Wertheimer, Else und Margarete

Else Hedwig Elisabeth Wertheimer wurde am 8. November 1878 in Offenburg geboren, ebenso ihre Schwester Margarete Antonie Wertheimer am 29. Oktober 1889. Ihre Eltern waren der Weinhändler Leonhard Wertheimer und seine Frau Henriette, geb. Rosenstern.

Else erlernte den Beruf der Bibliothekarin, schied allerdings 1923 wegen eines Lungenleidens aus. Sie zog 1916 aus der Gerberstraße, bis dahin die Wohnung der beiden Schwestern, nach Frankfurt am Main, kehrte 6 Jahre später aber wieder zurück. Noch im selben Jahr zog sie nach St. Blasien; als weitere Adressen sind für Offenburg noch die Volkstraße 30 und der Frauenweg 11 nachgewiesen. Es ist unbekannt, warum sie so viele Male umzog, ebenso wie sie ihren Unterhalt bestritt. Der Aufenthalt in St. Blasien könnte mit ihrem Lungenleiden zu erklären sein, da sich in dem Luftkurort ein darauf spezialisiertes bekanntes Sanatorium befand.

Margarete war eine freiberuflich arbeitende Klavierlehrerin, die in Offenburg sehr beliebt und angesehen war. Von ihren Schülern und Schülerinnen verlangte sie 3 bis 5 Mark pro Stunde – für damalige Verhältnisse recht viel Geld, wie sich viele nach dem Krieg noch erinnern konnten. Ab 1951 konnte sie wegen Gelenkrheumas nicht mehr arbeiten.

Die Schwestern zogen schon Anfang 1933 nach Straßburg, weil wohl beiden im Gegensatz zu vielen Zeitgenossen recht schnell klar war, was die Naziherrschaft für die Juden mit sich bringen würde. Ihren Lebensabend verbrachten die beiden Schwestern in der Nähe von Lausanne. Margarete verstarb am 18. April 1964, das Sterbedatum Elses ist leider unbekannt.

Lina Kiefer
Gedenkbuch im Salmen (Offenburg), 2016/17

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