Aktuelles aus dem Jüdischen Museum Emmendingen

Am Mittwoch, den 1. November 2017 bleibt das Jüdische Museum Emmendingen wegen der Aufbauarbeiten für die neue Dauerausstellung geschlossen.
Die neue Ausstellung in den Räumen des ehemaligen Ritualbades kann am Sonntag, den 12. November 2017 ab 14.00 Uhr besichtigt werden.

Podiumsdiskussion: Vergangenheit, Gegenwart & Zukünfte der Erinnerung

Am 25. Oktober laden der Verbund Gedenkstätten südlicher Oberrhein in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung BW, dem Colloqium Politicum und der Katholischen Akademie Freiburg zu einer Podiumsdiskussion: Der Umgang mit der Vergangenheit ist in Deutschland schwieriger als in den meisten anderen Staaten Europas. Nach langen politischen Kontroversen ist die Erinnerung an die Schrecken der NS-Zeit und an die Ermordung der europäischen Juden inzwischen jedoch zur konstitutiven Grundlage für das Selbstverständnis der Bundesrepublik geworden. Zugleich hat sich in den  vergangenen Jahrzehnten eine andere, eine neue Erinnerungskultur innerhalb der deutschen Nachkriegsdemokratie entwickelt. Sie ist sowohl in die großen Präsentationen des Bundes eingegangen, wie auch in die Arbeit der lokalen und regionalen Gedenkstätten. Wie kann Erinnerungskultur in der Medien- und Einwanderungsgesellschaft aussehen? Es sprechen und diskutieren Prof. Aleida Assmann, Sybille Thelen und Prof Wolfram Wette. Flyer_Podiumsdiskussion-25.10.2017_end-web

25. Oktober 2017, 19 Uhr
Freiburg, Landeszentrale für politische Bildung, Bertoldstraße 55
Eintritt frei

Ein neues Leben in der Ferne

Filmpremiere in Kippenheim: „Home away from Home – Ein neues Leben in der Ferne“

Am Mittwoch, den 25. Oktober um 10.30 Uhr lädt der „Förderverein Ehemalige Synagoge“ zur Premiere des Filmes in die Kippenheimer Synagoge ein.
 
Anlass ist der Besuch der Gedenkstätte des Anne-Frank-Gymnasiums Rheinau, das mit dem Förderverein im Rahmen einer Bildungspartnerschaft verbunden ist. Der 45 Minuten dauernde Film wurde von Professor Robert Gücker und Daniela Schaffart von der Hochschule Offenburg gedreht. Er porträtiert den aus Kippenheim stammenden Kurt Salomon Maier, der bei der Filmpremiere anwesend sein wird, sowie die Kippenheimerin Inge Auerbacher und die Offenburgerin Eva Mendelsson. Kurt Salomon Maier und Eva Mendelsson mussten am 22. Oktober 1940 mit ihren Angehörigen den Zug nach Südwestfrankreich in das Lager Gurs antreten. Die Familie Maier hatte Glück und konnte 1941 das Lager verlassen und in die USA emigrieren. Eva Mendelsson und ihre Schwester wurden von einem jüdischen Hilfswerk gerettet. Inge Auerbacher überlebte drei Jahre Theresienstadt. Heute leben Inge Auerbacher in New York, Eva Mendelsson in London und Kurt Salomon Maier in Washington DC. Nach einem historischen Einblick in die Zeit von Ausgrenzung und Verfolgung im Dritten Reich legt der Film den Fokus auf das heutige Leben der Zeitzeugen und ihrem Verhältnis zu der Vergangenheit. Wie geht es ihnen heute? Gerettet und doch nicht gerettet – weil die Erinnerung an Deportation und Lager immer präsent ist? Fühlen und denken sie immer noch deutsch nach über 70 Jahren oder sind sie ganz angekommen in ihrer neuen Heimat? Im Anschluss an die Filmvorführung stellen sich Kurt Salomon Maier und die Filmemacher den Fragen des Publikums.

25. Oktober 2017, 10.30 Uhr
Ehemalige Synagoge Kippenheim, Poststraße 17, Kippenheim
Eintritt frei

Offenburg: Performative Gedenkveranstaltung

In diesem Jahr geht das Schiller-Gymnasium einen anderen Weg der Erinnerung: Am 22.10.1940 wurden alle Offenburger und Ortenauer Juden im Schillersaal zusammengetrieben, um im Anschluss in das Lager nach Gurs in den Pyrenäen deportiert zu werden. Statt einer klassischen Gedenkveranstaltung mit Reden und Musik werden in diesem Jahr Schüler*innen der neunten Klassen eine Menschenkette um den Schillersaal bilden, um auf die Geschichte des Gebäudes aufmerksam zu machen. Sie sind von ihren Lehrerinnen und Lehrern auf diese Aktion vorbereitet worden und können fragenden Mitschüler*innen, Lehrer*innen und Passanten Rede und Antwort stehen.
 

Montag, 23. Oktober 2017, 11.05 – 11.25 Uhr (zweite große Pause)
Offenburg, Schiller-Gymnasium Offenburg, Zeller Str. 33

Enthuellung Gedenktafel Mikwe Emmendingen

Mikwe-Emmendingen: Die Quelle lebendigen Wassers

Mit einem Festakt im Simon Veit-Haus und einem Empfang im Jüdischen Museum hat der Verein für jüdische Geschichte und Kultur die neue Dauerausstellung in der Mikwe, dem ehemaligen Emmendinger Ritualbad, eingeweiht. Die sehr zahlreichen Besucher waren von den LED-beleuchteten Schrift- und Bildtafeln begeistert. Die neue Dauerausstellung ist unter das Motto „Quelle lebendigen Wassers“ – mekor majim chajim – aus dem Buch Jeremia gestellt. weiterlesen: Bericht BZ oder Emmendinger Tor: