Breisach: Audiovisuelle Tour

Eine neue audiovisuelle Tour mit 15 Stationen lädt in Breisach zum Erkunden ein und informiert über jüdisches Leben in der Stadt. Aus den Perspektiven von Elaine Wolff und Hans David Blum, deren Familien viele Generationen in Breisach gelebt haben. Mehr erfahren: postkarte_doppel_bhb

Breisach/Freiburg: Ein Tag für Hans Arno Joachim

Hans Arno Joachim wurde 1902 in Freiburg geboren, 1944 in Auschwitz-Birkenau ermordet. Der Urgroßvater des Schriftstellers Hans Arno Joachim war der letzte Bezirksrabbiner in Breisach. Er selbst studierte Germanistik und Philosophie in Freiburg und München, unter anderem bei Martin Heidegger. 1933 floh er nach Frankreich. Sein Vater – aus Freiburg deportiert – starb 1940 im Lager Gurs. Hans Arno Joachim wurde verraten, inhaftiert, im März 1944 in Auschwitz-Birkenau ermordet.

Foto (Detail): Thomas Wenk

Das Blaue Haus Breisach und das Dokumentationszentrum Nationalsozialimsu Freiburg gedenken dem Schriftsteller mit zwei Veranstaltungen in Freiburg und Breisach:

Führung: Familienspuren Hans Arno Joachims in Freiburg

Bei einer einstündigen Führung besuchen wir das Grab der Mutter Emilie Joachim, gestorben 1929, eine Tochter des bekannten Rabbiners Kaufmann Roos aus Lichtenau. Auf dem Grabstein finden sich Erinnerungsinschriften für den Vater Dr. Hermann Joachim und für Hans Arno Joachim. Auch Hans Arno Joachims Großmutter Zippora Roos wurde in Freiburg begraben.

Sonntag, 15. Mai 2022, 11 Uhr
Treffpunkt: Eingang Friedhof Elsässer Straße, Freiburg
Veranstaltung kostenfrei

 

Textmontage: AMERIKA

Rezension einer beunruhigenden Gegenwart zwischen Krieg und Frieden. Textmontage mit Musik von Thomas Wenk
für 2 Sprecher (Dorothea Gädecke und Ullo von Peinen) mit Kassettenrekordern und einem Instrumentalisten (Thomas Wenk). Die Textmontage verbindet Zeitgeschichte und Amerikanismus der Weimarer Zeit entlang Literaturkritiken und Essays 1929-35. Die lückenhafte Dokumentation der Werke Joachims und der Verlust vieler Texte wird auf der musikalischen Ebene mit Kassettenrekordern hörbar gemacht, die sprachlose Erinnerung verbindet sich mit Instrumentalklängen.

Sonntag, 15. Mai 2022, 17 Uhr
Blaues Haus Breisach, Rheintorstr. 3
Teil der Veranstaltungsreihe „Freiburg – Breisach – Gurs. Verortung der Deportationsgeschichte von Gurs 1940“ des Dokumentationszentrum Nationalsozialismus Freiburg und des Blauen Haus Breisach
Veranstaltung kostenfrei, Spenden erbeten

Führung mit audiovisueller Tour „Jüdisches Leben in Breisach I: Das Stadtzentrum“

Das Stadtzentrum und seine Geschäftswelt: Aus der Sicht von Elaine Wolff aus New York, deren Mutter in der Judengasse aufgewachsen ist, führt Dr. Gabriele Valeska Wilczek vom Münsterplatz über den Marktplatz mitten in das lebendige Treiben der Geschäftswelt vor 1933.

Donnerstag, 28. April 2022, 17 bis 18.30 Uhr
Treffpunkt Münsterplatz Breisach, 79206 Breisach
mit Dr. Gabriele Valeska Wilczek
in Kooperation mit der VHS Westlicher Kaiserstuhl-Tuniberg e.V.
6€

Freiburg: Zum Tag der Befreiung

Das Bronislaw-Huberman-Forum und das Blaue Haus laden zu einem literarischen Konzert in Gedenken zum 77. Jahrestag des Kriegsendes und der bedingungslosen Kapitulation Nazideutschlands ein. Johannes Götz liest Texte von Else Lasker-Schüler, Rose Ausländer, Paul Celan, Federico Garcia Lorca. Roglit Ishay (Klavier) und Dina Fortuna-Bollon (Violoncello) spielen Stücke von Ernest Bloch und Viktor Ullmann.

Sonntag, 8. Mai 2022, 17 Uhr
Diva la Musica, Lise-Meitner-Straße 12, Freiburg
Eine Kooperation des Blauen Hauses Breisach und des Bronislaw-Huberman-Forums
schriftliche Anmeldung bitte an
Eintritt frei

Breisach: Leichte Sprache in Vermittlung von Geschichte

Leichte Sprache folgt speziellen Regeln. Sie ist für Barrierefreiheit, Gleichstellung und Integration wichtig. Gabriele Hartmann, Übersetzerin im Forum Leichte Sprache des Vereins Lebensraum für Alle e. V., bietet einen praxisnahen Einblick. Dieser ist nicht nur für Museen und Ausstellungen zunehmend wichtiger, sondern gewinnt auch für die didaktische Vermittlung an Schulen und in Bezug auf Barrierefreiheit generell an Bedeutung. Am Beispiel der Ausstellung „Gurs 1940“ vor stellt sie Chancen und Herausforderungen vor.

