Kippenheim: Führung über den jüdischen Friedhof Schmieheim

Bei einem Gang über den jüdischen Friedhof bei Schmieheim mit seinen über 2500 Gräbern lässt sich die wechselhafte Geschichte der Juden der Ortenau ablesen. Die ehrwürdige Grabstätte wurde 1682 von der Ettenheimer Judenschaft gegründet. Bei der Führung wird auf die auf vielfältigen Symbole und Inschriften auf den Grabsteinen eingegangen. Bei einigen Verstorbenen ist auch ihr Schicksal zur Zeit des Nationalsozialismus bekannt und ist ebenfalls Teil der Führung mit Jürgen Stude. Veranstalter der Träger sind die Volkshochschule Kippenheim und der Förderverein Ehemalige Synagoge Kippenheim. Der Eintritt ist frei. Der Treffpunkt ist am Parkplatz beim Friedhof an der Straße von Schmieheim nach Wallburg (Wallburgerstrasse). Männer müssen eine Kopfbedeckung tragen, gutes Schuhwerk wird empfohlen.

Sonntag, 25. Januar 2026
15:00 Uhr
Treffpunkt:
Parkplatz an der Straße von Schmieheim nach Wallburg

ehemalige Synangoge Kippenheim

ABGESAGT Kippenheim: Zeitzeugenvortrag von Inge Auerbacher

Als letztes jüdisches Kind in Kippenheim wurde Inge Auerbacher am 31. Dezember 1934 in der Poststraße Nr. 20 geboren, unweit der Synagoge. Ihre ersten Lebensjahre verbrachte sie im Hause ihrer Eltern, dem Textilhändler Berthold Auerbacher und dessen Ehefrau Regina. Am 11. November 1938 wurde ihr Vater, der im Ersten Weltkrieg mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden war, zusammen mit anderen jüdischen Männern des Ortes mehrere Wochen im KZ Dachau inhaftiert.
Beim Novemberpogrom (9./10. November 1938) war Inge Auerbacher erst drei Jahre alt, aber ihre Erinnerungen daran sind immer noch sehr lebendig. In dieser Nacht wurden alle Fenster des Hauses eingeworfen und die Synagoge stark beschädigt. Die Nationalsozialisten verhafteten ihren Großvater beim Morgengebet in der Synagoge. Gemeinsam mit ihrem Vater wurde er ins Konzentrationslager nach Dachau verschleppt und erst einige Wochen später wieder entlassen.
Danach betrieb Inges Familie die Auswanderung, verkaufte ihr Haus und zog Anfang 1939 zu den Großeltern väterlicherseits in das schwäbische Dorf Jebenhausen bei Göppingen. Trotz aller Bemühungen um ein ausländisches Visum war es der Familie nicht gelungen, aus Nazi-Deutschland herauszukommen. Wie fast alle württembergischen Kinder musste die Sechsjährige die jüdische Schule in Stuttgart besuchen und jeden Tag eine einstündige Zugfahrt auf sich nehmen. Nach einem halben Jahr, mit Beginn der Deportationen aus Württemberg, wurde die Schule aufgelöst. Am 24. August 1942 brachten die Nationalsozialisten Inge mit ihren Eltern und vielen anderen württembergischen Jüdinnen und Juden in die Sammelhalle am Stuttgarter Killesberg. Von dort aus wurden sie in das heute in Tschechien gelegene Konzertrationslager Theresienstadt verbracht. Inge Auerbacher war mit ihren sieben Jahren die Jüngste der über 1200 Gefangenen. In ihrer 1992 erschienenen Autobiografie „Ich bin ein Stern“ berichtet sie aus der Perspektive eines Kindes von ihrer Leidenszeit im Lager: dem allgegenwärtigen Hunger, den grassierenden Seuchen und Krankheiten, den quälenden Flöhen und Läusen – und vor allem von der ständigen Todesangst, beim nächsten Transport nach Auschwitz dabei zu sein. „Ich bin ein Stern“ wurde in mehrere Sprachen übersetzt.
