Breisach: Audiovisuelle Tour

Eine neue audiovisuelle Tour mit 15 Stationen lädt in Breisach zum Erkunden ein und informiert über jüdisches Leben in der Stadt. Aus den Perspektiven von Elaine Wolff und Hans David Blum, deren Familien viele Generationen in Breisach gelebt haben. Mehr erfahren: postkarte_doppel_bhb

Breisach: Neue Ausstellung „Kiechlinsbergen. Erinnerungen an Karl Wolfskehl“

Der Dichter Karl Wolfskehl wurde 1869 in Darmstadt geboren und wuchs in großbürgerlichem, liberal-jüdischem Milieu auf. Er stammte aus einer der ältesten deutsch- jüdischen Familien.

1933 verließ er Deutschland um sich in der Schweiz, in Italien und dann 1938 in Neuseeland niederzulassen. Zur Finanzierung seiner Flucht verkaufte er 1937 seine in Kiechlinsbergen untergebrachte über 8000 Bände fassende Bibliothek an den Verleger Salman Schocken. Eine Rückkehr zur Familie scheiterte. Wolfskehl lebte 10 Jahre im fernen Exil unter menschlicher und intellektueller Beraubung. Er verstarb am 30.6.1948 in Auckland.

Abgelegen im Talkessel spielte das Landgut während des Krieges eine bedeutende Rolle als Herberge und Zufluchtsort. Der massive Gewölbekeller bot den Dorfbewohnern Schutz und Raum für Gottesdienste. Erst 1945 war ein internationaler Postverkehr ohne Zensur mit der Heimat wieder möglich. In Wolfskehls umfangreicher Exilkorrespondenz existieren ergreifende Briefe an Hanna und die Töchter Judith und Renate voller Erinnerungen an Kiechlinsbergen, Hoffnung aber auch Schmerz über alles Geschehene.

Zur Präsentation gehören unter anderem Fotografien des Familiensitzes in Kiechlinsbergen, literarische Werke von Karl Wolfskehl und audiovisuelle Passagen aus Briefen der Tochter Judith, verheiratete Köllhofer, an ihren Vater ins Exil. Außerdem werden Holzschnitte von Brigitte von Savigny ausgestellt.

Das Projekt wurde gefördert durch ein Stipendium des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.

Vernissage am Sonntag, 4. September 2022, 15 Uhr
mit Begrüßung Dr. Christiane Walesch-Schneller
Einführung in die Ausstellung Dr. Brigitte von Savigny
Gedichte von Karl Wolfskehl, gelesen von Reinhold Voss
Blaues Haus Breisach, Rheintorstraße 3 (ehemals Judengasse)
Eintritt frei

Weitere Öffnungszeiten:
Mittwoch, 7. September 2022: 14 bis 17 Uhr

Sonntag, 11. September 2022 zum Tag des Offenen Denkmals: 12 bis 17 Uhr

Mittwoch, 14. September 2022: 14 bis 17 Uhr

Sonntag, 18. September 2022 zum Stadtfest Breisach: 12 bis 17 Uhr

Blaues Haus Breisach

Breisach: Tag des offenen Denkmals 2022

Zum Tag des offenen Denkmals bietet das Blaue Haus ein Sonderprogramm.

12-17 Uhr: Das Blaue Haus ist geöffnet

Sonderausstellung Erinnerungen an Karl Wolfskehl
Zur Präsentation gehören unter anderem Fotografien des Familiensitzes in Kiechlinsbergen, literarische Werke von Karl Wolfskehl und audiovisuelle Passagen aus Briefen der Tochter Judith, verheiratete Köllhofer, an ihren Vater ins Exil.

