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Breisach: Jour fixe musical 17 – Ungarn I

Unter dem Motto: „Musikalische Raritäten zum Thema Verfolgung – Widerstand – Exil“ hat im September 2018 im Blauen Haus Breisach die Reihe „Jour fixe musical“ begonnen, bei der in erster Linie von den Nazis verfemte Komponisten und Interpreten zu Worte kommen. Die Programmfolgen widmen sich aber ebenso Werken von Komponisten, die Widerstand geleistet haben, so zum Beispiel von Adolf Busch, oder von Künstlern, die in anderem geschichtlichen Zusammenhang verfolgt wurden oder ins Exil gehen mussten:

>…als man im letzten Kriegsjahr Widerständler werden konnte…< Sir Andràs Schiff liest aus seinem Buch >Musik kommt aus der Stille< über seine Jugend in Ungarn | Sodann im Gespräch mit Dirk Nabering über Georg Kreisler

Mittwoch, 12. Februar 2020, 18 Uhr (Dauer ca. 1,25 Std.)
Breisach, Blaues Haus
Eintritt frei

Foto: Monika Rachel Raija Miklis

Emmendingen: neue Wechselausstellung

„Diese Lichter sind heilig“ – die Wiedereinweihung der Tempels in Jerusalem
Alle Jahre feiern Juden seit 164 v.d.Z. in Erinnerung an die Wiedereinweihung des Jerusalemer Tempels das Chanukka-Fest. Am 25. des jüdischen Monats Kislew beginnt das achttägige Fest, an dem jeden Tag ein weiteres Licht hinzugefügt wird, bis schließlich alle acht Lichter brennen. Dieses Jahr scheint die erste Kerze am Abend des 22. Dezember, denn der Tag fängt nach dem jüdischen Kalender am Abend an.
Man erinnert sich an die Begebenheiten, die im Talmud, bei Flavius Josephus und in den Makkabäer-Büchern beschrieben sind: damals besiegten die jüdischen Makkabäer die Seleukiden, reinigten ihren Tempel von Götzenbildern und etablierten wieder den traditionellen jüdischen G‘ttesdienst im Jerusalemer Tempel. Acht Tage lang brannten die Lichter an der provisorisch aufgestellten Menora, dem siebenarmigem Leuchter, obwohl das einzig, erhaltene, kleine Krüglein nur koscheres Olivenöl für einen Tag fasste. Nach acht Tagen konnte neues, erlaubtes Öl für den Dienst des Hohepriesters fertig gestellt werden und das Licht brannte weiter. An dieses Wunder erinnern noch heute die Lichter, die Zuhause, in der Synagoge oder draußen mit einem Behelfslicht angezündet werden. Dies wird auch in den Segenssprüchen deutlich, die vor und nach dem Anzünden gesprochen werden. Es sind besondere Lichter. Im Segensspruch nach dem Zünden heißt es „diese Lichter sind heilig, es ist nicht erlaubt, sie zu benutzen, sondern nur, sie anzuschauen“, um G’ttes großen Namen zu danken.“
Heute zünden die Kinder gerne selbst gebastelte Leuchter, Chanukkiot, an. Sie können aus Holz, Glas, Lego oder Metall bestehen. Im Jüdischen Museum Emmendingen sind Menora- und Banktypen ausgestellt.
Das Exponat des Monats und zugleich Herz der Ausstellung bildet der zerlegbare Chanukka-Leuchter, 20. Jh., aus Messing, der praktisch auf Reisen verwendet werden kann.
Ein Hinweis auf ölhaltige Speisen, Schokoladen-Chanukka-Geld und beliebte Kreisel (Dreidel) zum Spielen findet sich auch in der Ausstellung, die bis Ende Februar 2020 zu sehen ist.

Jüdisches Museum Emmendingen, Schlossplatz 7
Öffnungszeiten: Eintritt frei, Spenden erbeten
Sonntag und Mittwoch von 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr
bis Ende Februar 2020
Foto: Monika Rachel Raija Miklis

Foto: Stadtarchiv Offenburg

Offenburg: Gedenkveranstaltung in Erinnerung an die Ermordung von Häftlingen der Außenstelle des KZ Natzweiler in Offenburg

Im März 1945 wurden ca. 600 Häftlinge aus dem Konzentrationslager Flossenbürg nach Offenburg überstellt. Viele überlebten diesen Transport nicht. Von SS-Männern und Soldaten bewacht, mussten die restlichen Häftlinge unter Todesgefahr die durch alliierte Bombenangriffe beschädigten Bahnanlagen reparieren und Blindgänger entfernen. Ihre Lebensbedingungen waren verheerend. Viele starben an Hunger, Krankheit, Erschöpfung oder wurden durch Kriegseinwirkungen oder ihre Bewacher getötet. Bevor das Kommando am 13. April 1945 in Richtung Donaueschingen abzog, erschlugen Aufseher am 12. April 1945 41 kranke Häftlinge auf bestialische Weise. Unmittelbar in der Nähe des Tatorts in der Prinz–Eugen-Straße / Nordoststadt befindet sich heute die Erich-Kästner-Realschule, die mit einer Gedenktafel an dieses Massaker erinnert.
Gemeinsam mit dem Stadtarchiv Offenburg und dem Bunten Haus gedenken die Lehrer*innen und Schüler*innen der Erich-Kästner-Realschule dieses Verbrechens.
Die Enkelin eines belgischen Widerstandskämpfers der unter den Häftlingen war und dessen Todesumstände bis heute ungeklärt sind wird über ihre Suche nach Antworten berichten.

