Breisach: Audiovisuelle Tour

Eine neue audiovisuelle Tour mit 15 Stationen lädt in Breisach zum Erkunden ein und informiert über jüdisches Leben in der Stadt. Aus den Perspektiven von Elaine Wolff und Hans David Blum, deren Familien viele Generationen in Breisach gelebt haben. Mehr erfahren: postkarte_doppel_bhb

Breisach: Gedenken an die Zerstörung der Synagoge und die Tage des Terrors im November 1938

Bürgermeister Oliver Rein der Stadt Breisach am Rhein und der Förderverein laden gemeinsam zum Gedenken an die Zerstörung der Synagoge vor 84 Jahren und die Tage des Terrors im November 1938 ein.

Donnerstag, 10. November 2022, 18 Uhr
Synagogenplatz Breisach

Im Anschluss findet im Blauen haus ein Konzert mit dem ukrainischen MusikerehepaarvLesia Rozhkova und Vitalii Rozhkov statt. Auf dem Programm stehen unter anderem John Williams, Theme from „Schindler’s List“, „Bulgar from Odessa“, „At the Rabbi’s Feast“, „Ich hob fiche zifeel lieb“ und weitere Stücke.

Im Anschluss an das Gedenken auf dem Synagogenplatz
Blaues Haus, Rheintorstraße 3 (ehemals Judengasse), 79206 Breisach
Eintritt frei, Spenden erbeten

Foto (Detail): Die brennende Synagoge, © Blaues Haus Breisach

Freiburg: Abschlusspräsentation einer Projektreise der Nahost-AG nach Gurs

Mit ihrer Lehrerin Sandra Butsch und Rosita Dienst-Demuth, Leiterin der Geschichtswerkstatt, unternahm die Nahost-AG des Walter-Eucken-Gymnasiums Freiburg eine Reise nach Gurs, Standort des Internierungslagers der Nationalsozialisten im Süden Frankreichs. Die Reise war Teil des Projekts »Die Reise Mickeys von Gurs ins Hier und Jetzt – ein Comic wird fortgezeichnet«. Eine Vorbereitungsstation war das Blaue Haus Breisach.  Die Reise führte u.a. nach Paris, wo die Schüler*innen Sylvie Séror trafen.
Im Rahmen dieser Abschlusspräsentation der Gurs-Reise wird Sylvie Séror, ehemals Lehrerin und Mitarbeiterin des Mémorial de la Shoah, über ihre tragische Familienge schichte zwischen 1938 und 1945 sprechen.
Zu »Wort und Ton« kommt auch die deutsch-französische Musikerin Mélina Burlaud, die in Gurs von der Gruppe zum Thema Erinnern und Erinnerungskultur aus französischer Sicht befragt worden war. Frau Burland wird den Abend mit Melodien und Liedern aus dem Lager Gurs begleiten – eine Hommage an die Menschen, die dorthin deportiert worden waren. Die entstandenen Filme und Roadcasts der AG sind zu finden auf der Homepage der Schule

Foto (Detail): Jean Michel Etchecolonea

Mittwoch, 26. Oktober 2022, 19 Uhr
Gemeindesaal der Neuen Synagoge Freiburg, Nußmannstraße 14, 79098 Freiburg

Breisach: Gedenkveranstaltungen Deportation Gurs

Das Blaue Haus Breisach gedenkt den mehr als 6500 jüdischen Menschen, die am 22./23. Oktober 1940 in das Internierungslager Gurs im unbesetzten Frankreich deportiert wurden.

11.30 Uhr: Gedenkveranstaltung am kleinen Mahnmal unterhalb des Münsters
unter Beteiligung von Schüler*innen der Hugo-Höfler-Realschule Breisach

ganztags vom 21. bis 23. Oktober: Namensfahnen aller Breisacher Deportierten
Installation am Blauen Haus

17 Uhr: Zoom-Memorial
Mit einem Zoom-Memorial möchten wir den Nachfahren der Breisacher Jüdinnen und Juden weltweit ermöglichen, an dem Gedenken teilzunehmen, sich zu begegnen und auszutauschen. Wenn Sie daran teilnehmen möchten, bitten wir um Anmeldung unter
mit Betreff „Zoom 23.10.22“.