14 Uhr: Führung durch die Ausstellungen „Jüdisches Leben in Breisach 1931“ und „Nach der Shoah“ – Die Familie Eisemann vor und nach der Shoah
Treffpunkt: Blaues Haus im Veranstaltungsraum EG

14 Uhr: Führung auf dem Alten Jüdischen Friedhof
Treffpunkt: Michael-Eisemann-Platz

Sonntag, 4. September 2022
Das Blaue Haus Breisach, Rheintorstraße 3, 79206 Breisach

Breisach: Europäischer Tag der Jüdischen Kultur 2022

Das Blaue Haus Breisach beteiligt sich wie jedes Jahr am Europäischen Tag der Jüdischen Kultur, dieses Jahr zum Thema „Erneuerung“.

12-17 Uhr: Das Blaue Haus und die Dauerausstellungen sind geöffnet

13 Uhr: Führung I durch die Ausstellungen „Jüdisches Leben in Breisach 1931“ und „Nach der Shoah“ – Die Familie Eisemann vor und nach der Shoah
Treffpunkt: Blaues Haus im Veranstaltungsraum EG

13 Uhr: Führung II auf dem Alten Jüdischen Friedhof
Treffpunkt: Michael-Eisemann-Platz

15 Uhr: Vernissage der Ausstellung „Erinnerungen an Karl Wolfskehl“
Begrüßung – Christiane Walesch-Schneller
Einführung in die Ausstellung – Dr. Brigitte von Savigny
Gedichte von Karl Wolfskehl, gelesen von Josef Köllhofer und Heinzl Spagl

Sonntag, 4. September 2022
Das Blaue Haus Breisach, Rheintorstraße 3, 79206 Breisach

Freiburg: Familie Blum und die Erinnerungsarbeit zur Deportation Freiburger Juden

François Blum aus Lyon berichtet in einer Veranstaltung von seiner jüdischen Familiengeschichte in Freiburg. Freiburgs Juden, so sein Fazit, „sind auch verschwunden, weil sie nicht erinnert werden“.
Geschichte ist mehr als eine Anhäufung von Zahlen, Orten, Namen. Sie ist das Wissen über Zusammenhang und lebt auch vom und im Erinnern. Zu einem Abend über persönliches Erinnern und politisches Engagement hatten das Dokumentationszentrum Nationalsozialismus und das Blaue Haus Breisach den 66-jährigen „Erinnerungs-Aktivisten“ François Blum aus Lyon ins Jos Fritz Café eingeladen.
Weiterlesen: BZ-Artikel

Foto (Detail): © Jörgens.Mi/Wikipedia, CC-BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

Breisach: Deutsch-französische EinFührung

Johanna Sarah Mai regt mit einer deutsch-französischen Einführung zur selbstständigen erkundung der Ausstellung „Gurs 1940“ ein.
Alle badischen Jüdinnen und Juden wurden am 23. Oktober 1940 in sieben Sonderzügen über die Breisacher Brücke aus ihrer Heimat deportiert, durch das von Nazi-Deutschland besetzte Frankreich in das Internierungslager Gurs am Rande der Pyrenäen. Die Ausstellung „Gurs 1940: Die Deportation und Ermordung von südwestdeutschen Jüdinnen und Juden“ wurde vom Haus der Wannseekonferenz Berlin mit vielen anderen Institutionen und Forscherinnen und Forschern erstellt, ergänzt durch zehn vom Blauen Haus erarbeiteten Tafeln zur lokalen Geschichte.

Foto (Detail): Blaues Haus Breisach

Samstag, 2.Juli 2022, 10.30 Uhr und Sonntag, 3. Juli 2022, 15.30 Uhr
Blaues Haus Breisach, Rheintorstraße 3
mit Johanna Sarah Mai
in Kooperation mit dem NS-Dokuzentrum Freiburg
Teilnahme kostenlos, Spenden erbeten

Breisach/ Freiburg: Gespräch mit F. Blum „Zwischen Familiengeschichte und Politik“

François Blum ist Erinnerungs-Aktivist und lebt in Frankreich. Der Gründer und Vorsitzende des Vereins der Nachfahren der ehemaligen Jüdischen Gemeinde von Freiburg setzt sich für ein würdiges und aktives Gedenken an die Verfolgung und Ermordung jüdischer Freiburger*innen ein. Welche persönlichen Erinnerungen verbinden ihn mit der Stadt und warum engagiert er sich hier? Welche Sorgen und Hoffnungen hat er mit Blick auf die Zukunft der Erinnerung? Das Publikum ist eingeladen, Fragen zu stellen. Weitere Veranstaltungen der Reihe mit dem NS-Dokumentationszentrum: Flyer_Freiburg-Breisach-Gurs_2022