Sonntag, 29. März 2020, 11 Uhr
Erich-Kästner-Realschule, Prinz-Eugen-Straße 76
Veranstalter: Erich-Kästner-Realschule in Kooperation mit dem Stadtarchiv Offenburg
Eintritt frei

Ehemalige Synagoge Kippenheim: Klezmers Techter

Ehemalige Synagoge Kippenheim: Klezmers Techter

Von freien Improvisationen bis hin zu traditionellen Interpretationen jiddischer Musik –faszinierend und facettenreich spannen KLEZMERS TECHTER einen Bogen von unbändiger Lebensfreude bis hin zu wehmutiger Sehnsucht. Die drei Musikerinnen traten auf Einladung von Giora Feidman mehrfach in Israel auf, mit überwältigendem Erfolg. Ihre Musik wirkt wie eine ständige Aufforderung, das Leben trotz aller Hindernisse zu lieben und zu feiern. In ihrem neuen Programm “der Pojaz tanzt” vereinen sich künstlerische Power, temperamentvolle Spiel – und Experimentierfreude mit musikalischer Tiefe und Innigkeit. Gabriela Kaufmann, Klarinette und Bassklarinette / Almut Schwab, Akkordeon, Flöten und Hackbrett / Nina Hacker, Kontrabass / Miriam Ast, Gesang.

Sonntag 19. April 2020, 17 Uhr
Ehemalige Synagoge Kippenheim, Poststraße 17
Eintritt frei, Spenden erbeten

Kippenheim: Geisterkinder. Fünf Geschwister in Himmlers Sippenhaft

Kippenheim: Geisterkinder. Fünf Geschwister in Himmlers Sippenhaft

In ihrem Buch „Geisterkinder“ erzählt Valerie von Riedesel, die Enkelin des Widerstandskämpfers Cäsar von Hofacker (1896–1944), die bewegende Geschichte ihrer Familie nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 auf Hitler. Von Hofacker, der zum Kreis der Attentäter gehörte, wurde nach fünf Monaten Gestapo-Haft hingerichtet. Seine Frau Lotte von Hofacker und die beiden älteren Kinder kamen zuerst in ein Gefängnis und dann in das Konzentrationslager Stutthof. Dort erfuhren sie vom Tod des Vaters. Als die Rote Armee näher rückte, wurden sie in das KZ- Buchenwald gebracht, wo sie mit Dietrich Bonhöffer einen Gottesdienst am 8. April 1945 feierten – einen Tag vor seiner Hinrichtung im KZ-Flossenbürg. Am 11. April 1945 besetzten die Amerikaner das KZ-Buchenwald. Lotte von Hofacker und die Kinder waren frei. Ihre Tagebuchaufzeichnungen zeugen davon, welche schlimmen Zeiten sie durchleben mussten. Valerie von Riedesel, ihre Enkelin, hat mit „Geisterkinder“ ein sehr persönliches Buch darüber geschrieben.

Donnerstag 23. April 2020, 19 Uhr
Ehemalige Synagoge Kippenheim, Poststraße 17
Eintritt frei, Spenden erbeten

Foto: ehemalige Synagoge Kippenheim

Kippenheim: Vernissage „Es ist normal, verschieden zu sein“

Das Offene Atelier Lahr ist ein Kunstprojekt von Menschen mit und ohne Psychiatrieerfahrung. Es bietet den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit, ihre individuellen schöpferischen Potentiale zur Entfaltung zu bringen. Im Unterschied zu kunsttherapeutischen Angeboten handelt es sich bei diesem Projekt um ein offenes Atelier, in dem sich die Künstlerinnen und Künstler selbst organisieren und sich frei betätigen. Das Atelier ist ein Raum, in dem künstlerisches Schaffen gleichwertig neben der Pflege von Kontakten und Beziehungen steht. Die dort geschaffenen Werke werden regelmäßig in Ausstellungen präsentiert, sie können auch gekauft oder gemietet werden.
Unterstützt und gefördert wird das Selbsthilfeprojekt vom Sozialpsychiatrischen Dienst Lahr und dem Verein „die Brücke – Hilfsgemeinschaft für Menschen in psychischer Not, Lahr e.V.“