Am 8. Mai 1945 befreiten russische Truppen Theresienstadt. Inge Auerbacher gehörte zu dem einen Prozent der überlebenden Kinder des Lagers. Auch ihre Eltern hatten überlebt. Die Familie kehrte nach Jebenhausen zurück und erfuhr vom Tod der meisten Verwandten ihrer großen Familie. Im Mai 1946 emigrierten die Auerbachers nach New York. Die Jahre der Unterernährung hatten ihrer Gesundheit nachhaltig geschadet und sie musste zwei Jahre im Krankenhaus verbringen. Trotz der traumatischen Erlebnisse ihrer Kindheit in Deutschland und in Theresienstadt, gelang es ihr, Ihre Verbitterung zu überwinden und einer wichtigen Berufung zu folgen: Sie wurde Botschafterin der Aussöhnung, der Toleranz und des Friedens. Unermüdlich reist sie auch heute noch innerhalb der USA, in ihrer alten Heimat Süddeutschland, aber auch in Tschechien oder Polen. Überall begegnet sie Schulklassen, Jugendgruppen, Verbänden und kirchlichen Gruppen und berichtet in Vorträgen aus ihrem Leben. Sie blickt nicht nur zurück, sondern erzählt auch von ihrer Vision von einer Welt ohne Hass, Gewalt und Intoleranz.
Ein besonderer Höhepunkt in Inge Auerbachers Leben war die Einladung, am 27. Oktober 2022 anlässlich des nationalen Holocaust-Gedenktages im Deutschen Bundestag die Gedenkrede zu halten. Im Anschluss daran besuchte sie die Ehemalige Synagoge in Kippenheim, wo die Theater-AG des Max-Planck-Gymnasiums Lahr die musikalisch-szenische Inszenierung „Sterne in der Finsternis“ gemeinsam mit der Kompositions-AG des Clara-Schumann-Gymnasiums Lahr aufführte. Bei diesem Besuch erhielt sie die Ehrenbürgerschaft Kippenheims in Anerkennung ihres herausragenden Engagements. Mit stehenden Ovationen überreichte Bürgermeister Matthias Gutbrod der sichtlich bewegten Inge Auerbacher in der Ehemaligen Synagoge die Urkunde.
Das Max-Planck-Gymnasium pflegt seit vielen Jahren eine enge Kooperation mit dem Förderverein der Ehemaligen Synagoge Kippenheim. Seit 2022 besteht darüber hinaus offiziell eine Bildungspartnerschaft, die historisch-politische Bildung am außerschulischen Lernort sowie in besonderer Weise Demokratiestärkung fördern soll.
Die Gedenk-, Lern- und Begegnungsstätte der Ehemaligen Synagoge Kippenheim ermöglicht den Lernenden dabei, Geschichte regional zu erfahren und aktiv zur Erinnerungskultur beizutragen – sei es durch (digitale) Führungen, Theateraufführungen oder Gedenkreden.
Auch der jährlich verliehene Kurt-Salomon-Maier-Geschichtspreis für herausragende Leistungen im Basisfach Geschichte ist Teil dieser Zusammenarbeit.

Bitte melden Sie sich für Ihre Teilnahme am Zeitzeugenvortrag über folgende E-Mail Adresse mit Ihrem Namen und Adresse an:

Freitag, 06.02.2026
11:30 Uhr
Aula, Max-Planck-Gymnasium,
Max-Planck-Straße 12, 77933 Lahr

ehemalige Synangoge Kippenheim

Kippenheim: Lesenachmittag für Kinder „Ich bin ein Stern“ – als Kind im Konzentrationslager