Sonntag, 23. Oktober 2022
verschiedene Orte in Breisach und online
Eintritt frei

Freiburg: Musiktheater zum Anlass des Jahrestages der Deportation nach Gurs

Zum Jahrestag der Deportationen nach Gurs findet im Freiburger E-Werk ein Memorial statt. Das Bertold Quartett spielt Kompositionen von Jehan Alain (für Klavier), sowie für Streichquartett von Mendelssohn Bartholdy (f-moll) und E.F. Burian (Nr 4). Matthias Alteheld ist Sprecher und Pianist, es werden Texte von Irène Némirowsky und Walter Mehring vorgetragen.

Donnerstag, 20. Oktober 2022, 18 Uhr
E-Werk Freiburg, Escholzstraße 77
Eine Kooperation des Bronislaw-Huberman-Forum mit dem Dokumentationszentrum Nationalsozialismus derStadt Freiburg, dem Blauen Haus Breisach und Die Schönen
Anmeldungen erbeten an
Eintritt frei

Breisach: Neue Ausstellung „Kiechlinsbergen. Erinnerungen an Karl Wolfskehl“

Der Dichter Karl Wolfskehl wurde 1869 in Darmstadt geboren und wuchs in großbürgerlichem, liberal-jüdischem Milieu auf. Er stammte aus einer der ältesten deutsch- jüdischen Familien.

1933 verließ er Deutschland um sich in der Schweiz, in Italien und dann 1938 in Neuseeland niederzulassen. Zur Finanzierung seiner Flucht verkaufte er 1937 seine in Kiechlinsbergen untergebrachte über 8000 Bände fassende Bibliothek an den Verleger Salman Schocken. Eine Rückkehr zur Familie scheiterte. Wolfskehl lebte 10 Jahre im fernen Exil unter menschlicher und intellektueller Beraubung. Er verstarb am 30.6.1948 in Auckland.

Abgelegen im Talkessel spielte das Landgut während des Krieges eine bedeutende Rolle als Herberge und Zufluchtsort. Der massive Gewölbekeller bot den Dorfbewohnern Schutz und Raum für Gottesdienste. Erst 1945 war ein internationaler Postverkehr ohne Zensur mit der Heimat wieder möglich. In Wolfskehls umfangreicher Exilkorrespondenz existieren ergreifende Briefe an Hanna und die Töchter Judith und Renate voller Erinnerungen an Kiechlinsbergen, Hoffnung aber auch Schmerz über alles Geschehene.

Zur Präsentation gehören unter anderem Fotografien des Familiensitzes in Kiechlinsbergen, literarische Werke von Karl Wolfskehl und audiovisuelle Passagen aus Briefen der Tochter Judith, verheiratete Köllhofer, an ihren Vater ins Exil. Außerdem werden Holzschnitte von Brigitte von Savigny ausgestellt.

Das Projekt wurde gefördert durch ein Stipendium des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.

Vernissage am Sonntag, 4. September 2022, 15 Uhr
mit Begrüßung Dr. Christiane Walesch-Schneller
Einführung in die Ausstellung Dr. Brigitte von Savigny
Gedichte von Karl Wolfskehl, gelesen von Reinhold Voss
Blaues Haus Breisach, Rheintorstraße 3 (ehemals Judengasse)
Eintritt frei

