Offenburg

  • Der Sal­men heute | Foto: Museum im Ritterhaus
  • Aus­stel­lung zu den “13 For­de­run­gen des Vol­kes” | Foto: Museum im Ritterhaus
  • Revo­lu­tio­näre beim Offen­bur­ger Frei­heits­fest 1997
  • Die ehe­ma­lige Syn­agoge im Sal­men | Foto: Stadt­ar­chiv Offenburg
  • Aus­stel­lung zur Ver­fol­gung der Offen­bur­ger Juden in der NS-Zeit | Foto: Museum im Ritterhaus

 

Erin­ne­rungs­stätte Salmen

Von Beginn an durch­lief das um 1787 erbaute ehe­ma­lige Gast­haus Sal­men eine bewegte und wech­sel­volle Geschichte. Hier ver­kün­de­ten der badi­sche Demo­krat Fried­rich Hecker und die “ent­schie­de­nen Freunde der Ver­fas­sung” 1847 den ers­ten demo­kra­ti­schen Ver­fas­sungs­ent­wurf in Deutsch­land.
1875 ging das Gebäude in den Besitz der Jüdi­schen Gemeinde Offen­burg über. Fast 60 Jahre lang nutzte sie den Saal als Syn­agoge. Wäh­rend der sog. “Reichs­kris­tall­nacht” vom 9./10. Novem­ber 1938 wurde das Gebets­haus von Natio­nal­so­zia­lis­ten ver­wüs­te­tet.
Nach dem Zwei­ten Welt­krieg geriet das Gebäude samt sei­ner Geschichte in Ver­ges­sen­heit und diente als Lager­haus. 1997 erwarb die Stadt den Sal­men. Nach Reno­vie­rung und Erwei­te­rung ist das 2002 ein­ge­weihte Gebäude heute Kul­tur– und Erin­ne­rungs­stätte. Auf­grund sei­ner Bedeu­tung für die deut­sche Demo­kra­tie­ge­schichte ist der Sal­men als Kul­tur­denk­mal von natio­na­ler Bedeu­tung aus­ge­wie­sen. Bei der Offen­bur­ger Bür­ger­schaft erfreut er sich gro­ßer Beliebt­heit als Ort der Kul­tur, des Aus­tauschs und der Begeg­nung.
Zwei his­to­ri­sche Insze­nie­run­gen auf der Empore im Sal­men­saal erin­nern an die Pro­kla­ma­tion des ers­ten deut­schen Ver­fas­sungs­ent­wurfs, der den demo­kra­ti­schen Auf­bruch in einen frei­heit­li­chen Rechts­staat ver­kör­pert und an die Ver­wüs­tung der Offen­bur­ger Syn­agoge, die das Ende von Frei­heit und Tole­ranz bedeu­tete.


Bil­dungs­an­ge­bot

Die Muse­ums­päd­ago­gi­sche Abtei­lung des Museum Rit­ter­haus, zu dem das Sal­men gehört, bie­tet ver­schie­dene The­men­füh­run­gen spe­zi­ell für Schul­klas­sen an. Die ein­zel­nen The­men sind unten auf­ge­lis­tet. Bei Fra­gen oder Buchungs­wün­schen kön­nen Sie sich tele­fo­nisch oder per E-Mail an die Kon­takte im Kas­ten rechts wenden.

» Sal­men­füh­rung

Die Prä­sen­ta­tion in der Gedenk­stätte Sal­men greift zwei zen­trale The­men der Geschichte des Gebäu­des auf: seine Stel­lung als Ver­samm­lungs­ort der „Ent­schie­de­nen Freunde der Ver­fas­sung“, die am 12. Sep­tem­ber 1847 hier das 13-Punkte– Pro­gramm ver­ab­schie­de­ten und seine Bedeu­tung als Syn­agoge der jüdi­schen Gemeinde Offen­burgs zwi­schen 1875 und 1938.

Alter: ab der 8. Klasse
Kurs­dauer: 120 min
Grup­pen­größe: Klassenstärke

» Mikwe, Sal­men, Stolpersteine

Die wech­sel­volle Geschichte der jüdi­schen Bür­ger in Offen­burg kann man auch heute noch im Stadt­bild erken­nen. Um die Mikwe, das ehe­ma­lige, meh­rere hun­dert Jahre alte jüdi­sche Ritual­bad zu besich­ti­gen, muss man sich unter die Erde bege­ben. Der Sal­men als ehe­ma­lige Syn­agoge und die Stol­per­steine, die man an vie­len Stel­len in der Stadt sehen kann, for­dern uns dazu auf, uns mit dem Schick­sal der Juden in Offen­burg wäh­rend des Natio­nal­so­zia­lis­mus aus­ein­an­der zu setzen.