Foto (Detail): © Jörgens.Mi/Wikipedia, CC-BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

Donnerstag, 2. Juni 2022, 19 Uhr
Jos-Fritz-Café, Wilhelmstraße 15, 79098 Freiburg
Veranstaltungsreihe mit dem Dokumentationszentrum Nationalsozialismus
in Kooperation mit der jos fritz Buchhandlung
Eintritt kostenfrei

Breisach: EinFührung zu „Gurs 1940“

Valeska Wilczek gibt eine EinFührung zum selbstständigen Rundgang in der Ausstellung „Gurs 1940: Die Deportation und Ermordung von südwestdeutschen Jüdinnen und Juden“.
Alle badischen Jüdinnen und Juden wurden am 23. Oktober 1940 in sieben Sonderzügen über die Breisacher Brücke aus ihrer Heimat deportiert, durch das von Nazi-Deutschland besetzte Frankreich in das Internierungslager Gurs am Rande der Pyrenäen. Die Ausstellung „Gurs 1940: Die Deportation und Ermordung von südwestdeutschen Jüdinnen und Juden“ wurde vom Haus der Wannseekonferenz Berlin mit vielen anderen Institutionen und Forscherinnen und Forschern erstellt, ergänzt durch zehn vom Blauen Haus erarbeiteten Tafeln zur lokalen Geschichte.

Foto (Detail): Blaues Haus Breisach

Mittwoch, 1. Juni 2022, 17 Uhr
Blaues Haus Breisach, Rheintorstraße 3
mit Valeska Wilczek
in Kooperation mit der VHS Westlicher Kaiserstuhl-Tuniberg e.V.
6€

Neuenburg / Breisach: Gespräch unterm Nussbaum „Gedenkkultur – wozu?“

Das Blaue Haus ist eingeladen, seine Arbeit auf der Landesgartenschau in Neuenburg vorzustellen. Christiane Walesch-Schneller referiert über jüdisches Leben am Oberrhein und beantwortet Fragen der Zuhörenden.

Foto (Detail): LGS 2022 Neuenburg am Rhein

Dienstag, 31. Mai 2022, 16 – 17 Uhr
LICHTung, Kirche auf der Landesgartenschau Neuenburg
Mit Christiane Walesch-Schneller und Dekan Reiner Heimburger, evangelischer Kirchenbezirk Breisgau-Hochschwarzwald
Veranstalter: Kirchen auf der Landesgartenschau

Breisach: Vortrag „Günter Grass and the Genders of German Memory“

Prof. Timothy B. Malchow ist Gast im Blauen Haus und stellt sein neues Buch, eine kritische Analyse von Günter Grass‘ Rolle in der Kulturpolitik der BRD, vor:
Der Nobelpreisträger Günter Grass (1927 – 2015) war eine Autoritätsfigur der BRD und ihres Kulturlebens. Sieben Jahre nach seinem Tod unternimmt der amerikanische Germanist Timothy B. Malchow eine kritische Analyse dieser Rolle, auch im Hinblick auf seine männlich geprägte konservativen Haltung, die Grass mit seinen kulturpolitischen Rivalen teilte.
Der Vortrag wird in englischer Sprache gehalten, Diskussion moderiert von Dr. Bernard Reuter erfolgt auf Deutsch und Englisch.

Sonntag, 29. Mai 2022, 17 Uhr
Blaues Haus Breisach, Rheintorstraße 3
Einführung und Moderation von Dr. Bernard Reuter, Colmar
Vortrag von Prof. Timothy B. Malchow
In Kooperation mit dem Carl-Schurz-Haus Freiburg (Deutsch-Amerikanisches Institut e.V.)
Eintritt frei