Schmieheim: Führung über den Jüdischen Friedhof

Bei einem Gang über den jüdischen Friedhof bei Schmieheim mit seinen über 2500 Gräbern lässt sich die wechselhafte Geschichte der Juden der Ortenau ablesen: Die ehrwürdige Grabstätte wurde 1682 angelegt, als sich die ersten jüdischen Familien nach den Vertreibungen im Mittelalter wieder in der Region niederlassen durften. Die zu verschiedenen Zeiten angelegten Teile des Friedhofes mit ihrer unterschiedlichen Grabgestaltung spiegeln eindrücklich die jeweilige gesellschaftliche Stellung der Juden wider. Bei der Führung wird auf die auf vielfältigen Symbole und Inschriften auf den Grabsteinen eingegangen. Bei einigen Verstorbenen ist auch ihr Schicksal zur Zeit des Nationalsozialismus bekannt und wird ebenfalls Teil der Führung sein.

Männer müssen eine Kopfbedeckung tragen, gutes Schuhwerk wird empfohlen.

Mittwoch, 19. Oktober 2022, 16 Uhr
Treffpunkt am Parkplatz beim Friedhof an der Straße von Schmieheim nach Wallburg
in Kooperation mit der Volkshochschule Kippenheim
Eintritt frei, Spenden erbeten
Kontakt:

Kippenheim: Europäischer Tag der Jüdischen Kultur 2022

In der Ehemaligen Synagoge Kippenheim findet zum Europäischen Tag der Jüdischen Kultur ein Konzert statt, außerdem eine Führung durch das jüdische Diersheim.

14-17 Uhr: Ehemalige Synagoge geöffnet

14 Uhr: Führung durch das jüdische Diersburg
mit Bernd Rottenecker
Treffpunkt: Diersburger Rathaus
Für den Besuch des jüdischen Friedhofs benötigen männliche Teilnehmer eine Kopfbedeckung

17 Uhr: Konzert mit Musik jüdischer Komponisten
mit Ulrich von Wrochem

Sonntag, 4. September 2022
Ehemalige Synagoge, Poststraße 17, 77971 Kippenheim und Rathaus Diersburg

Kippenheim: Ava Olam-Konzert mit „Klezmers Techter“

Von freien Improvisationen bis hin zu traditionellen Interpretationen jiddischer Musik- faszinierend und facettenreich spannen KLEZMERS TECHTER einen Bogen von unbändiger Lebensfreude bis hin zu wehmutiger Sehnsucht. Die drei Musikerinnen traten auf Einladung von Giora Feidman mehrfach in Israel auf, mit überwältigendem Erfolg. Ihre Musik wirkt wie eine ständige Aufforderung, das Leben trotz aller Hindernisse zu lieben und zu feiern. In ihrem neuen Programm „Ava Olam“ vereinen sich künstlerische Power, temperamentvolle Spiel – und Experimentierfreude mit musikalischer Tiefe und Innigkeit. Es spielen Gabriela Kaufmann an Klarinette und Bassklarinette, Almut Schwab das Akkordeon, Flöten und Hackbrett, Nina Hacker den Kontrabass. Der Titel Ava Olam setzt sich zusammen aus „ava“ von aval, altsächsisch raft, persisch – Klang, und „olam“:hebräisch – ewig, Geheimnis

Sonntag, 28. August 2022, 17 Uhr
Ehemalige Synagoge Kippenheim, Poststraße 17
Konzert „Ava Olam“ mit Klezmers Techter
Eintritt frei

Ehemalige Synagoge Kippenheim

Virtuelle Führungen durch die Ehemalige Synagoge Kippenheim für Schulklassen

Neues digitales Angebot für Schulklassen!

