 1. Dezember im Rahmen der Veranstaltung erstmals vorgestellt. Gelegenheit zum Erwerb und zum Signieren ist gegeben.

Samstag, den 1. Dezember 2018 um 19 Uhr
Offenburg, Salmen, Lange Straße 52
Moderation: Dr. Martin Ruch
Veranstalter: Stadtarchiv im Ritterhaus
Info unter Tel. 0781 – 82 2341
Eintritt frei
Foto: Chr. Breithaupt