Foto: Monika Miklis

Emmendingen: Heinrich Heine „Das Glück ist eine leichte Dirne“

Am vergangenen Donnerstag haben begeisterte Besucher*innen, das Programm, die Künstlerin und die  Kulturarbeit des Vereins für jüdische Kultur in Emmendingen e.V. bei einer gut besuchten Veranstaltung im Teschemacher-Saal gelobt. Im Rahmen von „1700 Jahre jüdische geschichte in Deutschland“ gestaltete die Gitarristin, Sängerin und Schauspielerin Ursula Kurze (Dresden) ein musikalisch-literarisches Porträt des großen deutsch-jüdischen Dichters Heinrich Heine (1797-1856). Sie laß aus seinem Werk, erzählte Geschichten aus dem Leben des Dichters, sang Gedichte in eigenen Vertonungen und musizierte virtuose Gitarrenmusik.

Foto: M. Miklis.

Als die grauen Busse 1940 auch nach Fußbach kamen

Ein Ensemble von 20 Menschen mit und ohne Behinderung schafft mitten am Tag auf dem Klosterplatz in Gengenbach Beeindruckendes: Mit „Hierbleiben . . . Spuren nach Grafeneck“ gelingt es dem Reutlinger „Theater in der Tonne“ zu informieren über die gezielte Tötung von Menschen mit Behinderung durch die Nationalsozialisten, Betroffenheit und Mitgefühl zu erzeugen bei den Zuschauern, und das mit allem, was Theater ausmacht, so gekonnt zu verbinden, dass sich niemand der starken Wirkung dieser Inszenierung entziehen kann. Am Ende applaudierten einige der Zuschauer stehend. Weiterlesen: 2021-07-01_Lokalteil Ortenau_Seite_11

Führungen durch das jüdische Kippenheim

Die Geschichte der jüdischen Gemeinde Kippenheim reicht bis in das 17. Jahrhunderts zurück. 1871 machte sie mit 323 Mitgliedern etwa 16 % der Gesamtbevölkerung des Ortes aus. Bis 1933 hatten jüdische Gewerbetreibende einen beträchtlichen Anteil am Wirtschaftsleben des Ortes. Zwischen der Friedhofstraße und der Bergstraße führt das „Judengäßle“, ein schmaler Verbindungsweg zur Bergstraße. Hier stand die 1794 in Fachwerkbauweise erstellte zweite Kippenheimer Synagoge; noch heute kann man an der Rückwand des benachbarten Gebäudes ihre Umrisse ablesen. 1852 wurde in der Poststraße die neue dritte Synagoge Kippenheims eingeweiht werden. Prägend für ihren Gesamteindruck ist die im Rundbogenstil gehaltene Doppelturmfassade mit Dreiecksgiebel und zinnenbekrönten Turmstümpfen.
Aufgrund ihres Erhaltungsgrades besitzt die Kippenheimer Synagoge einen besonderen architektur- und kulturgeschichtlichen Wert. In ihr spiegelt sich das wechselvolle Schicksal der Juden, von ihrer Emanzipation im 19. Jahrhundert, bis zu ihrer Vertreibung und Ermordung durch die nationalsozialistischen Machthaber. Die ehemalige Synagoge ist auch ein Spiegel des Umgangs mit der Verfolgungsgeschichte nach dem Zweiten Weltkrieg.

Bitte beachten: Es gelten die aktuellen coronabedingten Hygiene- und Abstandsregelungen, eine Begrenzung der Teilnehmerzahl sowie Maskenpflicht in Innenräumen.

Sonntag. 11. Juli 2021, 15 & 16 Uhr
Info:
Eintritt frei, Spenden erbeten

Jüdischer Friedhof Offenburg_Foto: K. Schlessmann

Offenburg: Führung über den jüdischen Friedhof

1862 erhielten die Juden in Baden das Recht, ihren Wohnort frei zu wählen. In den folgenden Jahren entstand so in Offenburg eine rasch wachsende jüdische Gemeinde und so wurde u.a. auch ein jüdischer Friedhof notwendig: Ein separater Teil des städtischen Friedhofs am Waldbach war der jüdischen Gemeinde Offenburgs vorbehalten. Ab 1871 wurde auf dem Areal bestattet. Unter alten Bäumen legen die verwitterten Grabsteine auf Hebräisch und teilweise in lateinischer Schrift Zeugnis ab vom jüdischen Leben in Offenburg. Bei einem Rundgang über den jüdischen Friedhof sollen die Geschichte der der jüdischen Gemeinde, einzelner Familien und Personen, sowie jüdische Bräuche lebendig werden.

Männer werden gebeten, eine Kopfbedeckung zu tragen.
Bitte beachten Sie, dass die Führung nicht barrierefrei ist.