Auch der Förderverein Ehemalige Synagoge Kippenheim ist durch die Pandemie betroffen, viele der für 2020 und 2021 geplanten Veranstaltungen, Konzerte, Lesungen und Ausstellungen mussten abgesagt werden. Auch Führungen durch die ehemalige Synagoge oder über den jüdischen Friedhof von Schmieheim sind unter den derzeitigen Bedingungen nicht möglich. Der Förderverein bleibt  nicht untätig und sucht nach Wegen die Ehemalige Synagoge Kippenheim als außerschulischen Lernort  auch in den Zeiten der Pandemie für den Geschichts-, Religions- und Ethikunterricht zu nutzen. Ein erstes Ergebnis  sind  virtuelle Führungen durch die ehemalige Synagoge Kippenheim für Schulklassen im Rahmen von Videokonferenzen. Diese Führungen können dem Wissenstand der Schülerinnen und Schulen angepasst werden und sind geeignet für Klassen der Sekundarstufen I und II. Um dieses Angebot in der Praxis zu erproben, wurde dieses Format mit zwei 10. Klassen des Lahrer Max-Planck-Gymnasiums mit Erfolg getestet. Die Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler ermutigen den Förderverein, die virtuellen Führungen auch anderen Schulen anzubieten.

Vortrag 45 Minuten plus Zeit für Fragen und Diskussion. Zwei Schulstunden wären angemessen
Kosten: Keine
Kontakt: Jürgen Stude, Tel. 07807-957612,

ehemalige Synangoge Kippenheim

Jüdischer Kulturweg: Radtour zwischen Offenburg und Kippenheim

Die südliche Ortenau war eines der jüdischen Zentren Badens. Von diesem einst reichen jüdischen Leben zeugen heute noch ehemalige Synagogen und jüdische Friedhöfe aber auch hebräische und jiddische Wörter im Alemannischen und bauliche Spuren in den sogenannten „Judendörfern“ zwischen Offenburg und Ettenheim. Besucht werden die neu konzipierte Ausstellung zur jüdischen Gemeinde Offenburg in der Erinnerungsstätte „Salmen“, das Diersburger Judenviertel und der jüdische Friedhof sowie die ehemalige Synagoge Kippenheim. Die Tour ist Teil des geplanten „Jüdischen Kulturwegs am Oberrhein“, der bedeutende Stätten des Judentums entlang des Rheins verbinden soll. Tourleitung durch Jürgen Stude in Kooperation mit dem Museum im Ritterhaus Offenburg und dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub Ortenau (ADFC).

Treffpunkt ist der Parkplatz vor dem Museum im Ritterhaus in Offenburg um 11 Uhr. Unterwegs wird eine Vesperpause in Friesenheim eingelegt. Die Tour endet gegen 17.00 Uhr in Kippenheim, Rückfahrt in Eigenregie oder mit dem Zug über den Bahnhof Orschweier bzw. Lahr. Die Teilnahme ist kostenlos.

Männer werden gebeten eine Kopfbedeckung mitzubringen.

Sonntag, 3. Juli 2022, 11-17 Uhr
Treffpunkt Parkplatz Museum im Ritterhaus
Radtour mit Jürgen Stude
Anmeldung erforderlich unter 0781 822577 oder per Mail an
Kooperation des Fördervereins Ehemailge Synagoge Kippenheim und dem Museum im Ritterhaus
Veranstaltung kostenfrei

