Haslach

  • Die Gedenkstätte am Vulkan
  • Häftlinge in Haslach
  • Das Lager "Sportplatz"
  • Im Vulkan

 

Gedenkstätte Vulkan

Die Gedenkstätte Vulkan besteht seit dem 25. Juli 1998. Sie befindet sich am Berghang des Urenwaldes nahe Haslach, wo über 1.700 Männer aus 21 Nationen leiden und viele von ihnen sterben mussten.
Zentraler Punkt der Gedenkstätte ist das Mahnmal des Haslacher Künstlers Frieder Haser.

Zwölf Informationstafeln dokumentieren in Text und Bild die Geschichte der drei Haslacher Lager. Ruinenreste weisen auf das ehemalige Brechwerk und die Bergstation einer Seilbahn hin, die über mehrere Kilometer in die Stadt führte. Der düstere Eingang eines Entwässerungsstollens lässt die schrecklichen Ereignisse erahnen, die sich im Innern dieses Berges in den Stollen abspielten.

Am 30. November 2012 eröffnete der Jugendarbeitskreis der Gedenkstätte Vulkan den Weg des Erinnerns, welcher dem Leidensweg der Zwangsarbeiter folgt: An sechs historischen Orten in der Stadt eröffnen Informationstafeln einen Blick in die Vergangenheit:

Im Jahr 1944 beschloss das Reichsrüstungsamt wegen der zunehmenden Bombardierung der deutschen Fabriken die Rüstungsproduktion so weit wie möglich „bombensicher“ untertage zu verlagern. Gleichzeitig war man wegen dem großen Arbeitskräftemangel aber auch aus ideologischen Gründen immer mehr bestrebt die Lagerhäftlinge im Produktionsprozess einzuspannen und auszubeuten.

Im Spätsommer 1944 ergab sich für die Nationalsozialisten zusätzlich das Problem, dass die bestehenden Lager im Elsass, Natzweiler-Struthof und Schirmeck-Vorbruck, wegen der näher rückenden Front geräumt werden mussten. Eine umfangreiche Verhaftungswelle im Elsass, in Lothringen und den angrenzenden Gebieten führte zudem zu einer großen Zahl von verfügbaren Zwangsarbeitern.

Dies waren die Bedingungen, die dazu führten, dass von September 1944 bis April 1945 1.700 Häftlinge aus 21 Ländern in den drei Haslacher Lagern eingepfercht und zur Schwerstarbeit gezwungen wurden. In den bestehenden Haslacher Bergwerkstollen waren verschiedene Firmen wie Daimler-Benz, Mannesmann und Messerschmitt für die Produktion vorgesehen, die allerdings nicht mehr im geplanten Umfang in Gang kam.
Die Häftlinge hatten in allen Lagern unter menschenunwürdigen Verhältnissen zu leiden, sie wurden drangsaliert, waren den unter diesen Verhältnissen unvermeidlichen Lagerkrankheiten ausgesetzt und es kam auch zu Tötungen.

Mehr als 220 namentlich bekannte Häftlinge haben in Haslach ihr Leben lassen müssen.
Hunderte von Häftlingen starben in anderen Lagern, in die sie von Haslach aus verschleppt wurden, auf den berüchtigten Todesmärschen oder sie überlebten den Krieg nur um kurze Zeit.

Bildungsangebot

>> Gedenkstätte Vulkan

An der Gedenkstätte Vulkan laden zwölf Dokumentationstafeln zur intensiven Auseinandersetzung mit der Geschichte der Haslacher Lager ein. Nach vorheriger Anfrage stehen Mitarbeiter für weitergehende Informationen, Gespräche und Diskussionen zur Verfügung. Für Schulklassen und Besuchergruppen aller Art werden nach Vereinbarung ausführliche Vorträge angeboten.

>> Weg des Erinnerns

Auf dem Weg des Erinnerns folgt der Besucher den Spuren der Zwangsarbeiter der drei Haslacher Lager quer durch die Stadt, indem er sich selbst auf eine Reise in die Vergangenheit begibt. Der Weg des Erinnerns erstreckt sich über sechs Stationen:
Station 1 Der Bahnhof
Station 2 Lager Kinzigdamm
Station 3 Lager Sportplatz
Station 4 Die Wachmannschaft
Station 5 Das Massengrab
Station 6 Lager Vulkan

Selbstverständlich ist der Weg des Erinnerns dank seines modularen Aufbaus auch nach den eigenen Möglichkeiten individuell zu begehen. Zu den einzelnen Stationen finden sich auf der Homepage (www.erinnerungsweg-haslach.de) verschiedene Arbeitsmaterialien. Ergänzt werden diese lokalen Stationen durch eine Reihe ausgewählter Einzelschicksale von Häftlingen.

Publikationen

Sören Fuß: Gedenkstätte Vulkan (Broschüre) 1998
Sören Fuß: Gedenkstätte Vulkan – Haslach im Kinzigtal, in: Die Ortenau, 81. Jg. 2001, S. 533–544
Manfred Hildenbrand: Die „Hölle“ von Haslach: Die beiden Konzentrationslager „Kinzigdamm“ und „Vulkan“, in: Die Ortenau, 73. Jg. 1993, S. 456–479

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