Gruppenausstellung des Offenen Ateliers Lahr
Sonntag 3. Mai 2020, 19 Uhr
Ehemalige Synagoge Kippenheim, Poststraße 17
Eintritt frei, Spenden erbeten

Foto: Stadtarchiv Offenburg

Offenburg: Gedenkveranstaltung – Kurz vor dem Ende: Der tödliche Anschlag vom 4. Mai 1945

Der Fachbereich Kultur erinnert an einen Sprengstoffanschlag der Wehrmacht am 4. Mai 1945, bei dem 114 bereits befreite sowjetische Zwangsarbeiter getötet wurden. Nur vier Tage vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der NS-Herrschaft, detonierten in Gebäuden auf der ehemaligen Ihlenfeldkaserne (heute Kulturforum) mehrere Zeitminen. Die Namen der Toten sind unbekannt. Die Minen hatte die Wehrmacht bei ihrem Rückzug dort angebracht.
Der Fachbereich Kultur will mit einer stillen Gedenkfeier an dieses Verbrechen erinnern.

Montag, 4. Mai 2020, 12.30 Uhr
Kulturforum, Offenburg
Veranstalter: Fachbereich Kultur

Kippenheim: Führung über den jüdischen Friedhof in Schmieheim

Bei einem Gang über diese ehrwürdige Grabstätte mit ihren 2500 Gräbern wird Bärbel Heer in die wechselhafte Geschichte der Ortenauer Juden einführen. Der Friedhof wurde 1682 angelegt, als sich die ersten jüdischen Familien nach den Vertreibungen im Mittelalter wieder in der Region niederlassen durften. Der älteste bekannte Grabstein stammt aus dem Jahr 1701. Er trägt, wie die anderen Grabmale aus dem 18. Jahrhundert, nur hebräische Schriftzeichen. Ab 1850 wurde immer mehr die lateinische Schrift für die Grabinschriften verwendet. Interessant sind die Symbole, die manche Grabsteine tragen. Sie verweisen auf die rituellen Aufgaben, denen die Verstorbenen nachgingen aber auch über ihre Ämter im jüdischen Gemeindeleben.
Männer müssen eine Kopfbedeckung tragen, gutes Schuhwerk wird empfohlen.

Montag 11. Mai, 17 Uhr
Treffpunkt am Parkplatz beim Friedhof an der Straße von Schmieheim nach Wallburg.
Eintritt frei, Spenden erbeten

Mikwe Offenburg, Foto: Magdalena Schaaf

Radtour Jüdischer Kulturweg

Die südliche Ortenau war eines der jüdischen Zentren Badens. Von diesem einst reichen jüdischen Leben zeugen heute noch ehemalige Synagogen und jüdische Friedhöfe und andere bauliche Spuren in den sogenannten „Judendörfern“ zwischen Offenburg und Ettenheim. Besucht werden u. a. die Offenburger Mikwe, der Diersburger „Judenfriedhof‘ und die ehemalige Synagoge Kippenheim. Die Tour ist Teil des geplanten „Jüdischen Kulturwegs am Oberrhein“, der bedeutende Stätten des Judentums entlang des Rheins verbinden soll. Sie wird von Anne Junk und Jürgen Stude geleitet und findet in Kooperation mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub Ortenau (ADFC) statt.
Männer werden gebeten eine Kopfbedeckung mitzubringen.

Sonntag, 17. Mai 2020 10 – ca. 16.30 Uhr
Veranstalter: Gedenkstätte Salmen/ Museum im Ritterhaus und Förderverein Ehemalige Synagoge Kippenheim
Treffpunkt ist der Parkplatz vor dem Museum im Ritterhaus. Unterwegs wird eine Vesperpause in Friesenheim eingelegt. Endpunkt ist Kippenheim
Rückfahrt in Eigenregie oder mit dem Zug über den Bahnhof Orschweier bzw. Lahr.
Teilnahme ist kostenlos
Anmeldung und Information Tel.: 0781/ 82 25 77

Blaues Haus Breisach

Breisach: Jour fixe musical 15 – Geige im Exil Folge II

Unter dem Motto: „Musikalische Raritäten zum Thema Verfolgung – Widerstand – Exil“ hat im September 2018 im Blauen Haus Breisach die Reihe „Jour fixe musical“ begonnen, bei der in erster Linie von den Nazis verfemte Komponisten und Interpreten zu Worte kommen. Die Programmfolgen widmen sich aber ebenso Werken von Komponisten, die Widerstand geleistet haben, so zum Beispiel von Adolf Busch, oder von Künstlern, die in anderem geschichtlichen Zusammenhang verfolgt wurden oder ins Exil gehen mussten:

Muriel Cantoreggi Violine | Raphael Sachs Viola
Kompositionen von Ernest Bloch, Ernst Toch und Nikos Skalkottas (sowie vom Tonband: Hommage à Fritz Kreisler)

Sonntag 12. Januar 2020, 18 Uhr (Dauer ca. 1 Std.)
Breisach, Blaues Haus
Eintritt frei