Kippenheim: Konzert mit dem Jiddisch-Chor „Lomir Zingen“

Der Straßburger Jiddisch-Chor „Lomir Zingen“ (Laßt uns singen) wurde 2012 von Astrid Ruff gegründet. Die Chorleiterin ist in Casablanca in einer aschkenasisch-jüdischen Familie geboren, zog aber als Kind mit ihrer Familie nach Straßburg. Der Vater war elsässischer Herkunft, die Mutter entstammte einer deutschsprachigen Familie aus Galizien. Der aus jüngeren und älteren Sänger*innen zusammengesetzte Chor bringt dem Publikum jiddische Lieder nahe. Was ihn zusammenhält, ist Neugier und Begeisterung der Sänger*innen für die jiddische Kultur und der Wunsch, sich in dieser Kultur wohl zu fühlen. Manche sind Juden, andere sind Gojim; manche sind Berufsmusiker*innen, manche leidenschaftliche Amateure, der Chor nimmt alle Musikliebhaber mit offenen Armen auf. Der Chor wird von der Akkordeonistin Fabrice Kieffer begleitet, die Texte zwischen den Liedern, die den Inhalt erklären, werden auf Deutsch gesprochen. Diesen Sommer beschäftigt ihn das bewegte Leben von Itzik Manger, einem wichtigen Dichter der jiddischen Sprache. Der aus Rumänien stammende und vor den Nazis nach England geflohene Dichter beschreibt in seinen Gedichten und Balladen die Welt des osteuropäischen, nicht assimilierten Judentums, die mit der Vernichtung im Holocaust von 1938/1941 bis 1945 untergegangen ist.

Sonntag, 26. Juni 2022, 17 Uhr
Ehemalige Synagoge Kippenheim, Poststraße 17
Konzert mit Lomir Zingen
Eintritt frei

Kippenheim: Vortrag „Die wirtschaftliche Ausbeutung der Juden im Nationalsozialismus in Kippenheim und Karlsruhe“

Marco Wottge beschreibt in seinem Vortrag Ablauf und Umfang der „Arisierung“ sowie die Akteure und die Profiteure. Es begann mit der Verdrängung von Jüdinnen und Juden aus dem öffentlichen Dienst und aus den freien Berufen im Gesundheits- und im Rechtspflegesektor und setzte sich mit ihrer Verdrängung aus der Wirtschaft fort. Die „Arisierung“ gipfelte in der Übernahme oder zwangsweisen Schließung „jüdischer Unternehmen“ sowie der Aneignung der Grundstücke und Häuser von Jüdinnen und Juden. Auswanderungswillige beziehungsweise aus Deutschland Vertriebene wurden zuvor durch Abgaben und Steuern ausgeplündert, und schließlich wurde das Hab und Gut derjenigen, die deportiert wurden, zugunsten des Deutschen Reiches eingezogen.
Dr. Marco Wottge unterrichtet an der Tulla-Realschule in Karlsruhe. Mit einem Promotionsstipendium der Stadt Karlsruhe erforschte er von 2015 bis 2019 die ‚Arisierung‘ in Karlsruhe.

Bild (Detail): Cover von „‚Arisierung‘ in der Zeit des Nationalsozialismus“ von Marco Wottge

Dienstag, 21. Juni 2022, 18.30 Uhr
Ehemalige Synagoge Kippenheim, Poststraße 17
Vortrag mit Marco Wottge
Veranstaltung kostenlos

Schmieheim: Führung über den jüdischen Friedhof

Bei einem Gang über den jüdischen Friedhof bei Schmieheim mit seinen über 2500 Gräbern lässt sich die wechselhafte Geschichte der Juden der Ortenau ablesen: Die ehrwürdige Grabstätte wurde 1682 angelegt, als sich die ersten jüdischen Familien nach den Vertreibungen im Mittelalter wieder in der Region niederlassen durften. Die zu verschiedenen Zeiten angelegten Teile des Friedhofes mit ihrer unterschiedlichen Grabgestaltung spiegeln eindrücklich die jeweilige gesellschaftliche Stellung der Juden wider. Bei der Führung wird auf die auf vielfältigen Symbole und Inschriften auf den Grabsteinen eingegangen. Bei einigen Verstorbenen ist auch ihr Schicksal zur Zeit des Nationalsozialismus bekannt und wird ebenfalls Teil der Führung sein.

Männer müssen eine Kopfbedeckung tragen, gutes Schuhwerk wird empfohlen.

