Ebstein, Elias und Friederike

Als Kinder von Ida und Ismar Ebstein wuchsen die Geschwister zuerst in Wildbad und dann in Offenburg auf. Geboren wurden jedoch beide in Offenburg. Am 2. Oktober 1910 kam hier Friederike zur Welt, am 19. Februar 1916 Elias.

Nach Ende der gymnasialen Schulzeit machte Friederike eine Banklehre und arbeitete dann als Angestellte bei der Deutschen Bank. Anschließend, angesichts der immer feindseligeren Stimmung gegen Juden in Deutschland, wanderte sie im März 1935 nach Palästina aus, wo sie ihren Namen ins hebräische „Rii’ka“ änderte. Dort heiratete sie Kurt Josef Schiff und lebte in Herzlia. Während ihrer Ehe verdiente sie als Haushälterin dazu, später war sie als Verkäuferin tätig.

Ihr Bruder Elias begann ab 1932 eine Lehre zum Elektromechaniker. Eigentlich wollte er danach ein Studium an einer technischen Hochschule beginnen, doch wurde Juden ab Juli 1935 das Studieren verboten. So arbeitete er noch ein Jahr bei der Firma in Offenburg, bei der er seine Lehre gemacht hatte.

1937 folgte er seiner Schwester nach Palästina, wo er seinen Namen in „Elijahu“ änderte. Im Dezember 1938 heiratete er Margarete Mirjam Scharf. Zusammen hatten sie eine Tochter namens Edma. In Palästina arbeitete er als Techniker erst für die englische Militärverwaltung und später für die Firma Ohm in Haifa. Wegen der Verhinderung eines Studiums durch die Nazis wurde ihm nach 1945 eine Entschädigung von 11000 DM zugesprochen.

Noch 1999 lebte er in Kiriat Bialik in der Nähe von Haifa.

Jule Frenk & Karolin Scheiding
Gedenkbuch im Salmen (Offenburg), 2017/18

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