Sulzburg: Ausstellung „nebenan. Die Nachbarschaften der Lager Auschwitz I – III“

Auschwitz ist ein vielfach ausgeleuchteter Ort, seit Jahrzehnten erforscht, von Millionen Besuchern jedes Jahr besichtigt. Trotzdem existiert im unmittelbaren Umfeld des ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau eine fast unbekannte Spähre: die Lebenswelt von Menschen, die aufgrund historischer und biografischer Fügung zu Nachbarn dieser Schreckensorte geworden sind. In Auschwitz fielen mehr als 1,1 Millionen Menschen den Nationalsozialisten zum Opfer. Die meisten waren Juden aus Deutschland und anderen Ländern Europas. Es gab aber auch viele andere Opfergruppen – so etwa Sinti und Roma, nichtjüdische Polen, sowjetische Kriegsgefangene.

Die Ausstellung ist eine Kooperation der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg mit dem Freundeskreis Ehemalige Synagoge und der Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten Baden-Württemberg. Flyer zur Ausstellung:  SulzburgAuschwitzAusstellung300

Die Ausstellung kann aufgrund der dynamischen Fortentwicklung des Coronavirus aktuell nicht besucht werden. Weitere Informtionen zur Ausstellung können in einem Video (zum Link hier) eingesehen werden bzw. sind hier nachzulesen: badische_zeitung_2020-03-17_183873008

Seitens der Stadt sind alle öffentlichen Veranstaltungen bis Ende März 2020 abgesagt.

Ehemalige Synagoge Sulzburg
Die Ausstellung kann demnächst digital besichtigt werden. Öffnungszeiten gibt es aktuell nicht.

Die Stuttgarter Fotografen Kai Loges und Andreas Langen (die arge lola) haben die Nachbarschaften der ehemaligen Lager intensiv bereist, mit Unterstützung eines Stipendiums des Kulturwerks der VG Bild-Kunst. Ihre Erkundungen , die sie mehrfach nach Oswiecim (Auschwitz) und Brzezinka (Birkenau) führten, konzentrieren sich auf das unmittelbare Umfeld der ehemaligen Hauptlager Auschwitz I – III: das Stammlager, das Vernichtungslager Birkenau und das Arbeitslager Monowice/Buna- IG Farben.
Die Bilder und Texte von Loges und Langen sind eine Reflektion über den historischen Ort Auschwitz und die weiterreichenden Fragen, die er aufwirft: Wie leben Menschen im Schatten einer einstigen Mordstätte? Wie gestaltet sich das Zusammenleben angesichts historischer Traumata? Wie verhalten sich individuelles und kollektives Gedächtnis zueinander? Die Dokumentation der Fotografen beschreibt Menschen und Biografien in einer Umgebung, die von extremer Gewaltgeschichte gekennzeichnet ist. Diese Annäherung, gebündelt in der Ausstellung „Nebenan“, läuft auf die Frage zu: Was ist das, der Geist des Ortes, bzw. gibt es ihn überhaupt?

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