Samstag, 10. Juli, 2021, 10 Uhr
Treffpunkt: Aussegnungshalle Historischer Waldbachfriedhof Offenburg, Friedensstraße 31
Anmeldung erforderlich unter 0781 82 2577 oder
Begrenzte Teilnehmerzahl
Es gelten die aktuelle Coronaregeln und Maskenpflicht
Männer werden gebeten, eine Kopfbedeckung zu tragen
Eintritt frei

NS-Gedenkstätte Vulkan in Haslach

Haslach: Besichtigung der KZ-Gedenkstätte Vulkan

Im Haslacher Urenwald, nahe der Mülldeponie erinnert die „KZ-Gedenkstätte Vulkan“ an die drei nationalsozialistischen Lager in Haslach, in denen von September 1944 bis April 1945 über 1.700 Männer aus 21 Länder litten und Hunderte von ihnen starben. Die Häftlinge waren eingesetzt, in den bestehenden Bergwerksstollen des Vulkangeländes für verschiedene Rüstungsindustrie unterirdische Produktionshallen zu errichten, Treffpunkt um 18:30 Uhr am ausgeschilderten „Waldseeparkplatz“ an der B 294 in Richtung Freiburg (Abzweigung Hofstetten). Gemeinsame Fahrt zur Gedenkstätte. Mitfahrgelegenheit für Nichtmotorisierte kann organisiert werden.
An der Gedenkstätte Vortrag von Sören Fuß mit Diskussionsmöglichkeit – Gelegenheit zum Lesen der Dokumentationstafeln.

Mittwoch, 30. Juni 2021, 18.45 Uhr
Treffpunkt am ausgeschilderten „Waldseeparkplatz“ an der B 294 in Richtung Freiburg
Anmeldung erwünscht unter der Telefonnummer 07832 706-174.
gebührenfrei

Mikwe Offenburg, Foto: Steffen Krauth

Freie Besichtigung der Mikwe Offenburg

14 Meter unter dem heutigen Hofniveau des Anwesens Glaserstraße 8 befindet sich das älteste jüdische Bauwerk Südbadens – das Offenburger Judenbad (Mikwe). Es wurde von der hiesigen jüdischen Gemeinde errichtet. Hölzerne Stege leiten durch die Ausstellung, die drei Themenkomplexe aufgreift: Geschichte der Offenburger Juden vom Mittelalter bis in die Neuzeit, Baugeschichte und Datierungsprobleme, -Funktion eines jüdischen Ritualbads. Während der Öffnungszeit bewirtet das Jugendbüro / Mehrgenerationenhaus Offenburg im Innenhof.

Freitag, 9. Juli 2021 13-17 Uhr
Offenburg, Eingang Glaserstraße 8 (Zugang über Bäckergasse oder Steinstrasse)
Öffnung in Kooperation mit dem Jugendbüro / Mehrgenerationenhaus Offenburg.
Bitte beachten Sie: es gelten die aktuellen Corona-Regeln und Maskenpflicht
Eintritt frei

jüdisches Schmieheim

Führung durch das jüdische Schmieheim

In dem bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts zum Ritterkanton Ortenau gehörenden alten Dorf Schmieheim bestand eine jüdische Gemeinde bis 1940. Seit etwa 1777 war es Sitz eines Rabbinats, bis dieses 1893 nach Offenburg verlegt wurde. Die höchste Zahl jüdischer Einwohner wurde um 1864 mit 580 Personen erreicht. (Hälfte der Gesamteinwohnerschaft). Etliche Gebäude wie die ehemalige Synagoge oder das ehemalige Rabbinat und der am Orstrand gelegene alte jüdische Friedhof zeugen von der reichen jüdischen Geschichte Schmieheims.
Bitte beachten: Es gelten die aktuellen coronabedingten Hygiene- und Abstandsregelungen, eine Begrenzung der Teilnehmerzahl sowie Maskenpflicht in Innenräumen.

Donnerstag 24. Juni 2021, 17 Uhr
Treffpunkt: Am Platz vor der evangelischen Kirche in der Ortsmitte von Schmieheim
mit Jürgen Stude
Eintritt frei, Spenden erbeten

Freiburg: Jüdisches Leben in Freiburg – unter Polizeischutz

Es war ein Mammutprogrammtrotz großer Hitze – und ein klares Signal ampassenden Ort: Bei der Veranstaltung „Für jüdisches Leben in Deutschland, für Frieden in Israel, gegen Antisemitismus“ der Israelitischen Gemeinde sprachen am Freitagabend auf dem Platz der Alten Synagoge zwei Stunden lang 13 sehr unterschiedliche Rednerinnen und Redner. Teilweise hörten rund 120 Menschen zu. Weiterlesen: 2021-06-21_Freiburg_Seite_19