Die in Kippenheim geborene Inge Auerbacher war sieben Jahre alt, als sie mit ihren Eltern ins Konzentrationslager Theresienstadt verschleppt wurde. Wie sie diese Zeit erlebte und wie sie sie überlebte, schildert sie eindringlich in ihrem Buch „Ich bin ein Stern“. Der bekannte Psychologe Bruno Bettelheim sagt darüber: „Dieser autobiographische Bericht ist tief bewegend und wahrheitsgetreu … Mir fällt kein anderes Buch zu dem Thema ein, das ich für diese Altersgruppe so empfehlen könnte wie dieses.“ Andrea Welz wird aus dem Buch vorlesen, davon erzählen und gemeinsam mit den Kindern über das Gehörte ins Gespräch kommen. Dazu werden auch Bilder aus Inge Auerbachers Kindheit in Kippenheim gezeigt
Herzlich eingeladen sind Grundschulkinder ab der 3. Klasse – gerne in Begleitung ihrer Eltern.

Sonntag, 9. November 2025
15:00 Uhr
Ehemalige Synagoge Kippenheim
Poststraße 18
77971 Kippenheim

ehemalige Synangoge Kippenheim

Kippenheim: Exkursion ins Exilarchiv Frankfurt

Herzliche Einladung zu einer Exkursion nach Frankfurt ins Deutsche Exilarchiv ein, wo eine Dauerausstellung den Überlebenden Kurt Salomon Maier und Inge Auerbacher gewidmet ist. Das besondere an der Ausstellung ist, dass neben den gezeigten Objekten und Dokumenten, beide Zeitzeugen die an sie gerichteten Fragen virtuell mit Hilfe einer KI beantworten.

Im Anschluss besuchen wir das Jüdische Museum Frankfurt.

Das Foto zeigt Inge Auerbacher und Dr. Kurt Salomon Maier bei einem 5tägigen digitalen interaktiven Interview, bei denen sie 900 Fragen beantworteten.

Info und Kontake: Jürgen Stude: ; Tel.: 07807-957612

ehemalige Synangoge Kippenheim

Tagung „Täter gesucht“

Der Förderverein Ehemalige Synagoge Kippenheim e.V. veranstaltet in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung den Fachtag „Nationalsozialistische Akteure der Deportation der badischen Jüdinnen und Juden am 22./23. Oktober 1940“. Mehrere Referentinnen nehmen die lokalen Akteure der Deportation in den Fokus und berichten über aktuelle Forschungsergebnisse.

Anmeldung bis 10. Oktober über:
Weitere Informationen: https://www.mahnmal-neckarzimmern.de

Veranstaltungsflyer

Sonntag, 26. Oktober
10 bis 17 Uhr
Gemeindesaal der Evang. Stadtkirchengemeinde
Poststraße 10, 77652 Offenburg
Teilnahme kostenfrei

Kippenheim: Führung über den jüdischen Friedhof Schmieheim

Bei einem Gang über den jüdischen Friedhof bei Schmieheim mit seinen über 2500 Gräbern lässt sich die wechselhafte Geschichte der Juden der Ortenau ablesen. Die ehrwürdige Grabstätte wurde 1682 von der Ettenheimer Judenschaft gegründet, als sich über 400 Jahre nach den Vertreibungen des Mittelalters wieder jüdische Familien in der Region niederlassen durften. Die zu verschiedenen Zeiten angelegten Teile des Friedhofes mit ihren unterschiedlichen Grabgestaltungen spiegeln eindrücklich die jeweilige gesellschaftliche Stellung der Juden wider.

Bei der Führung wird auf die auf vielfältigen Symbole und Inschriften auf den Grabsteinen eingegangen. Bei einigen Verstorbenen ist auch ihr Schicksal zur Zeit des Nationalsozialismus bekannt und ist ebenfalls Teil der Führung mit Bärbel Heer vom Förderverein Ehemalige Synagoge Kippenheim. Der Treffpunkt ist am Parkplatz beim Friedhof an der Straße von Schmieheim nach Wallburg. Männer müssen eine Kopfbedeckung tragen, gutes Schuhwerk wird empfohlen. Die Führung dauert ca. 1,5 Stunden und ist kostenfrei.