Alter: ab 12 Jah­ren
Kurs­dauer: 120 min
Grup­pen­größe: Klassenstärke

» Gegen Demo­kra­ten hel­fen nur Sol­da­ten — Die Revo­lu­tion von 1848

Als sich am 12. Sep­tem­ber 1847 die „ent­schie­de­nen Freunde der Ver­fas­sung“ im Gast­haus Sal­men in Offen­burg tref­fen, wird das nicht nur in Baden, son­dern in fast ganz Deutsch­land mit Inter­esse wahr­ge­nom­men. Die „For­de­run­gen des Vol­kes“, die dort ver­le­sen wer­den, sind zwar nicht neu, aber zum ers­ten Mal wer­den poli­ti­sche und soziale Wün­sche zu einem Pro­gramm zusam­men gefasst. In die­sem Kurs wer­den die Schüler/innen mit der Pro­ble­ma­tik und den Ereig­nis­sen der Revo­lu­tion bekannt gemacht. Dabei wird vor allem auf das Gesche­hen in Offen­burg und Baden ein­ge­gan­gen. Im prak­ti­schen Teil kön­nen die Schüler/innen das Erfah­rene in der Druck­werk­statt und im Medi­en­raum in die „revo­lu­tio­näre“ Pra­xis umsetzen.

Alter: ab der 8. Klasse
Kurs­dauer: 120 min
Grup­pen­größe: Klassenstärke

» Orte der Revo­lu­tion in Offenburg

Offen­burg zählte Mitte des 19. Jahr­hun­derts etwa 4000 Ein­woh­ner – kaum zu glau­ben, dass die Bewoh­ner eines so beschau­li­chen Städt­chens in der Lage waren, die Volks­ver­samm­lun­gen von 1848/49 mit 20.000 bzw. 30.000 Teil­neh­mern orga­ni­sa­to­risch in den Griff zu bekom­men. Die Schüler/innen ler­nen die Orte und Gebäude, die wäh­rend der Frei­heits­be­we­gung 1847– 48 in Offen­burg eine Rolle spiel­ten und die wich­tigs­ten Revo­lu­tio­näre und Revo­lu­tio­nä­rin­nen ken­nen. Die Exkur­sion schafft über die lokal­ge­schicht­li­che Ebene einen Ein­stieg bzw. eine Ver­tie­fung und Ergän­zung in die 48er Thematik.

Der Rund­gang ist wet­ter­ab­hän­gig und wird für die wär­mere Jah­res­zeit emp­foh­len.
Alter: ab der 8. Klasse
Kurs­dauer: 90 min
Grup­pen­größe: Klassenstärke

Besuchs­mög­lich­kei­ten in der Nähe

  • Mikwe (Jüdi­sches Ritual­bad), Gla­ser­straße 8
  • Jüdi­scher Fried­hof (Bestand­teil des Waldbach-Friedhofs)
  • Plas­tik „Frei­heit“ von Jona­than Borofsky, Platz der Verfassungsfreunde

Publi­ka­tio­nen

Rai­ner Schimpf: Offen­burg 1802–1847, Karls­ruhe 1997
Revo­lu­tion im Süd­wes­ten: Stät­ten der Demo­kra­tie­be­we­gung, Karls­ruhe 1997
Mar­tin Ruch: Geschichte der Offen­bur­ger Juden: Jis­kor: Erin­nere Dich! Books on Demand; 2. Auf­lage, 2011
Mar­tin Ruch: Ver­fol­gung und Wider­stand in Offen­burg 1933–1945, Offen­burg 1995
Mar­tin Ruch: Der Sal­men, Offen­burg 2002
Susanne Asche: Der Sal­men in Offen­burg. Ein Kul­tur­denk­mal von natio­na­ler Bedeu­tung und ein Kris­tal­li­sa­ti­ons­punkt popu­lä­rer Erin­ne­rungs­kul­tur, in: Badi­sche Hei­mat, 2, 2004

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