Foto (Detail): Blaues Haus Breisach

Donnerstag, 5. Mai 2022, 18.30 Uhr
Blaues Haus Breisach, Rheintorstraße 3
Veranstaltung mit Gabriele Hartmann
Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Freiburg-Breisach-Gurs: Verortung der Deportationsgeschichte von Gurs 1940“
in Kooperation mit dem Dokumentationszentrum Nationalsozialismus Freiburg
Veranstaltung kostenfrei

Breisach: „In den Stunden des Neumonds“

Das Blaue Haus Breisach und das Bronislaw-Huberman-Forum laden zu einer dreiteiligen Literatur- und Musikveranstaltung ein.
Im ersten Teil liest Monja Sobottka aus „Saitensprünge“ von Hellmut Stern. Dazu werden Musikeinblendungen vom Israel Philharmonic und den Berliner Philharmonikern eingespielt. Im zweiten Teil spielt Viviane Hagner auf J.S. Bach bezogene Werke für Solovioline von Isang Yun und György Kurtág sowie die J.S.Bach Sonate g-moll. Abschließend spielt Ryo Yamanishi Klavierwerke von Viktor Ullmann, Leoš Janáček und Robert Schumann. Helmut Grieser und Gerd Heinz lesen Texte von Friedrich Hölderlin, Paul Celan, Georg Kreisler und Walter Mehring.

Samstag, 30. April 2022, 16 / 17.15 / 18.30 Uhr
Spitalkirche Breisach, Marienau 1
in Kooperation mit dem Bronislaw-Huberman-Forum
schriftliche Anmeldung erwünscht über
Die drei Teile können einzeln oder gesamt besucht werden.
Eintritt frei

Breisach: Filmmatinée „Die Sieben Schachteln“

Das Kommunale Kino Breisach zeigt den Dokumentarfilm „Die sieben Schachteln“ (2018) von und mit Dory Sontheimer, die auch bei der Aufführung anwesend sein wird. Einladung zur anschließenden Gesprächsrunde.

Foto (Detail): David Fontseca

Sonntag, 24. April 2022, 11 Uhr
Kommunales Kino, Engel Lichtspiele, Rheinstraße 10 Breisach
mit Dory Sontheimer
übliche Eintrittspreise

Freiburg / Breisach: Vortrag „Das Vermächtnis der Sieben Schachteln“

Dory Sontheimer hält in der Universtät Freiburg einen Vortrag über ihr Leben. Nach dem Tod ihrer Mutter entdeckte sie auf dem Dachboden des Elternhauses sieben Schachteln, die eine ihr bis dahin unbekannte Familiengeschichte aufweisen. Sie folgt den Spuren ihrer wenigen überlebenden Familienmitglieder nach Deutschland, insbesondere Freiburg, sowie Israel, Tschechien, Argentinien, Kanada, und den USA. Anschließend findet ein Gespräch zwischen ihr und Dr. Heinrich Schwendemann des Historischen Seminares statt.

Foto (Detail): David Fontseca

Freitag, 22.April 2022, 20 Uhr
Universität Freiburg, KG 1, Platz der Universität 3, Hörsaal 1015
Vortrag von Dory Sontheimer mit Heinrich Schwendemann
Mitveranstalter: Freundeskreis der Universität Freiburg
Vortrag kostenfrei

Breisach/ Freiburg: Die Stolpersteine der Verwandten von Dory Sontheimer

An den Stolpersteinen in der Moltkestraße gedenken wir Dory Sontheimers Großeltern Lina und Eduard Heilbrunner, die von diesem Haus aus zusammen mit Urgroßvater Abraham Levi und seinem Sohn Nathan am 22. Oktober 1940 verhaftet und in das südfranzösische Lager Gurs deportiert wurden.
Die Veranstaltung findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Freiburg-Breisach-Gurs. Verortung der Deportationsgeschichte von Gurs 1940“ des Blauen Hauses mit dem NS-Dokuzentrum Freiburg zur Ausstellung „Gurs 1940“ von April bis Juli statt.

Freitag, 22. April 2022, 11 Uhr
Treffpunkt: Moltkestraße 40, 79098 Freiburg
in Kooperation mit dem Projekt Stolpersteine in Freiburg mit Marlis Meckel
Teil einer Veranstaltungsreihe in Kooperation mit dem NS-Dokuzentrum Freiburg
Veranstaltung kostenfrei

Breisach: EinFührung zu „Gurs 1940“

Christiane Walesch-Schneller gibt eine EinFührung zum selbstständigen Rundgang in der Ausstellung „Gurs 1940: Die Deportation und Ermordung von südwestdeutschen Jüdinnen und Juden“.
Alle badischen Jüdinnen und Juden wurden am 23. Oktober 1940 in sieben Sonderzügen über die Breisacher Brücke aus ihrer Heimat deportiert, durch das von Nazi-Deutschland besetzte Frankreich in das Internierungslager Gurs am Rande der Pyrenäen. Die Ausstellung „Gurs 1940: Die Deportation und Ermordung von südwestdeutschen Jüdinnen und Juden“ wurde vom Haus der Wannseekonferenz Berlin mit vielen anderen Institutionen und Forscherinnen und Forschern erstellt, ergänzt durch zehn vom Blauen Haus erarbeiteten Tafeln zur lokalen Geschichte.

Foto (Detail): Blaues Haus Breisach

Mittwoch, 13. April 2022, 17 Uhr
Blaues Haus Breisach, Rheintorstraße 3
mit Christiane Walesch-Schneller
in Kooperation mit der VHS Westlicher Kaiserstuhl-Tuniberg e.V.
6€