Sonntag, 19. Oktober 2025
15:00 Uhr
Parkplatz beim Friedhof an der Straße von Schmieheim nach Wallburg
kostenlos
Männer müssen eine Kopfbedeckung tragen

ehemalige Synangoge Kippenheim

Kippenheim: Konzert mit Tamara Hochstetter und „chorus celicti“

„Viva la vida“ (“Es lebe das Leben..”)

Unter diesem Motto steht das Sommer-Chorkonzert von „chorus delicti“ und Tamara Honstetter.

Es kommen Chorstücke zum Vortrag , die aufmuntern, Mut machen und unser Leben in seiner Vielfalt musikalisch erklingen lassen. „Viva la vida“ steht hier für Multi Kulti, Pop , Jazz und Kunstmusik: das sind Stücke wie African Wha Lah yeh, Üsküdara, Bohemian Rhapsody, Sir Duke, Gedichtvertonungen zu Hilde Domin… Vieles von „chorus delicti“ selbst arrangiert und komponiert. Als Pianistin konnte nach langer Zeit wieder Tamara Honstetter gewonnen werden, die auch eigene Stücke, häufig Klezmer geprägt, zu Gehör bringt.

Sonntag, 27. Juli,
19:00 Uhr
Ehemalige Synagoge,
Poststraße 18, 77971 Kippenheim
Eintritt: 12€

ehemalige Synangoge Kippenheim

Kippenheim: Führung durch die ehemalige Synagoge

Aufgrund ihres Erhaltungsgrades besitzt die Kippenheimer Synagoge einen besonderen architektur- und kulturgeschichtlichen Wert. 1852 eingeweiht, war sie die dritte Synagoge in der etwa 300-jährigen Geschichte der Kippenheimer Juden. In ihr spiegelt sich das wechselvolle Schicksal der Juden, von ihrer Emanzipation im 19. Jahrhundert, bis zu ihrer Vertreibung und Ermordung durch die nationalsozialistischen Machthaber. Die ehemalige Synagoge ist auch ein Spiegel des Umgangs mit der Verfolgungsgeschichte nach dem Zweiten Weltkrieg.

Donnerstag, 17. Juli 2025,
18:00 Uhr
Ehemalige Synagoge,
Poststraße 18, 77971 Kippenheim
Eintritt frei – Spenden erbeten

ehemalige Synangoge Kippenheim

Kippenheim: Lesung „Jeder Tag wie heute“ mit Ron Segal

Der in Berlin lebende israelische Autor und Filmemacher Ron Segal liest aus seinem Roman „Jeder Tag wie heute“. Soviel sei gesagt: Adam Schumacher ist ein neunzigjähriger israelischer Schriftsteller und Holocaust-Überlebender. Einst vor den Nazis geflüchtet, reist er nun, Jahre später, zum ersten Mal zurück nach Deutschland, um für ein Literaturmagazin seine Erinnerungen aufzuschreiben. Ausgerechnet dort, wohin er nie zurückkehren wollte merkt er, dass ihn sein Gedächtnis immer öfter im Stich lässt. Wie der Schuster aus den Märchen der Brüder Grimm, dessen Handwerk über Nacht durch geheimnisvolle Helfer erledigt wird, wacht er jeden Morgen auf, um zu entdecken, dass irgendjemand seine Arbeit schon für ihn getan hat, dass Geschichten schon auf dem Papier festgehalten sind. Ihm wird klar, dass nicht mehr viel Zeit bleibt, das Versprechen an seine verstorbene Frau einzulösen: bevor er vergessen haben würde, ihrer beider Liebesgeschichten aufzuschreiben.
Im Anschluss an die Lesung steht Herr Segal bereit über den wachsenden Antisemitismus zu diskutieren und über Erinnerungskultur zu sprechen, die zunehmend weniger auf Zeugnisse von NS-Opfern aufbauen kann, sondern neue Wege finden muss.

Dienstag, 24. Juni, 19:00 Uhr
Ehemalige Synagoge,
Poststraße 18, 77971 Kippenheim
Eintritt frei- Spenden erbeten