Weitere Öffnungszeiten:
Mittwoch, 7. September 2022: 14 bis 17 Uhr

Sonntag, 11. September 2022 zum Tag des Offenen Denkmals: 12 bis 17 Uhr

Mittwoch, 14. September 2022: 14 bis 17 Uhr

Sonntag, 18. September 2022 zum Stadtfest Breisach: 12 bis 17 Uhr

Blaues Haus Breisach

Breisach: Briefe nach Kiechlinsbergen

Eine Präsentation im Blauen Haus in Breisach erinnert an den jüdischen Schriftsteller Karl Wolfskehl.
Er nannte es liebevoll „Kiech“, das Winzerdorf am Kaiserstuhl, in dem seine Familie lebte, nachdem der Erste Weltkrieg das Vermögen seines Vaters, eines Bankiers, aufgezehrt hatte: Karl Wolfskehl, der jüdische Schriftsteller und enge Freund Stefan Georges, hatte ein inniges
Verhältnis zu Kiechlinsbergen, wo seine Frau Hanna und die beiden Töchter Renate und Judith in der ehemaligen Propstei des Zisterzienserklosters Tennenbach eine zweite Heimat gefunden hatten – Judith hatte sich der Landwirtschaft verschrieben, einen Winzer geheiratet und acht Kinder zur Welt gebracht.
Die Freiburger Kunsthistorikerin und Künstlerin Brigitte von Savigny ist im Rahmen eines Corona-Stipendiums des Landes Baden-Württemberg den literarischen und biographischen Spuren Karl Wolfskehls in der Region nachgegangen und hat das Ergebnisihrer Recherche nun im Blauen Haus in Breisach präsentiert. Weiterlesen: BZ-Artikel 13.09.2022

Blaues Haus Breisach

Breisach: Tag des offenen Denkmals 2022

Zum Tag des offenen Denkmals bietet das Blaue Haus ein Sonderprogramm.

12-17 Uhr: Das Blaue Haus ist geöffnet

Sonderausstellung Erinnerungen an Karl Wolfskehl
Zur Präsentation gehören unter anderem Fotografien des Familiensitzes in Kiechlinsbergen, literarische Werke von Karl Wolfskehl und audiovisuelle Passagen aus Briefen der Tochter Judith, verheiratete Köllhofer, an ihren Vater ins Exil.

14 Uhr: Führung durch die Ausstellungen „Jüdisches Leben in Breisach 1931“ und „Nach der Shoah“ – Die Familie Eisemann vor und nach der Shoah
Treffpunkt: Blaues Haus im Veranstaltungsraum EG

14 Uhr: Führung auf dem Alten Jüdischen Friedhof
Treffpunkt: Michael-Eisemann-Platz

Sonntag, 4. September 2022
Das Blaue Haus Breisach, Rheintorstraße 3, 79206 Breisach

Breisach: Europäischer Tag der Jüdischen Kultur 2022

Das Blaue Haus Breisach beteiligt sich wie jedes Jahr am Europäischen Tag der Jüdischen Kultur, dieses Jahr zum Thema „Erneuerung“.

12-17 Uhr: Das Blaue Haus und die Dauerausstellungen sind geöffnet

13 Uhr: Führung I durch die Ausstellungen „Jüdisches Leben in Breisach 1931“ und „Nach der Shoah“ – Die Familie Eisemann vor und nach der Shoah
Treffpunkt: Blaues Haus im Veranstaltungsraum EG

13 Uhr: Führung II auf dem Alten Jüdischen Friedhof
Treffpunkt: Michael-Eisemann-Platz

15 Uhr: Vernissage der Ausstellung „Erinnerungen an Karl Wolfskehl“
Begrüßung – Christiane Walesch-Schneller
Einführung in die Ausstellung – Dr. Brigitte von Savigny
Gedichte von Karl Wolfskehl, gelesen von Josef Köllhofer und Heinzl Spagl

Sonntag, 4. September 2022
Das Blaue Haus Breisach, Rheintorstraße 3, 79206 Breisach

Freiburg: Familie Blum und die Erinnerungsarbeit zur Deportation Freiburger Juden

François Blum aus Lyon berichtet in einer Veranstaltung von seiner jüdischen Familiengeschichte in Freiburg. Freiburgs Juden, so sein Fazit, „sind auch verschwunden, weil sie nicht erinnert werden“.
Geschichte ist mehr als eine Anhäufung von Zahlen, Orten, Namen. Sie ist das Wissen über Zusammenhang und lebt auch vom und im Erinnern. Zu einem Abend über persönliches Erinnern und politisches Engagement hatten das Dokumentationszentrum Nationalsozialismus und das Blaue Haus Breisach den 66-jährigen „Erinnerungs-Aktivisten“ François Blum aus Lyon ins Jos Fritz Café eingeladen.
Weiterlesen: BZ-Artikel

Foto (Detail): © Jörgens.Mi/Wikipedia, CC-BY-SA 3.0, Wikimedia Commons