Sonntag 12. Juni 2022, 15 Uhr
Treffpunkt am Parkplatz beim Friedhof an der Straße von Schmieheim nach Wallburg.
mit Bärbel Heer
Eintritt frei, Spenden erbeten
Kontakt:

Kippenheim: Konzert „Ich bin in Sehnsucht eingehüllt“

Der Förderverein Ehemalige Synagoge Kippenheim lädt zu einem musikalischen Nachmittag in die ehemalige Synagoge ein. Das Konzert trägt der Titel „ Ich bin in Sehnsucht eingehüllt“, im Mittelpunkt stehen Lieder nach Gedichten von Selma Meerbaum-Eisinger. Der Ortenauer Musiker Wolfgang Joho hat zu Texten der berühmten jüdischen Lyrikerin (u.a. „Schlaflied“, „Regen“, etc.) Kompositionen von filigraner Schönheit geschaffen. Die einfühlsamen  Musikstücke interpretieren die berührenden Gedichte der in der Shoa so jung um ihr Leben gebrachten Autorin. Am 5. Februar 1924 in Czernowitz (Rumänien) geboren, schrieb Selma Meerbaum-Eisinger ab 1939 ihre Gedichte, die von Sehnsucht, Liebe, Angst und Hoffnung erzählen.

Auf abenteuerliche Weise konnten 57 Gedichte dieser beeindruckenden jungen Frau gerettet werden. Selma Meerbaum-Eisingers Werk zählt mittlerweile zur Weltliteratur und gehört, neben den Gedichten Rose Ausländers und Paul Celans, zum literarischen Erbe der ausgelöschten deutsch-jüdischen Kultur der Bukowina. Gesungen werden die Musikstücke von Ursula Vetter (Sopran), die Rezitation liegt in den Händen von Clara Börger. Tatjana Schlegel (Flügel) und Wolfgang Joho (Viola und Violine) umrahmen mit Werken von Jules Massenet, Gabriel Fauré, Johann Sebastian Bach, John Williams, Eugène Bozza und John Rutter.

Sonntag, 15. Mai 2022, 17 Uhr
Ehemalige Synagoge Kippenheim, Poststraße 17
Eintritt frei, Spenden erbeten

Kippenheim: Vernissage „Es ist normal verschieden zu sein“

In Kippenheim wird die Ausstellung „Es ist normal verschieden zu sein“ des Offenen Ateliers Lahr eröffnet. Das Offene Atelier Lahr ist ein Kunstprojekt von Menschen mit und ohne Psychiatrieerfahrung. Es bietet den Teilnehmer*innen die Möglichkeit, ihre individuellen schöpferischen Potentiale zur Entfaltung zu bringen. Im Unterschied zu kunsttherapeutischen Angeboten handelt es sich bei diesem Projekt um ein offenes Atelier, in dem sich die Künstler*innen selbst organisieren und sich frei betätigen. Das Atelier ist ein Raum, in dem künstlerisches Schaffen gleichwertig neben der Pflege von Kontakten und Beziehungen steht. Die dort geschaffenen Werke werden regelmäßig in Ausstellungen präsentiert, sie können auch gekauft oder gemietet werden.

Die Künstler*innengruppe der Reha Offenburg „Wenn die Seele spricht“ arbeitet schon seit vielen Jahren zusammen. Dabei hat sich das Kunstatelier zu einem Zentrum der Begegnung entwickelt, auch für externe Besucher. Die Teilnehmenden bringen sich nach ihren jeweiligen Möglichkeiten und Stärken ein, was auch zu einer deutlichen Entwicklung in Stil und Ausführung führte. Das kreative Schaffen erfolgt in gegenseitigem Miteinander und auf Augenhöhe.

Foto (Detail): OAL

Sonntag, 8. Mai 2022, 14 Uhr
Ehemalige Synagoge Kippenheim, Poststraße 17
in Kooperation mit dem Offenen Atelier Lahr
Eintritt frei, Spenden erbeten