Bloch, Isidor

Isidor Bloch wurde am 1. Juli 1878 als Sohn von Samuel Bloch und Marie Bloch (geb. Weil) in Schmieheim geboren. Am 19. August 1909 heiratete er in Mannheim Elsa Hirsch. 1917 gebar Elsa in Mannheim ihren ersten Sohn Hans. In den USA nannte er sich später „Henry“. Vom 20. Januar 1919 bis zum 1. April 1937 war die Familie zunächst in der Friedrichstraße 7, ab 1928 in der Augustastraße 3 in Offenburg polizeilich gemeldet.

Isidor übernahm die „Essigfabrik und Branntweinbrennerei Pfaff“ (gegründet von Anton Pfaff, in der Seestraße 1), aus der er Einkünfte von monatlich 300 Reichsmark (RM) bezog. 1920 kam Elsas und Isidors zweiter Sohn, Werner, zur Welt. In den USA nannte er sich später „Warren“. Aufgrund der antijüdischen Gesetzgebung der Nationalsozialisten musste Isidor die ‚Essigfabrik und Branntweinbrennerei Pfaff‘ aufgeben. Sechs Monate nachdem Hitler an die Macht gekommen war, einigte er sich mit dem früheren Besitzer, dass dieser die Firma offiziell wieder übernehmen sollte. Isodor führte jedoch die Geschäfte weiter. Einige Monate später stand er, nach Aussage seines Sohnes Warren, eines Montags vor verschlossener Tür. Er wurde nicht mehr in die Firma hereingelassen. Da er als Jude rechtlos war, konnte er dem nichts entgegen setzten. Er verlor somit sein Einkommen und konnte die Familie nicht mehr ernähren. Aus diesem Grunde eröffnete Elsa Mitte 1936 in einem Teil ihrer Wohnung ein jüdisches Café, welches zumindest für eine kurze Zeit als Treffpunkt für die jüdische Bevölkerung diente.

Durch die antijüdischen Maßnahmen sah die Familie im nationalsozialistischen Staat keine Zukunft mehr und beschloss, in die Vereinigten Staaten von Amerika auszuwandern. Hans und Werner Bloch reisten am 19. Juli 1936 über Paris, Cherbourg und New York nach Pittsburgh zu Verwandten.
Isidor und Elsa folgten ihren Söhnen im April 1937. Sie hatten Probleme mit der Ausreisegenehmigung, da sie noch Schulden durch die Essigfabrik hatten. Erst als sie diese bei der Sparkasse abgelöst hatten, vermutlich mit finanzieller Hilfe von Verwandten, konnten sie über Straßburg ebenfalls nach Pittsburgh auswandern.

In Pittsburgh wurden sie dann in der ersten Zeit von ihren Söhnen finanziell unterstützt. Laut Aussage des Sohnes Warren erhielten sie wöchentlich die Hälfte seines Gehaltes zur Unterstützung. Später arbeitete Isidor wieder.

In der Zeit zwischen 1943 und 1947 erzielte er laut der Wiedergutmachungsakte ein jährliches Einkommen von ca. 2000 US Dollar. Seine genaue Tätigkeit ist nicht bekannt.

Am 6. Juli 1966 verstarb Isidor Bloch in Pittsburgh und wurde dort auch beigesetzt. Seine Frau Elsa starb am 27. Juli 1971 ebenfalls in Pittsburgh.
Isidor und Elsa hinterließen neben ihren beiden Söhnen fünf Enkelkinder (davon zwei von Hans und drei von Werner Bloch).

Annabelle Fomferra
Gedenkbuch im Salmen (Offenburg), 2012/13

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